Im DFB-Pokal

FCN müht sich in Siegen in die nächste Runde

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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29.7.2022, 19:55 Uhr
Glückliche Nürnberger: Der Club steht in der zweiten Pokal-Runde.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Glückliche Nürnberger: Der Club steht in der zweiten Pokal-Runde.

Gut vorbereitet waren sie - zumindest in der Theorie. Vor dem Pokalauftritt seines 1. FC Nürnberg beim 1. FC Kaan-Marienborn hatte Trainer Robert Klauß ausführlich über den Regionalligisten referiert. In der Praxis kann das dann aber in diesem lustigen Wettbewerb immer ganz anders aussehen, das wissen sie beim Club besonders gut.

Dass die Blamage beim Viertligisten diesmal ausblieb und man von dessen vorab gelobten Qualitäten zunächst wenig zu sehen bekam, lag an einer Nürnberger Mannschaft, die sich nach dem Erfolg im Derby zu einer in der ersten Halbzeit immerhin konzentrierten Leistung zwingen konnte. Am Ende eines schönen Fußballabends und einer nicht ganz so konzentrierten zweiten Hälfte im Siegerland hatte der Club deshalb 2:0 (1:0) gewonnen und war durch den Einzug in die zweite Runde 418.494 Euro reicher.

Geschafft hatte das eine Mannschaft, die im Vergleich zum Spiel gegen Fürth auf einigen Positionen verändert war. Im Tor stand Carl Klaus, in der Viererkette durften sich Enrico Valentini und Erik Wekesser anstelle von Jan Gyamerah und Tim Handwerker versuchen, und in der Mittelfeldraute ersetzte Taylan Duman den verletzten Fabian Nürnberger.

Vor 9500 Zuschauern im Leimbachstadion, davon knapp 2000 aus Nürnberg und Gelsenkirchen, sah man dann, dass so eine Pokalpartie schon kompliziert werden kann für den Favoriten. Der 1. FC Kaan-Marienborn, als Aufsteiger mit einem 2:1 gegen die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach in die Saison gestartet, wartete mal ab, was ein Zweitligist so anzubieten hat und tat sonst zunächst wenig. Der Zweitligist vergab ein paar Halbchancen, hatte alles im Griff - und musste nach 20 Minuten auch ein paar Offensivaktionen der Gastgeber gestatten.

Ein Kurvenklassiker

Schnell aber hatten die Nürnberger das Geschehen wieder im Griff und durften nun ein paar bessere Gelegenheiten vergeben. Innerhalb von drei Minuten scheiterten Jens Castrop und zweimal Mats Möller Daehli an Torwart Robert Jendrusch und oder dem Pfosten. Eine halbe Stunde war da absolviert und Robert Klauß hatte eigentlich wenig Grund zu klagen. Einzig darüber: Mit einem Tor wollte es erst in der 45. Minute klappen. Dann war dieses 1:0 aber sehr schön anzusehen, weil Johannes Geis kurz vor dem Halbzeitpfiff einen Freistoß aus 16 Metern ins Netz schlenzte.

Das gab den Gästen Sicherheit - allerdings ein wenig zu viel. Nach der Pause spielte tatsächlich lange nur Kaan-Marienborn und staunte der Club ein wenig zu oft über die neu entdeckte Angriffslust der Gastgeber. Derrick Kyere tauchte alleine vor Klaus auf, schoss aber über das Tor (47.). Sieben Minuten später musste Christopher Schindler den Ball kurz vor der Torlinie stoppen. "Zweite Liga, keine weiß warum" - das Publikum in Siegen packte nun einen Klassiker der Fankurven aus.

Dass erinnerte immerhin mit Verzögerung auch den Club wieder an den Ligen-Unterschied und dass es dafür schon ein, zwei Gründe gibt. Hübners Kopfballchance nach 73 Minuten war zwar die erste Nürnberger Gelegenheit spät im zweiten Durchgang, leitete aber eine Phase der Konsolidierung ein.

Die krönte Enrico Valentini mit einem weiteren Fernschusstreffer zum 2:0. Ganz souverän hatte das also am Ende nicht ausgesehen, aber das kann im Pokal schon einmal passieren. Wahrscheinlich hatte das Robert Klauß in seiner Spielvorbereitung ebenfalls erwähnt.

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