Bundestagswahl: Annette Kramme geht für die SPD erneut ins Rennen

13.10.2020, 11:55 Uhr
Natürlich war der Blumenstrauß, den Versammlungsleiter Andreas Zippel Anette Kramme nach ihrer Nominierung als SPD-Bundestagskandidatin überreichte, ganz in Rot gehalten.

Natürlich war der Blumenstrauß, den Versammlungsleiter Andreas Zippel Anette Kramme nach ihrer Nominierung als SPD-Bundestagskandidatin überreichte, ganz in Rot gehalten. © Foto: Stefan Schreibelmayer

Zum einen wurde die Sozialdemokratin 53 Jahre alt. Vor allem aber wurde sie bei der Bundeswahlkreiskonferenz ihrer Partei erneut als Direktkandidatin für den Wahlkreis Bayreuth nominiert, der neben Stadt und Landkreis Bayreuth auch einige Kommunen im Landkreis Forchheim umfasst.

Kramme war die einzige Kandidatin, die in der Bindlacher Bärenhalle zur Wahl stand. 79 der 80 Delegierten gaben ihre Stimme gültig ab. 74 stimmten für Kramme, fünf gegen sie. Zu dem Ergebnis sagte sie: "Das ist aus meiner Sicht ein überraschend gutes Ergebnis. Es ist einfach so, dass man mit dem einen oder anderen auch Probleme hat, wenn man sich so lange in der Politik engagiert."

Und in der Politik ist die 53-Jährige gebürtige Essenerin wirklich lange. Sie gehört seit 1998 dem Bundestag an, seit 2013 bekleidet sie das Amt einer Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Dort ist die Juristin unter anderem für Arbeitsrecht und Arbeitsmarkt, Sozialrecht und Digitalisierungsfragen zuständig.

Einzug über SPD-Landesliste

Was ihre Wiederwahl in den Bundestag im Herbst 2021 angeht, gibt sich Kramme, die 1988 in die SPD eintrat, im Gespräch mit der Presse realistisch. "Um das Direktmandat zu erringen, müssten sich angesichts der Zusammensetzung des Wahlkreises schon außergewöhnliche Konstellationen ergeben. Aber ich bin optimistisch, wieder einen guten Platz auf der Landesliste meiner Partei zu bekommen." Bei der Bundestagswahl 2017 hatte Kramme bei den Erststimmen mit 21,2 Prozent Platz zwei hinter Silke Launert (CSU) belegt. Launert war auf 46,5 Prozent gekommen. Ins Parlament zog Kramme dann von Platz zwei der SPD-Landesliste ein.

In ihrer Bewerbungsrede wies Kramme auf die Erfolge der Bundesregierung und den Anteil der SPD daran insbesondere auch bei der Bewältigung der Corona-Pandemie hin. Dazu gehörten die Hilfen für die Wirtschaft ebenso wie für Kinder und Eltern, die etwa bei der Betreuung in Schule oder Homeoffice heuer besonders harte Zeiten durchgemacht hätten.

Sie betonte aber auch, wie wichtig es sei, darauf zu achten, dass Corona die Gesellschaft nicht noch weiter in Arm und Reich spalte: "Wir dürfen nicht zulassen, dass die Armen die Haupt-Leidtragenden sind."

Man sehe derzeit, dass viele Umstrukturierungen durch die Krise vorgezogen würden. Dabei müsse man alle Menschen mitnehmen und weiterqualifizieren.

Geschenke zum Abschluss

Als Vorschläge, die sie in einem SPD-Wahlprogramm umgesetzt sehen will, nannte die Fachanwältin für Arbeitsrecht unter anderem, dass man den Menschen besser dabei helfen müsse, ihre Ansprüche im Sozialstaat geltend zu machen. Alles andere führe zu Unzufriedenheit. Auch müsse es einen "Sprung beim Mindestlohn" geben, "der die Menschen in die Lage versetzt, eine ordentliche Rente selber zu sichern". Grundsätzlich müsse das Rentenniveau abgesichert werden. Außerdem müsse es bei der Entlastung von Angehörigen bei den Pflegekosten weitere Schritte geben, um auch Ehe- und Lebenspartnern zu helfen. Das System der Zuzahlungen in der Krankenversicherung müsse überdacht werden: "Es kann doch nicht sein, dass manche monatelang auf eine neue Brille sparen müssen."

Zum Abschluss der Konferenz gab es für Kramme neben vielen Glückwünschen zwei Geschenke. Von Versammlungsleiter und Zweitem Bayreuther Bürgermeister Andreas Zippel zur Nominierung einen in Rot gehaltenen Blumenstrauß und zum Geburtstag einen Korb voller Süßigkeiten. "Ich muss zugeben, dass das meine Schwäche ist", sagte Kramme.

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