"Mussten einige brenzlige Situationen überstehen"

Nach Sieg gegen Düsseldorf: Der Club bleibt selbstkritisch

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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15.8.2021, 08:51 Uhr
Glücklicher Club: Endlich gab es Grund zum feiern.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Glücklicher Club: Endlich gab es Grund zum feiern.

Wer das Zweitligaspiel des 1. FC Nürnberg gegen Fortuna Düsseldorf verpasst hatte und sich danach nur anhören konnte, was die Hauptdarsteller zu sagen hatten, der musste befürchten, dass alles wieder einigermaßen schief gegangen war. War es aber nicht. Der Club hatte ein Spiel, das beinahe über die kompletten 90 Minuten auf Augenhöhe verlaufen war, tatsächlich gewonnen. Es war nach zwei Unentschieden zum Start der erste Sieg für die Mannschaft von Robert Klauß. Wirklich euphorisch wollte aber niemand werden nach dem - rechnet man den Pokalauftritt in Ulm mit ein - dritten Pflichtspiel ohne Gegentor in dieser Saison.

Und es stimmte ja: Leicht war ihnen dieser Erfolg nicht gefallen. Das sah man zum Beispiel am Norweger Mats Möller Daehli. Der hatte so gespielt wie immer: wuselig, den Gegner nervend und immer mit einer guten Idee in der Offensive. Er hatte das nur nicht so lange durchgehalten an diesem Samstag: Nach 80 Minuten war Schluss, Möller Daehli musste entkräftet vom Platz.

Sie hatten das so erwartet, sagte später Klauß, dass sie häufiger und vor allem früher wechseln müssen, weil es anstrengend werden, ob des Hochsommers, der ausnahmsweise mal vorbei geschaut hatte im Max-Morlock-Stadion. Möller Daehli musste also ein Spiel frühzeitig beenden, über das sein Trainer später unter anderem das sagte: "Ab der Trinkpause hatten wir in der ersten Halbzeit nicht mehr genug Ballbesitz." Oder: "Das war mit Ball zu wenig." Und: "Wir haben zu viele Flanken zugelassen. Wir haben trotz eines nicht guten Spiels gewonnen."

Das klang alles einigermaßen ernüchternd, war aber vielleicht gar nicht so gemeint. Auch Christopher Schindler, der den Club per Hinterkopf in Führung gebracht hatte, beklagte ja, dass da viele Automatismen nicht gepasst hatten beim Club. Aber es ging eben auch "gegen eine wirklich gute Mannschaft", wie es Möller Daehli selbst formulierte.

Diese wirklich gute Mannschaft war mit einem Sieg und einer Niederlage in die Spielzeit gestartet und schielt schon auch auf einen der Aufstiegsplätze. Es hätte diesmal wenigstens ein Unentschieden herausspringen können, weshalb Trainer Christian Preußer nach dem Spiel betonte, was sie noch lernen müssen, wenn sie ein Spitzenteam werden wollen: "Wir müssen lernen, so ein enges Spiel auf unsere Seite zu ziehen."

Alles kann besser werden

Der Club konnte das diesmal schon, vielleicht ist das schon eine Entwicklung. Zu euphorisch wollte Klauß zwar nicht werden nach dem Erfolg, den sehr spät Enrico Valentinis Elfmetertreffer endgültig sicherte, aber freuen wollte er sich schon. Also: "Ich freue mich, dass wir ein enges Spiel mal auf unsere Seite gezogen haben."

Vor allem haben sie mal wieder eine Führung ins Ziel gebracht - eine Übung, die ihnen in der Vergangenheit mitunter nicht gelungen war. "Wir mussten einige brenzlige Situationen überstehen", sagte Klauß über eine turbulente Schlussphase. Sie haben sie überstanden. Und bald könnte alles noch besser werden, glaubt Schindler, wenn sie sich alle nur noch mehr aneinander gewöhnen. Dann klingen in der Nachbetrachtung Erfolge irgendwann bestimmt auch wie Erfolge.


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