Bundesliga-reife Leistung in Hannover?

Club-Trainer Klauß: "Ein gelungenes Spiel von uns"

Foto: Eduard Weigert Datum: 27.3.19..Wolfgang Laass....Mitarbeiterportrait
Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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13.3.2022, 16:49 Uhr
So sehen Seriensieger aus: Tom Krauß feiert mit dem Kollegen Mats Möller Daehli auf dem Rücken den 3:0-Erfolg in Hannover.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr So sehen Seriensieger aus: Tom Krauß feiert mit dem Kollegen Mats Möller Daehli auf dem Rücken den 3:0-Erfolg in Hannover.

Die Geschichte wird von Woche zu Woche schöner. Vielleicht auch, weil der 1. FC Nürnberg von Woche zu Woche jünger wird. Nur das Alter der Torschützen am Sonntagnachmittag: Lukas Schleimer, 22 Jahre. Tom Krauß, 20 Jahre. Erik Shuranov, 20 Jahre. Und auch sonst viel Talent.

Pascal Köpke traf, anders als in den drei Spielen zuvor, beim erstaunlich souveränen 3:0 in Hannover nicht, konnte damit aber gut leben. Sie hatten ja gewonnen, zum vierten Mal in Folge, alles andere: egal. Dass die ersten drei Plätze nur noch drei Punkte weg sind, konnte auch den Trainer nicht locken. Zumal es eigentlich vier sind, der Club hat von allen Aufstiegskandidaten das schlechteste Torverhältnis.

Ein bisschen was konnten sie am Sonntagnachmittag daran ändern, als viel von dem funktionierte, was Trainer Robert Klauß seinen Fußballern mitgegeben hatte für die 90 Minuten. Ein flammender Appell, unbedingt die schwächeren Resultate der Konkurrenten auszunutzen, war nicht darunter. "In der Ansprache hat’s gar keine Rolle gespielt", sagte Klauß hinterher, "genau im Gegenteil, wir haben uns vorgenommen, einfach unser Spiel zu spielen, das hat uns bis hierher gebracht, das hat uns bis hierher stark gemacht."

"Relativ abgezockt, viel Kontrolle"

Direkte Motivation sei die Möglichkeit, den Kontakt nach ganz oben herzustellen, demnach nicht gewesen. Sie bleiben sich also treu beim 1. FC Nürnberg: Bloß nicht auf die anderen schauen, sondern nur auf sich. Wenngleich sich Klauß für seine Verhältnisse sogar ziemlich weit aus dem Fenster lehnte, als er sagte: "Jetzt gucken wir auch mal in Ruhe auf die Tabelle."

Der Anblick wird ihm gefallen, noch mehr aber gefällt ihm, wie reif seine Mannschaft gewirkt hat im Niedersachsenstadion. "Wir waren relativ abgezockt, hatten viel Kontrolle, waren dominant, gut im Gegenpressing, haben wenig Umschaltmomente von Hannover zugelassen", resümierte Klauß, "und machen zum richtigen Zeitpunkt die Tore." Kurzum: "Ein gelungenes Spiel von uns."

Dass sie zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht haben, ist aber nur die halbe Wahrheit. Krauß hätte bereits in der 72. Minute für klare Verhältnisse sorgen müssen, ebenso klatschte ein Kopfball Schleimers kurz vor der Pause gegen den Querbalken. Die Partie hätte also schon früher entschieden sein können als in der 83. Minute – aber lieber spät als gar nicht. Shuranovs 3:0 tat vor allem ihm richtig gut, nach langen Wochen des Wartens.

Shuranovs Auftrag

"Mit dem Auftrag, das Spiel zu entscheiden", habe er Shuranov in der 81. Minute für Köpke eingewechselt, der seinem Vater Andreas eigentlich ein Tor schenken wollte zum 60. Geburtstag. "Das hat heute leider nicht geklappt, aber ich denke, mit drei Punkten ist er auch zufrieden", sagte Köpke junior, dessen Club in den vergangenen Wochen ein richtiger Aufstiegskandidat geworden ist. Nach einem 0:5 gegen Ingolstadt und einem 1:4 in Karlsruhe, wie Köpke anmerkte.

"Danach haben ein bisschen unser System geändert, ein paar Spieler haben ihre Chance bekommen", so erklärt er den Aufwärtstrend, ,,wir haben einen richtig guten Teamgeist, bringen alles auf den Platz, was wir brauchen, es läuft gut." Und sie haben noch alle vor sich in der Tabelle zum Gegner, ebenso am letzten Spieltag den FC Schalke.

Abheben und vom Aufstieg reden sollen andere, Köpke und sein Club bleiben bodenständig. "Wir werden versuchen, unsere Punkte zu holen und die anderen zu ärgern", sagte er noch, was ja vielleicht auch reichen könnte. Den Respekt der zweiten Liga haben sie mittlerweile. "In der Höhe", sagte der Ex-Nürnberger Cedric Teuchert, "ist die Niederlage mehr oder weniger gerecht."

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