Der Achse fehlt ein Knipser

Schnäppchensuche in der "Boutique": So plant Rebbe den neuen Club-Kader

Uli Digmayer
Uli Digmayer

Sportredaktion

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3.5.2022, 10:14 Uhr
Sportdirektor Olaf Rebbe ist davon überzeugt, dass er auch in der nächsten Saison mit Lino Tempelmann Club-Siege bejubeln darf.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, NN Sportdirektor Olaf Rebbe ist davon überzeugt, dass er auch in der nächsten Saison mit Lino Tempelmann Club-Siege bejubeln darf.

Seinen 44. Geburtstag konnte Olaf Rebbe am Sonntag in der Gewissheit feiern, auch nächste Saison Sportdirektor eines Fußball-Zweitligisten zu sein. Die Freude darüber, dass man am Valznerweiher nun zumindest Planungssicherheit hat, hielt sich allerdings in Grenzen. Nicht, weil Rebbe allzu enttäuscht gewesen wäre vom nun auch faktischen Aus im Aufstiegsrennen, sondern weil er seinen 1. FC Nürnberg unabhängig von der Ligenzugehörigkeit mit Blick auf das zu komplettierende Personalpuzzle eh schon auf einem guten Weg wähnt.

"Wir haben immer betont, dass wir organisch wachsen wollen", betont Rebbe, einen großen Umbruch soll es diesmal nicht geben: "Der Kader bleibt im Großen und Ganzen zusammen, und wir haben eine stabile Achse." Dass es dieser Achse vorne noch an einem Angreifer mit zweistelliger Trefferquote mangelt, hat auch Rebbe erkannt. Dieses Manko zu beheben, dürfte "die Hauptaufgabe" der nächsten Wochen werden.

Generell sieht Rebbe gerade mit Blick auf das Entwicklungspotenzial eigener Talente wenig Handlungsbedarf, "ich gehe davon aus, dass sich die Mannschaft weiter verbessert. Spieler wie Schleimer, Duman oder Fischer haben ja gerade erst angefangen".

Es bleibt angesichts der durch die Pandemie verschärften wirtschaftlichen Situation auch kaum eine andere Wahl. Den Transfermarkt vergleicht Nürnbergs Kaderplaner aktuell mit einer "Boutique, es gibt wenig und ist meistens teuer". In welchen Regalen der Club nach Schnäppchen suchen muss, dürfte davon abhängen, wer noch geht.

Bye-bye Borkowski

Fix sind die Abgänge von Nikola Dovedan, Konstantin Rausch und Patric Klandt. Auch Dennis Borkowski, der oft verletzt war und in seiner Entwicklung stagnierte, wird zu RB Leipzig zurückkehren. "Eigentlich bringt er alles mit, um ein Top-Stürmer zu werden" sagt Rebbe, "leider hat er es hier nicht auf den Platz gebracht."

Im Gegensatz zur anderen Leipziger Leihgabe Tom Krauß, der in zwei Jahren in Nürnberg zu einem ambitionierten Profi gereift ist und wohl auf den persönlichen Aufstieg hoffen darf – ob nun in Sachsen oder bei einem anderen Bundesligisten. Die Entscheidung über die Zukunft des U21-Nationalspielers soll in den nächsten Tagen fallen. Mit dem in der Winterpause vom 1. FC Köln ausgeliehenen Jens Castrop stünde eine reizvolle Alternative bereits parat. "Er hat auf jeden Fall das Potenzial, wir trauen ihm viel zu", sagt Rebbe.

Auf der Zielgeraden befinden sich die Gespräche mit Linksverteidiger Tim Handwerker. "Wir haben ihm viele gute Argumente aufgezeigt, den Weg hier mit uns weiterzugehen", findet Rebbe. Ob anderen Vereinen noch bessere Argumente eingefallen sind, bleibt abzuwarten.

Betont gelassen gibt sich der Sportdirektor im Falle von Lino Tempelmann. Dass der Mittelfeldmotor angeblich dank einer Vertragsklausel bereits im Sommer vom SC Freiburg zurückbeordert werden könnte, scheint Rebbe nicht weiter zu tangieren: "Wir haben mit Freiburg eine langfristige Leihe vereinbart, und ich gehe davon aus, dass Lino bei uns noch ein Jahr Gas gibt."

Geldsegen dank Cerin?

Offen scheint, wie es mit den noch bis Saisonende verliehenen Linus Rosenlöcher (Esbjerg fB) und Adam Gnezda Cerin (HNK Rijeka) weitergeht. Vor allem der Slowene könnte einen willkommenen Geldsegen bescheren. "Er ist zum absoluten Stammspieler und A-Nationalspieler gereift. Europaweit schauen viele Vereine auf den Jungen", weiß Rebbe. Und Transfererlöse bleiben nun mal "eine ganz wichtige Säule" für den Club. Erst recht in der Zweiten Liga.

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