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Stadt und VAG halten nichts von Nightlinern am Donnerstag

Vorschlag kam bereits von mehreren Jugendverbänden - 24.11.2015 06:00 Uhr

Fahren die Nightliner demnächst schon am Donnerstag? Die Stadt Nürnberg und die VAG sind dagegen. © Karlheinz Daut


Der NightLiner hat seine treuen Fans. Seit 1998 fahren die Busse für Nachtschwärmer an Wochenenden und an Feiertagen jeweils von 1 bis 5 Uhr. In Nürnberg sind es 14 Linien, die an 120 Tagen im Jahr unterwegs sind, 12 weitere verkehren hinaus in die Region und binden das Umland an. Rund 6600 Fahrgäste sind damit pro Wochenende allein im Stadtgebiet Nürnberg unterwegs, erklären John Borchers und Florian Gräf von der VAG. Die Zahl sei seit etwa zehn Jahren stabil.

Aus den Kreisen jüngerer SPD- und CSU-Stadträte sowie von Jugendverbänden kam schon vor einiger Zeit der Vorschlag, NightLiner auch die Nacht von Donnerstag auf Freitag fahren zu lassen. Denn immer häufiger werde das Wochenende schon um einen Tag "vorgezogen" und Party gemacht. "Das NightLiner-Angebot bietet den Nachtschwärmern eine echte Alternative zum Auto und verhindert somit, dass sich der ein oder andere angetrunken ans Steuer setzt", werben Thorsten Brehm (SPD) und Marcus König (CSU) fraktionsübergreifend. Die Beschränkung auf das Wochenende greife mittlerweile zu kurz. Sie sprechen von einer "Lücke im Angebot".

Zusätzlicher Betrieb wäre nicht billig

Die VAG-Experten verweisen dagegen auf einen anderen Trend bei den Ausgehgewohnheiten. Immer häufiger würden Fahrgäste die ersten regulären Linien an Samstag- und Sonntagmorgen nutzen. An Wochenenden sei zwischen 4 und 6 Uhr eine konstant um jährlich etwa zehn Prozent ansteigende Nutzung festzustellen, so Borchers und Gräf in einer Stellungnahme für den Stadtrat. Sie rechnen auch durch das neue Semesterticket mit steigenden Nutzerzahlen am Wochenende.

Doch VAG und Stadtverwaltung halten wenig von einer Ausweitung des NightLiners auf den Donnerstag. Ein zusätzlicher Betrieb (etwa 50 Tage mehr im Jahr) würde zwischen 240.000 und 270.000 Euro mehr kosten – nur auf Nürnberg bezogen (und die Einnahmen schon berücksichtigt). Die Kostendeckung läge bei zehn bis 20 Prozent. Sie betonen, dass die genaue Nachfrage schwer zu beziffern sei. In zwei Modellrechnungen gehen sie von 660 Fahrgästen (20 Prozent einer Wochenendnacht) aus oder von 40 Prozent (1320). Ein täglicher Betrieb des NightLiners, den so aber keiner fordert, würde die Zusatzkosten sogar auf 1,1 Millionen hochschnellen lassen.

"Eine Ausweitung des NightLiner-Betriebs bedeutet keine Angebotsverbesserung für die breite Masse unserer Fahrgäste", heißt es in der Stellungnahme der Verkehrsbetriebe. Eine Ausweitung sei derzeit nicht empfehlenswert, schließt sich die Stadt an. Das verspricht eine spannende Debatte am 3. Dezember im Verkehrsausschuss zu werden. 

Andreas Franke

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