Am Sonntag gegen den FC St. Pauli

Heiß auf den Spitzenreiter: Der Club will endlich ein Top-Team schlagen

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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26.11.2021, 16:31 Uhr
Bereit für den Tabellenführer: Mit einem Heimsieg könnte der Club im Idealfall bis auf Rang zwei klettern.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Bereit für den Tabellenführer: Mit einem Heimsieg könnte der Club im Idealfall bis auf Rang zwei klettern.

Wenn es um Taktik und Personal geht, gibt sich Robert Klauß in den Pressekonferenzen vor Spielen gemeinhin sehr zugeknöpft. Das ist auch vor dem Spitzenspiel seines 1. FC Nürnberg am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den FC St. Pauli nicht anders. „Wir wollen Schulle ja nicht so viele Vorlagen geben“, bat Klauß schmunzelnd um Verständnis für sein Schweigen.

„Schulle“, der im bürgerlichen Leben Timo Schultz heißt, 2018 gemeinsam mit Klauß den Lehrgang zum Fußball-Lehrer absolvierte und die Kiez-Kicker zu einem ganz heißen Aufstiegsanwärter geformt hat, dürfte es hingegen reichlich schwerfallen, den Nürnberger Kollegen mit einem Matchplan zu überrumpeln – denn keinen Gegner kennt Klauß besser als den aktuellen Tabellenführer der Zweiten Liga.

Weil St. Pauli stets auf jene Mannschaft trifft, gegen die am Spieltag darauf der Club antreten muss, hat Klauß die Hamburger „in dieser Saison schon 13 Mal über 90 Minuten gesehen“, wie er verriet. Folglich gebe es „wahrscheinlich nicht mehr allzu viele Überraschungen“, schickte er einen freundlichen Gruß an jenen Mann, den er unter anderem für seine „norddeutsche Gelassenheit und klare Meinung“ schätzt.

Gesehen hat Klauß beim regelmäßigen Videostudium eine „sehr komplette Mannschaft, die zu Recht da oben steht und für mich im Moment die beste der Liga ist, weil sie in allen Phasen des Spiels gut ist“. Allerdings will sich Klauß bei seiner Vorbereitung auch nicht zu sehr auf einen taktisch sehr ähnlich aufgestellten Gegner konzentrieren, sondern lieber „die vielen Dinge in den Vordergrund rücken, die wir gut können“. Was der Club bislang nicht so gut konnte: gegen Konkurrenten aus dem oberen Tabellendrittel gewinnen. Gegen Regensburg, Paderborn und den HSV etwa reichte es trotz guter Leistungen nur zu Unentschieden, in Darmstadt setzte es eine 0:2-Niederlage.

Im Idealfall winkt Platz drei

Mit einem Sieg gegen St. Pauli könnte Nürnberg nun im Idealfall bis auf Rang drei klettern. Allerdings gelten die Hamburger als so etwas wie Nürnbergs Angstgegner im Fußball-Unterhaus. In bislang 24 Zweitliga-Duellen gab es nur fünf Siege, neun Remis und zehn Niederlagen – gegen kein Team verlor der Club öfter. „Wir wissen, dass es ein richtiges Brett wird“, sagte Klauß und stellte den Zuschauern ein „attraktives Zweitliga-Spiel“ in Aussicht.

Wobei man auch bei der Schattenseite dieses Zweitliga-Schlagers wäre: Dass am Sonntag gemäß der aktuellen Pandemie-Auflagen nur 12 500 Fans ins Max-Morlock-Stadion kommen dürfen, „war für uns schon ein Schlag“, gestand Klauß. Zwar hält der Trainer die Maßnahmen angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen und überfüllter Intensivstationen für vernünftig: „Die Lage ist so, das müssen wir akzeptieren und das Beste daraus machen.“ Gerade aber die jüngsten Heimspiele vor 25 000 Zuschauern „haben sich nach einem richtig guten Fußballerlebnis angefühlt, das werden wir vermissen“.

Borkowski muss pausieren

Vermissen wird man auch wieder einmal Dennis Borkowski, der wegen einer „kleinen Muskelverletzung“ ausfällt. Alternativen für die Offensive bieten sich Klauß aber auch so genug. So drängt etwa Erik Shuranov nach seinem Jokertor zum 2:1 in Sandhausen zurück in die Startelf. Und eventuell könnte sogar Pascal Köpke nach über einjähriger Verletzungspause erstmals wieder im Kader stehen. Explizit bestätigen mochte Klauß das aber natürlich noch nicht.


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