Später Kopfball-Coup beim Club

Großes Kino mit Lino - Siegtorschütze Tempelmann: "Etwas Schöneres gibt es nicht"

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Online-Redaktion, Sport

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10.9.2022, 09:59 Uhr
So sehen Sieger aus: Vorlagengeber Mats Möller Daehli freut sich mit Matchwinner Lino Tempelmann.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr So sehen Sieger aus: Vorlagengeber Mats Möller Daehli freut sich mit Matchwinner Lino Tempelmann.

Lino Tempelmann war viel gerannt. Hatte viel gekämpft und initiiert. Den Gesamtvortrag des Club-Antreibers hätte man wie den kompletten Auftritt des FCN trotz großer Vehemenz wahrscheinlich dennoch mit "sehr bemüht" bewerten müssen. Wäre beim hochverdienten 1:0-Heimsieg gegen Bielefeld nicht noch diese 90. Minute herausgesprungen.

Nach einem von Mats Möller Daehli mit Schnitt hereingebrachten Freistoß tackerte Tempelmann den Ball mit perfektem Einlaufverhalten ins Arminen-Tor. Gästekeeper Fraisl? War dran. Konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Nicht die Erleichterung. Nicht den Spannungsabfall, der sich nun Bahn brach im Achteck. Und den Auftritt gegen die Ostwestfalen in einer dominant geführten Partie zu einer runden Sache machte.

Dass ausgerechnet der 1,74 Meter kleine Tempelmann mit solch einem Abschluss für großartige Gefühle in Nürnberg sorgen sollte, hätte man ahnen können. Vier der letzten fünf Treffern markierte der gebürtige Münchner mit dem Kopf. Ein bisschen überrascht schien der 23-Jährige von dieser Erfolgsbilanz im Anschluss trotzdem zu sein. "Ich war noch nie bekannt für meine Kopfballstärke. Dass es so aber immer wieder klappt, freut mich", sagte Tempelmann bei Sky.

"Etwas Schöneres als Last-Minute-Siege gibt es einfach nicht", frohlockte der Club-Finalisierer auch im darauffolgenden Gespräch mit den Journalisten. Gut gelaunt, zumal es bei bei Standards – ein eklatantes Eckenplus sprach deutlich für Nürnberg – davor nicht geklappt hatte. "Ich habe den Raum gesehen, bin reingelaufen und habe meinen Schädel hingehalten.", beschrieb Tempelmann, wie es dann doch noch klappen sollte mit dem Sieg.

Der emotionale Heimerfolg schenkt dem FCN nach zwei Niederlagen in Serie und "einer unruhigen Woche" etwas Ruhe. Tempelmann selbst fühlte sich nach "einigen Wehwehchen" wieder vollkommen fit.

Gegen Bielefeld profitierte er auch von Sadik Fofana, seinem Partner auf der Doppelsechs. "Er gibt mir Rückendeckung. Während ich versuche, anzuschieben, hält er die Position vor der Kette", konkretisierte dies der Matchwinner. Als Voraussetzung dafür, mehr zu rennen, zu kämpfen und zu initiieren, durfte man dies allemal verstehen. Dass Club-Coach Robert Klauß im defensiven Mittelfeld auch künftig auf das Duo setzen wird, darf man ebenfalls annehmen. "Wenn man sich direkt mit der 90. Minute so belohnt im eigenen Stadion, vor der eigenen Kurve ... dann ist ein wunderschönes Gefühl, es gibt nichts Schöneres", sagte auch Nürnbergs Trainer.

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