Nürnberger Wetterdaten: Sommer 2018 knackt Rekord

2.10.2018, 06:00 Uhr
Im April dieses Jahres (oben) war die Wiese im Nürnberger Luitpoldhain noch sattgrün, Mitte August zeigte sich das Gras infolge Regenmangels braun verfärbt. Es war regelrecht ausgetrocknet.

Im April dieses Jahres (oben) war die Wiese im Nürnberger Luitpoldhain noch sattgrün, Mitte August zeigte sich das Gras infolge Regenmangels braun verfärbt. Es war regelrecht ausgetrocknet. © Stadt Nürnberg

Im April und im Mai dieses Jahres wurden sogar neue Wärmerekorde aufgestellt, heißt es in einem Bericht des Umweltamts für den Stadtrat. Und der August war immerhin noch der drittwärmste August seit Start der Temperatur-Aufzeichnungen im Jahr 1934 an der Messstelle am Flughafen. Im Umweltamt wurden die aktuellen Daten mit alten verglichen und bewertet. Das Ergebnis mache deutlich, dass der Klimawandel kein theoretisches Phänomen mehr sei, sondern konkret stattfinde, so Umweltreferent Peter Pluschke (Grüne).

Denn der Trend in Richtung Erwärmung sei deutlich erkennbar. Insbesondere seit den 1960ern und nochmal verstärkt seit den 1990er Jahren ist die Jahres-Durchschnittstemperatur in Nürnberg markant gestiegen. So war es 2017 im Schnitt 1,5 Grad wärmer als zu Beginn der Temperatur-Aufzeichnungen im Jahr 1934.

Es ist übers ganze Jahr hinweg wärmer geworden, wobei die Temperaturen im Winter überdurchschnittlich gestiegen sind. Im Herbst habe es die geringsten Zuwächse gegeben, heißt es in dem Bericht für den Umweltausschuss des Stadtrats, der sich am 10. Oktober trifft.

Diese Grafik zeigt, wie sehr der Großraum Nürnberg sich durch die Dürre verändert hat:

Betrachtet man den Zeitraum Januar bis August, so war das Jahr 2018 bislang sogar das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnung am Flughafen. Auch die Hitzewellen nehmen beileibe nicht nur gefühlt, sondern ganz real zu. Im Juli und August kletterten die Temperaturen 17 Tage am Stück über die 30-Grad-Marke. Das ist ein neuer Rekord und übertrifft die Dauer der bisher längsten Hitzewelle im Jahr 2003 um satte vier Tage.

Der Trend geht laut Umweltamt hin zu immer mehr Hitzewellen mit längerer Dauer. Die Folge: Dadurch kommt es auch zu immer mehr tropischen Nächten, in denen die Temperatur nachts nicht mehr unter 20 Grad fällt. Das macht vor allem den Menschen in dicht bebauten Gebieten zu schaffen, also zum Beispiel in der Altstadt.

Deutlich weniger Regen

"Anders als bei der Temperatur lässt sich beim Niederschlag bislang kein klarer Trend einer Klimaveränderung erkennen", so das Umweltamt weiter. Auch wenn der diesjährige Sommer natürlich extrem trocken war. Eigentlich begann die Trockenheit schon im Februar. Bis auf die Niederschlagsmenge im Mai regnete es deutlich weniger als sonst. Die Folgen waren überall zu besichtigen: Grün vertrocknete und Blätter färbten sich früh braun.

Für den Umweltreferenten sind die vorliegenden Daten alarmierend. Die Folgen müssten vor allem bei der Stadtplanung berücksichtigt werden, findet er. Pluschke hält deshalb einen Koordinator für genau solche Fragen für notwendig. Eigentlich hat der Stadtrat genau das schon im Juli 2014 beschlossen. Passiert ist seitdem nichts.

Daher steht in der nächsten Sitzung dieses Thema noch einmal auf der Tagesordnung. Die Stadträte sind aufgerufen, noch einmal darüber abzustimmen, ob sie die Schaffung der dafür notwendigen Personalressourcen unterstützen oder nicht.

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