Warnstreik

Vorwürfe der Gewerkschaft: Klinikum Nürnberg wehrt sich

6.5.2021, 18:26 Uhr
Ver.di rief die Beschäftigten der Service-GmbH des Klinikums Nürnberg zu einem eintägigen Warnstreik auf. Besonders sensible Bereiche ließ man aber außen vor. 

Ver.di rief die Beschäftigten der Service-GmbH des Klinikums Nürnberg zu einem eintägigen Warnstreik auf. Besonders sensible Bereiche ließ man aber außen vor.  © Martin Schmalzbauer/ver.di

Die Offerte für die Beschäftigten der Service-GmbH des Klinikums (KNSG) belaufe sich demnach ab dem Jahr 2022 auf mindestens zwölf Euro pro Stunde in der untersten Lohngruppe. „Das entspricht – je nach Betriebszugehörigkeit – einer Lohnsteigerung von 13,5 bis 17,6 Prozent innerhalb von 24 Monaten“, schreibt das Klinikum in einer Pressemitteilung. Gewerkschaftssekretär Martin Schmalzbauer hatte von 11,60 Euro gesprochen, sich dabei jedoch auf das Angebot für 2021 bezogen. Aktuell liegt der Stundenlohn laut Klinikum bei 11,15 Euro. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) rief die in den Bereichen Transport, Küche, Wäscherei, Empfang oder Reinigung eingesetzten Kräfte der KNSG am Donnerstag zum eintägigen Warnstreik auf.

Nürnberg scherte aus

Das Klinikum äußerte sein Bedauern über diese Entscheidung und verwies auf die ver.di-Vertreter aus Bamberg und Schweinfurt, die das Angebot akzeptiert und als "deutliche Steigerung" bezeichnet hätten. Bisher befanden sich die Servicegesellschaften der Kliniken dieser drei Städte in einem gemeinsamen Tarifverbund, nun drängt ver.di für Nürnberg auf eine eigene Lösung. „Das Ausscheren der Nürnberger Gewerkschaft ist für das Klinikum Nürnberg nicht nachvollziehbar.“

KNSG-Geschäftsführer Andreas Becke sagt, dass man ver.di in einer „wirtschaftlich sehr schwierigen Situation stark entgegengekommen sei“. Immerhin stiegen die besagten Stundenlöhne je nach Aufgabengebiet und Betriebszugehörigkeit in dem aktuellen Angebot ab 2024 auf 12,40 Euro bis 15,48 Euro. Daher appelliert Becke an ver.di, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und nach Möglichkeiten für eine Rückkehr in die Tarifgemeinschaft zu suchen.

Sichere Arbeitsplätze

Das Klinikum argumentiert als kommunaler Arbeitgeber zudem auch mit Arbeitsplatzsicherheit – andernorts in der Gesundheitsbranche würden Service-Mitarbeiter entlassen.
Bei dem Warnstreik beteiligten sich laut ver.di rund 300 Beschäftigte.

Politische Unterstützung erhielten die Service-Mitarbeiter Beschäftigten unter anderem von den Landtagsabgeordneten Arif Tasdelen (SPD) und Tessa Ganserer (Bündnis 90/Die Grünen) sowie den Stadträtinnen Marion Padua (Linke Liste) und Özlem Demir (Die Linke). Im Februar hatte es bereits einen sogenannten Delegiertenstreik gegeben, zu dem Ver.di nur einzelne Vertreter aus den unterschiedlichen Bereichen der Service-GmbH aufrief.

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