Täter identifiziert

Auch beim Club flogen Bierbecher: Mathenia legt sich mit den Fans an

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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21.3.2022, 14:36 Uhr
Club-Kapitän Christian Mathenia und seine Kollegen versuchten die Fans zur Ordnung zu rufen.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Club-Kapitän Christian Mathenia und seine Kollegen versuchten die Fans zur Ordnung zu rufen.

Was passieren kann, wenn Gegenstände auf das Spielfeld geworfen werden, das hatte die Fußballwelt erst am Freitagabend sehr deutlich vor Augen geführt bekommen. Da musste die Bundesliga-Partie zwischen den VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach beim Stande von 2:0 in der 68. Minute abgebrochen werden, weil Schiedsrichterassistent Christian Gittelmann von einem vollen Bierbecher am Kopf getroffen worden war.

Gittelmann wurde ins Krankenhaus gebracht, befindet sich inzwischen aber auf dem Weg der Besserung. Den Westfalen droht nun ein Ermittlungsverfahren durch den DFB-Kontrollausschuss, die Partie dürfte am Grünen Tisch mit 2:0 für die Gäste gewertet werden.

Nur zwei Tage später hielt das einige Anhänger des 1. FC Nürnberg nicht davon ab, sich im Max-Morlock-Stadion ebenfalls kräftig daneben zu benehmen. Als ein Dresdner in der zweiten Halbzeit vor der Nordkurve einen Eckball ausführen wollte, flogen aus den Blöcken 9 und 11 volle Plastikbecher in Richtung des Gästespielers. Eine leider schon oft gesehene Unsitte, die nicht nur Club-Kapitän Christian Mathenia in Rage brachte: Sichtlich empört signalisierte der Torhüter den Fans, dies zu unterlassen. Fabian Nürnberger und Christopher Schindler versuchten ebenfalls, mit beruhigenden Gesten auf die Anhänger einzuwirken, während sich der Stadionsprecher zu einer mahnenden Durchsage veranlasst sah.

Zumindest für einen der Chaoten dürfte die Aktion persönliche Folgen haben. Wie Vereinssprecher Christian Bönig in der Pressekonferenz nach der Partie mit spürbarer Genugtuung mitteilte, konnte ein Werfer mit Hilfe der Videoüberwachungsanlage identifiziert und "dingfest gemacht" werden. Polizeibeamte nahmen den Täter am Ausgang in Empfang und brachten ihn auf die Stadionwache. Ihm droht nun eine Anzeige sowie ein Stadionverbot - was wohl auch ganz im Sinne der überwiegenden Mehrheit auf den Rängen wäre.

Club verurteilt Verhalten "aufs Schärfste"

"Als leidenschaftlicher Glubberer schäme ich mich, dass ich mit solchen Leuten ein Heimspiel besuche. Ich erwarte aber auch, dass hier hart durchgegriffen wird", schrieb etwa Jens Ott aus Nürnberg in einer Mail an den Verein, der seinerseits auf seiner Homepage klar Stellung bezog: "Der Club verurteilt ein derartiges Verhalten aufs Schärfste, hat dafür keinerlei Verständnis und entschuldigt sich dafür bei den Gästen aus Dresden und dem Schiedsrichterteam."

Pressesprecher Bönig hatte bereits in Diensten des FC St. Pauli einen ähnlichen Eklat am Millerntor miterleben müssen. Am 1. April 2011 war Schiedsrichterassistent Thorsten Schiffner zwei Minuten vor Schluss ebenfalls von einem vollen Bierbecher im Nacken getroffen worden, die Partie wurde von Referee Deniz Aytekin (Oberasbach) abgebrochen und später mit 2:0 für die Gäste vom FC Schalke 04 gewertet.

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