40 Maßnahmen bis 2024

Stau-Chaos? Großbaustelle am Nürnberger Hauptbahnhof bremst Verkehr

8.7.2021, 18:20 Uhr
Gleisbauer der VAG verlegen Schienen am Rundbau der Bahnhofstraße hinunter zum Allersberger Tunnel.

Gleisbauer der VAG verlegen Schienen am Rundbau der Bahnhofstraße hinunter zum Allersberger Tunnel. © Stefan Hippel/NNZ

"Es ist wie eine Operation am offenen Herzen", beschreibt Marco Daume, technischer Werkleiter von Servicebetrieb öffentlicher Raum (Sör), die rund 40 Maßnahmen, die bis 2024 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hauptbahnhof abgearbeitet werden. So eng und konzentriert im Stadtzentrum habe man bisher noch nicht gearbeitet.


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Das heißt natürlich nicht, dass der Verkehr dort durchgängig in gleichem Maße beeinträchtigt wird. Denn die einzelnen Baustellen finden zu unterschiedlichen Zeiten statt.

Zwei wichtige Achsen - Allersberger Tunnel und Marientunnel - sind besonders betroffen. Der Allersberger Tunnel ist seit Oktober 2020 gesperrt und bleibt noch bis November zu. Wenn hier der Verkehr wieder rollt, wird der parallel verlaufende Marientunnel bis Mitte 2023 dicht gemacht. Sör weist darauf hin, dass die von der Münchener und Regensburger Straße kommenden Pendler weiträumig am Ring umgeleitet werden, um Engpässe an den Unterführungen möglichst zu vermeiden.

Komplizierte Maßnahmen

Zu den geplanten Baustellen zählen auch der nördliche Bahnhofsplatz, die westliche Bahnhofsstraße, Allersberger- und Scheurlstraße. Sör hat viele kleine Maßnahmen von N-ergie, Verkehrs AG und der Stadtentwässerung (Sun) zu einer großen zusammengefasst. Dies betrifft einen Baustellenbereich von 1,5 Kilometern, die Kosten schätzt Daume grob auf 20 bis 25 Millionen Euro.

Auf der Bahnhofstraße am Hauptbahnhof geht es noch längere Zeit beengt zu.

Auf der Bahnhofstraße am Hauptbahnhof geht es noch längere Zeit beengt zu. © Stefan Hippel/VNP

Die Planung der Maßnahmen war kompliziert. Die Arbeiten der Firmen mussten aufeinander abgestimmt und in einen Zeitplan gebracht werden. Schließlich können die Gleisbauer der VAG nicht mit dem Verlegen von Weichen beginnen, wenn die Arbeiten am darunter liegenden Abwasserkanal oder an Strom- oder Gasleitungen noch erledigt werden müssen.

"Das war eine enorme Herausforderung", berichtet Sör-Baustellenkoordinator Tobias Dotzer. Schließlich müssen die verschiedenen Gewerke nahtlos ineinandergreifen und aufeinander aufbauen.


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Die Stadtentwässerung ist mit vier Projekten eingebunden: 800 Meter Abwasserkanal werden für rund sechs Millionen Euro erneuert. Die Verkehrs AG ersetzt auf dem Glockenhof-Areal 700 Meter Doppelgleis, 670 Meter Oberleitung, 14 Weichen und fünf Kreuzungen. Nach 30 Jahren ist das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.

Wichtig ist: Geduld bewahren

Die N-ergie wechselt ältere Kabel und Röhren aus. In den Baustellenbereichen verlaufen Nieder-, Mittel- und Hochspannungsleitungen sowie Erdgas- und Trinkwasserleitungen, auf die man achten muss.

Auch bei optimalem Baustellenmanagement brauchen Verkehrsteilnehmer vor allem eines: Geduld. Denn Behinderungen wird es mit den besten Zeitplänen geben. Bis Weihnachten 2024 sollen alle Maßnahmen abgeschlossen sein.


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