Wachsender Kalender: Nürnberger in der "Höhle der Löwen"

NN-Redaktion Gesellschaft
Anette Röckl

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1.5.2021, 06:00 Uhr

© TV now

Sieht schön aus und hat einen doppelten Nutzen: Die Kalender oder Grußkarten von "primoza" kann man einpflanzen und daraus Tomaten, Chilis oder anderes Gemüse ziehen. In einem speziellen Verfahren wurden in die doppelseitigen Blätter Bio-Samen eingearbeitet. Alles was es braucht, ist ein Fenster oder Balkon, ein Topf mit etwas Erde, etwas Wasser und ein kleines bisschen Geduld. Nützliches Wissen zu den Samen und zur Aussaat gibt es auf den Kalenderseiten anbei. „Menschen lieben es, wieder selbst aktiv zu werden und ihr eigenes Gemüse zu ernten. Jetzt können sie diese Inspiration auch verschenken”, sagt primoza-Mitbegünderin Manuela Baron.

Die Idee dazu war aus einem Projekt an der Universität Erlangen-Nürnberg entstanden, erzählt die 29-Jährige, die dort Elektrotechnik studiert hat. Zusammen mit Orlando Zaddach (33) und Tobias Aufenanger (29) entwickelte sie im Uni-Seminar einen Businessplan. "Wir wollten etwas machen, hinter dem wir wirklich stehen. Kein 0815-Projekt", sagt die Nürnbergerin. Das Ganze sollte nicht nur eine ideologische Spielerei sein. "Wir wollten eine echte Firma werden, die Bestand hat und ein Arbeitgeber sein kann", erzählt Baron. Das hat tatsächlich geklappt. Inzwischen kann das Trio von seinem 2018 gegründeten Start-up leben und führt ein Team aus 20 Mitarbeitern.


Fiese Abzocke mit der "Höhle der Löwen"


In den ersten zwei Jahren hat das Start-up bereits über 80 000 Kunden für seine Produkte begeistern können und einen Umsatz von über zwei Millionen Euro erreicht. Vor allem über Weihnachtsmärkte wurden die einpflanzbaren Kalender und Grußkarten verkauft. "Letztes Jahr war die Situation natürlich schwierig", sagt Baron. Wegen der Pandemie fanden keine Weihnachtsmärkte statt. In diesem Jahr hofft das Trio wieder darauf, bereitet sich auf 80 Märkte vor. Momentan wird vor allem über den Online-Shop verkauft.

© primoza

Der Auftritt bei der "Höhle der Löwen" sei aufregend gewesen, erzählt die Nürnbergerin. Die Folge, die am Montag zu sehen ist, wurde bereits vor einem Jahr aufgezeichnet. "Ich sehe inzwischen ganz anders aus, die Haare sind ab", sagt Baron und lacht. Das Trio wollte einmal testen, wie die "grüne Idee" bei den Investoren ankommt. "Das Feedback von den Profis hat uns interessiert", sagt Baron.

"Die Investoren fühlen einem auf den Zahn"

In der Sendung sitzen abwechselnd fünf Löwen sprich Investoren, unter anderem Beauty-Unternehmerin Judith Williams, Unternehmer Carsten Maschmeyer und auch die Nürnberger Unternehmerin Dagmar Wöhrl. Tatsächlich fühlen die TV-Investoren den Gründern auf den Zahn, erzählt Baron. "Da wird im Detail über Zahlen gesprochen." Wie es gelaufen ist, darf sie nicht verraten. "Wir haben uns gut geschlagen und sind euphorisch rausgegangen." Das Wachstum soll weitergehen. Dafür benötigt das Trio 300 000 Euro und bietet 7,5 Prozent seiner Firmenanteile an.

Den Auftritt vor der TV-Jury hat das Trio vorher mehrfach vor Freunden und Familie geprobt. Die Ausstrahlung verfolgen die Gründer in einer Live-Schalte gemeinsam. "Ich bin gespannt, weil ich auch nicht weiß, wie es im Fernsehen rüberkommt", sagt Baron. Garten-Einsteigern empfiehlt sie übrigens, es mit Tomaten oder Chilis zu probieren. "Da wird so gut wie jeder Samen etwas und man hat gleich etwas zum Prahlen."

"Die Höhle der Löwen", Montag, 3. Mai um 20. 15 Uhr auf VOX.

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