Nürnberger Hochschule bekommt Neubau auf AEG

Christina Merkel
Christina Merkel

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29.8.2020, 05:53 Uhr
So soll das neue Hochschulgebäude auf dem AEG-Gelände in vier Jahren aussehen.

© Visualisierung Steimle Architekten BDA So soll das neue Hochschulgebäude auf dem AEG-Gelände in vier Jahren aussehen.

Die TH ist die erste Hochschule in Bayern, die ein eigenes so großes Gebäude bekommt, um ausschließlich darin zu forschen. Bislang stand immer die Lehre im Vordergrund. Platz, Zeit und Geld für Forschung waren im Gegensatz zu den Universitäten knapp bemessen. Unterstützung vom Land gab es wenig, Projektmittel mussten die Professoren selbst einwerben.

Das soll sich nun ändern. „Wir sind wirklich froh, endlich die Zusage für einen landesfinanzierten Forschungsbau bekommen zu haben“, sagt TH-Präsident Niels Oberbeck. Ein privater Investor wird den Bestellbau mit einer Nutzfläche von 6000 Quadratmetern auf dem nördlichen Teil des AEG-Areals errichten, zwischen Muggenhofer Straße und Pegnitz. Die TH mietet das Gebäude dann sichere 20 Jahre lang – mit der Option zu verlängern. „Die Lage ist perfekt für uns“, sagt Oberbeck.


Bei Muggenhof entstehen bis zu 900 neue Wohnungen


Auf dem ehemaligen Gelände des Elektrokonzerns AEG im Nürnberger Westen befindet sich bereits, der Energiecampus und der Nuremberg Campus of Technology. Hier arbeiten Hochschule und Friedrich-Alexander-Universität an neuen Energie- und Speichertechnologien, Automatisierung und nachhaltiger Verkehrs- und Stadtplanung. „Hier sind wir nah an dem, was wir schon haben und gleichzeitig schön in die Stadt eingebunden.“

Direkt nebenan entsteht in den kommenden Jahren ein Stadtviertel mit Wohnhäusern, Läden, Cafés und Park. Bis zu 900 neue Wohnungen und 40.000 Quadratmeter Gewerbefläche sind hier geplant. Vor vier Jahren waren die Pläne überraschend gescheitert, Teile der Technischen Fakultät aus Erlangen in den Nürnberger Westen zu verlagern. Nach ewigen Hin und Her rund um den Uni-Umzug, ist jetzt immerhin Platz für die Technische Hochschule auf AEG.

„Wir begrüßen sehr, dass der Technologiecampus mit der Genehmigung jetzt konkrete Gestalt annimmt“, sagt Nürnbergs Wirtschaftsreferent Michael Fraas. „Die Einrichtung bildet einen weiteren Meilenstein für die Entwicklung des AEG-Areals wie auch für den Wissenschaftsstandort Nürnberg insgesamt.“

Im neuen Forschungsgebäude werden die Maschinenbauer untergebracht, die Verfahrens- und Elektrotechniker. Außerdem zieht das Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft vom Keßlerplatz nahe der Wöhrder Wiese auf AEG um. Das Leonardo Zentrum für Innovation und Kreativität wird aus der Nähe des Weißen Turms in der Innenstadt hier verlegt. Dazu entstehen eine Halle für Drohnenflüge und auf rund einem Drittel der Fläche ein sogenanntes Universaltechnikum, das alle Fachbereiche der Hochschule bei Bedarf nutzen können. Im „Innovation Service Center“ bekommen sowohl Forscher als auch Studenten Hilfe rund um Erfindungen, Patente, Gründung und Start-up-Pläne.

Hochschule sucht weiteres Grundstück

Bereits vor drei Jahren hat die Technische Hochschule einen weiteren Platzbedarf von 30.000 Quadratmetern vom Ministerium anerkannt bekommen. Der Bestellbau ist erst der Anfang. Für ein Zentrum für Medien, Kommunikation und IT mit mehr als 15.000 Quadratmetern sucht der Freistaat weiter nach einem Grundstück in der Stadt. Dafür ist ein staatlicher Hochbau geplant, was länger dauert als mit einem privaten Investor.

Mit einem Jahr Verspätung, aber rechtzeitig zum Beginn des Wintersemesters im Oktober ist das neue Informationszentrum am Keßlerplatz fertig geworden. Hier ziehen gerade die Bibliothek mit mehr als 300.000 Bücher und die IT der Hochschule ein.

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