Neue Stabsstelle

Die Vision vom modernen Stadion: Der Club stellt jetzt die Weichen

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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29.6.2022, 12:17 Uhr
Der Traum von einem neuen, modernen Stadion - für den Club ein "elementar wichtiges Zukunftsprojekt".

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, NN Der Traum von einem neuen, modernen Stadion - für den Club ein "elementar wichtiges Zukunftsprojekt".

Wie wichtig ein neues Stadion für den 1. FC Nürnberg wäre, das hatte Sportvorstand Dieter Hecking erst kürzlich im Interview mit diesem Medienhaus betont: "Um eines klar zu sagen, mit aller Vehemenz: Wir brauchen ein neues Stadion, so wie Darmstadt oder Karlsruhe. Wir müssen aufpassen, dass wir da nicht den Anschluss verlieren", mahnte Hecking, "für die Stadt und die ganze Region wäre das ein fantastisches Projekt."

Im Stadtrat scheint man das inzwischen ähnlich zu sehen. Im Januar wurde einstimmig beschlossen, eine Machbarkeitsstudie über die Zukunft der 1928 eingeweihten und zuletzt vor der WM 2006 renovierten Spielstätte in Auftrag zu geben. In dieser sollen verschiedene Szenarien entwickelt werden, wie es mit der in die Jahre gekommenen Arena weitergehen könnte. Sowohl eine Generalsanierung als auch ein Teil-Neubau gelten als mögliche Varianten, erste Ergebnisse werden Ende des Jahres erwartet.

Begleitend dazu forciert man am Valznerweiher die Bemühungen um eine Verwirklichung dieses "elementar wichtigen Zukunftsprojekts" und hat dafür nun eine eigene Abteilung geschaffen. Als Leiter der Stabsstelle Stadionentwicklung soll ab 1. Juli Stefan Heim "die Vision weiterentwickeln, die Heimspielstätte des 1. FC Nürnberg zu einem innovativen und verbindenden Leuchtturm in der Metropolregion Nürnberg zu transformieren", wie es auf der Club-Homepage heißt. Zudem soll der 51-Jährige "den Dialog mit unseren Partnern aus dem öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich verantworten und ein gesellschaftsrechtliches Konstrukt inklusive Business-Plan hin zur Umsetzung begleiten".

Heim bringt viel Erfahrung mit: Insgesamt 28 Jahre war er für den VfB Stuttgart tätig, wo er unter anderem den Umbau der Mercedes-Benz-Arena zu einer wettbewerbsfähigen Spielstätte und den Neubau des Carl-Benz-Centers verantwortete. Im Anschluss war der gebürtige Reutlinger unter anderem als Geschäftsführer der VfB Stuttgart Arena Betriebs GmbH mit der Vermietung, Verpachtung und dem Betrieb des Stadions betraut und fungierte zuletzt als Vorstand Finanzen, Verwaltung & Operations.

Entlassung nach "Datenskandal"

Im Februar 2021 war Heim bei den Schwaben im Zuge eines "Datenskandals" mit sofortiger Wirkung entlassen worden. Es folgte eine juristische Auseinandersetzung, im März 2022 stellte das Landgericht Stuttgart fest, dass Heim weder eine rechtswidrige Datenweitergabe an Externe oder sonstige rechtswidrige Nutzung von Mitgliederdaten vorgenommen oder eine solche angeordnet habe. "Es war für uns essentiell, dass die Vorwürfe absolut haltlos waren. Unsere Gespräche mit allen beteiligten Parteien im Vorfeld der Vertragsgespräche haben diesen Eindruck unterstrichen", betonte Nürnbergs Kaufmännischer Vorstand Niels Rossow.

Mit der neuen Stabsstelle unterstreiche man, "dass wir das Thema Stadionneubau weiter intensiv strategisch vorantreiben und ein nachhaltig wichtiger Impulsgeber für die Realisierung unserer konkret vorliegenden Vision sein wollen", sagte Rossow, die Personalentscheidung sei eine wichtige Weichenstellung. "Ich freue mich sehr, zusammen mit den Cluberern, das neue Stadion zu gestalten – denn es ist ihre Heimat", ließ sich Heim zitieren.

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