Schon wieder ein Fehlstart

0:1 gegen St. Pauli: Der Club belohnt sich nicht

Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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29.1.2023, 15:31 Uhr
Das Tor des Tages: Jakov Medic überwindet Peter Vindahl mit einem Kopfball.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Das Tor des Tages: Jakov Medic überwindet Peter Vindahl mit einem Kopfball.

Auch nach elf Wochen Winterpause, das gebietet das Selbstverständnis, wollen sie eigentlich nicht auf die anderen schauen beim 1. FC Nürnberg, sondern, ganz klar: nur auf sich. Die eigene, durchaus prekäre Tabellensituation zum Auftakt der Zweitliga-Rückrunde und nur zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz lassen den Verantwortlichen aber wohl gar keine andere Wahl - außer ihre Mannschaft würde sich mit einem Traumstart gleich mal ein bisschen nach oben absetzen.

Die Konkurrenz hatte mit ihren Ergebnissen gleich diverse Steilvorlagen für einen kleinen Befreiungsschlag geliefert, bloß wusste sie der Club nicht für sich zu nutzen am Sonntag im Heimspiel gegen den FC St. Pauli. Der Ex-Nürnberger Jakov Medic erzielte nach 33 Minuten das Tor des Tages für die Hamburger, es blieb bis zum Schluss beim 0:1.

Schon vor dem Anpfiff hatte sich abgezeichnet, dass ihr Verletzungspech auch im neuen Jahr eine ernst zu nehmende Rolle zu spielen gedenkt. Zugang Danny Blum musste kurzfristig mit Wadenproblemen passen, so dass es eine Alternative erst gar nicht auf die Bank schaffte. Als Verlierer der Vorbereitung durften sich zudem erst mal Lukas Schleimer, Pascal Köpke, Bryang Kayo und Louis Breunig fühlen, deren Namen man vergeblich im 20-köpfigen Aufgebot suchte.

Innenverteidiger Geis

Der Trainer verzichtete auch in der Startelf auf Experimente; Johannes Geis gab den zentralen Verteidiger in der Dreierkette, ganz vorn sollten Kwadwo Duah und Christoph Daferner für Unruhe sorgen. Die besten Chancen vor der Pause vergaben vor der Pause aber andere: Jan Gyamerah scheiterte nach einem Freistoß per Direktabnahme am glänzend reagierenden Nikola Vasilij im Kasten der Gäste (39.), in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit schoss Lino Tempelmann aus 16 Metern knapp vorbei.

Ansonsten fehlten den Nürnberger häufig die Ideen; mehr Ballbesitz hatten sie zwar und zeigten auch ein paar flüssig vorgetragene Angriffe, blieben aber in Strafraumnähe meist ungefährlich. Trotzdem war zur Pause nicht alles schlecht, obwohl der Club da schon mit 0:1 zurücklag. Ein kurz ausgeführter Eckstoß landete wieder bei Leart Paqarada, dessen Hereingabe auf dem Halbfeld verwertete der Ex-Nürnberger Jakov Medic per Kopf zur Führung (33.).

Gegenspieler Fabian Nürnberger und Torwart Peter Vindahl sahen dabei nicht gut aus und wollten ihre hart bestraften Nachlässigkeiten im zweiten Durchgang unbedingt wieder gutmachen. Trotzdem wirkte der Club nach Wiederbeginn zunächst fahrig, Gyamerah und Geis leisteten sich noch in der eigenen Hälfte fürchterliche Fehlpässe, die aber keinen weiteren Schaden anrichteten.

Nach gut einer Stunde versuchte Weinzierls Mannschaft zumindest, etwas mehr Druck aufzubauen, wirkte aber oft zu umständlich; selbst in aussichtsreichen Positionen warteten die Zuschauer vergebens auf einen konsequenten Abschluss, zudem standen die Hamburger defensiv äußerst kompakt. Sie kamen einfach nicht durch und mussten auch noch aufpassen, nicht in einen Konter zu laufen.

Nürnberg musste ab Mitte der zweiten Halbzeit zwangsläufig mehr riskieren, mit Erik Shuranov und Benjamin Goller durften sich auch frische Kräfte am Ausgleich versuchen. Duah probierte es wenigstens mal (75.), ansonsten hatte der Club bis auf guten Willen nicht mehr viel zu bieten. Der junge Jermain Nischalke hätte noch der Held werden können, zögerte aber ebenfalls viel zu lange (88.)

Hoher Aufwand, kein Ertrag - hinten anfällig, vorn harmlos: Die Probleme des 1. FC Nürnberg sind auch 2023 die längst bekannten.

Nürnberg: Vindahl; Gyamerah, Geis, Schindler (90. Hübner) - Castrop (64. Goller), Flick, Tempelmann, Nürnberger - Möller Daehli (81. Nischalke) - Daferner (64. Shuranov), Duah (81. Lohkemper).

St. Pauli: Vasilj; Dzwigala (46. Beifus), Medic, Mets - Saliakas, Irvine, Hartel, Paqarada - Metcalfe (59. Afolayan), Otto (72. Maurides), Daschner (90. Aremu).

Schiedsrichter: Sather (Grimma). - Zuschauer: 30.871. - Tore: 0:1 Medic (33.). - Gelbe Karten: Nischalke, Weinzierl / Saliakas.

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