1:1! Eintracht schockt den Club in letzter Sekunde

28.10.2018, 15:22 Uhr
Da war die Welt der Club-Fans noch in Ordnung: Mit seinem ersten Ballkontakt bringt Adam Zrelak Nürnberg gegen Frankfurt in Führung.

© Sportfoto Zink Da war die Welt der Club-Fans noch in Ordnung: Mit seinem ersten Ballkontakt bringt Adam Zrelak Nürnberg gegen Frankfurt in Führung.

Die Vorzeichen waren besorgniserregend und das lag nicht alleine am Winter, der am Sonntag in Nürnberg erstmals in dieser Saison sein Können andeutete. Da stand ja vor allem das Gastspiel von Eintracht Frankfurt auf dem Programm, einer Mannschaft also, die sich in dieser Saison mit Verzögerung dazu entschlossen hat, so Fußball zu spielen, wie man es von einem Pokalsieger erwartet und zum Beispiel vor einer Woche den Aufsteiger aus Düsseldorf beim 7:1 übel hergerichtet hatte.

Der andere Aufsteiger hatte das mit dem Herrichten nach der 1:3-Niederlage gegen Hoffenheim dann dummerweise auch noch selbst übernommen. Vor der Partie gegen die Eintracht meldeten sich Mikael Ishak, Eduard Löwen, Ondrej Petrak und – kurzfristig – auch noch Enrico Valentini verletzt ab. Während Petrak, Löwen und Ishak mit etwas Glück bald wieder zur Verfügung stehen, fällt Valentini knapp sechs Wochen aus. Der Rechtsverteidiger riss sich im Training die Quadriceps-Sehne im Oberschenkel.

Es war also Zeit für personelle Umbau-Arbeiten, die Nürnbergs Trainer Michael Köllner gewohnt mutig erledigte. Sebastian Kerk kam ebenso zu seinem Startelf-Debüt wie Törles Knöll und Simon Rhein. Außerdem kehrten Yaya Kubo und Tim Leibold zurück in die Anfangsformation. Der Club war also mal wieder sehr neu aufgestellt – und wurde an einem eigentlich gelungenen Fußball-Tag sehr spät vom Glück verlassen. Dank eines Treffers des eingewechselten Adam Zrelak führte der Club vor 42.154 Zuschauern bis in die zweite Minute der Nachspielzeit mit 1:0, ehe Sebastian Haller doch noch der Ausgleich gelang.

Mit Mut zum Ziel

Gegen die Eintracht, die noch am Donnerstag ein rauschendes Fest im Europapokal gefeiert hatte, begann der Club ähnlich wie gegen die TSG Hoffenheim: mutig und zielstrebig. Bereits nach vier Minuten verfehlte ein Schuss von Hanno Behrens aus 23 Metern nur sehr knapp sein Ziel. Auch in der Folge blieb Nürnberg in der Offensive spielfreudig und in der Defensive aufmerksam.

Luka Jovic, der gegen Düsseldorf noch fünfmal getroffen hat, trat kaum in Erscheinung. Wenn doch, dann waren seine Versuche von überschaubarer Gefährlichkeit wie jener Kopfball in der 15. Minute, den Christian Mathenia ohne Probleme festhalten konnte. Komplizierter war der Arbeitstag für Frankfurts Torwart Kevin Trapp. Der lenkte nach 16 Minuten einen Schuss von Leibold zur Ecke und hatte 60 Sekunden später Glück, als Knöll nach einer Flanke von Leibold den Pfosten traf. Nach einer halben Stunde stabilisierten die Gäste ihre Bemühungen, wurden dem Club bis zur Pause aber nicht mehr wirklich gefährlich.

Später Schock

Es war eine mutige erste Halbzeit, die die Nürnberger da spielten. Belohnt wurden sie nicht. In der zweiten Halbzeit , die in dieser Saison schon so oft Nürnberger Zusammenbrüche gesehen hatte, blieb der Club stabil, konnte sich aber zunächst nicht mehr zwingende Gelegenheiten erspielen. Weil das auch für Frankfurt galt, lebte das Spiel nun lange von der Spannung.

Das änderte sich dann in der Schlussphase, spannend blieb es zwar auch da, aber nun gab es auch wieder Torchancen – für Nürnberg. 77 Minuten waren absolviert, als Kubo mit seinem Schuss aus 17 Metern beinahe eine Unachtsamkeit des Ex-Nürnbergers Makoto Hasebe nutzte, Trapp aber zur Ecke abwehrte. In deren Folge kam Misidjan an den Ball, flankte gefühlvoll – und der eingewechselte Adam Zrelak traf mit seinem ersten Bundesliga-Ballkontakt per Kopf zum 1:0 (78.). Als sich der Club dann schon als Sieger fühlte, kam Haller, grätschte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie - und bestätigte all die schlimmen Vorzeichen.

1. FC Nürnberg: Mathenia - Bauer, Margreitter, Mühl, Leibold - Behrens, Rhein - Misidjan, Kubo (88. Erras), Kerk (69. Palacios) - Knöll (76. Zrelak)

Eintracht Frankfurt: Trapp - Abraham, Haseb , Ndicka - G. Fernandes - da Costa, Kostic - de Guzman (80. Stendera), Gacinovic (68. Allan) - Jovi , Rebic (69. Haller) 

Tore: 1:0 (79. Zrelak, Kopfball), 1:1 (90. Haller, Rechtsschuss) / Karten: Rhein, Zrelak - N'Dicka, Rebic, Trapp / Zuschauer: 42.154

 

Hier folgt der Live-Ticker zum Nachlesen:

FCNSGE

 

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