Kommentar zur Trennung von Klauß

Trainer-Aus beim FCN: So konnte es nicht weitergehen

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Wolfgang Laaß

NN-Sportredaktion

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3.10.2022, 10:32 Uhr
Nicht mehr Trainer des 1. FC Nürnberg: Robert Klauß.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Nicht mehr Trainer des 1. FC Nürnberg: Robert Klauß.

Die Gefahr, dass ihm seine Sätze schon zwei Tage später um die Ohren fliegen könnten, hat Robert Klauß offenbar nicht gesehen. Julian Nagelsmanns früherer Assistent bei RB Leipzig wollte sich vor allem daran messen lassen, wie sein Club Fußball spielte. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel in Karlsruhe hatte der nunmehr Ex-Trainer des 1. FC Nürnberg deshalb auch öffentlich darum gebeten, die Leistungen seiner Mannschaft nicht nur anhand der Ergebnisse zu bewerten, sondern auch inhaltlich.

Dass die Tor-Statistik zum indiskutablen Auftritt in Karlsruhe noch der angenehmste Teil der Analyse werden sollte, ließ auch den dafür Verantwortlichen einigermaßen ratlos zurück. Wie nur in dieser noch jungen Saison schon die ersten 45 Minuten in Sankt Pauli, Sandhausen oder Darmstadt, die zweiten 45 Minuten in Braunschweig oder die 90 Minuten gegen Heidenheim oder jetzt in Karlsruhe.

Der Absturz ist nicht zufällig passiert oder nach durchweg unglücklichen Verläufen; vielmehr schien die Mannschaft, natürlich geschwächt durch etliche Verletzte, unter Klauß‘ Regie einfach nicht fähig oder willens gewesen zu sein, ihr Leistungsvermögen auch mal über einen längeren Zeitraum abzurufen. Mindestens zwei Siege in Folge gab‘s letztmals im Februar – nach einem 0:5 gegen Ingolstadt und einem 1:4 in Karlsruhe.

Ständiges Auf und Ab

Ansonsten hat es Klauß in seinen mittlerweile über 26 Monaten einfach nicht verstanden, seinen Fußballern so etwas wie Konstanz beizubringen und vor allem eine angemessene Art und Weise, wie sie den 1. FC Nürnberg an den Wochenenden gefälligst zu repräsentieren haben, von einer Entwicklung ganz zu schweigen. Das ständige Auf und Ab nervte ihn natürlich auch, zumal es auf ihn zurückfiel, ebenso merkwürdige Formationen wie in Karlsruhe. Wo er Kwadwo Duah, Mats Möller Daehli und Lino Tempelmann mal wieder auf Positionen beorderte, die ihre eigentlichen Stärken kaum zur Geltung kommen ließen.

Sich jetzt hinzustellen und auf Erfahrungswerte zu verweisen ("Die Situation kennen wir, wir haben sie in den vergangenen Jahren schon zwei, dreimal gemeistert"), war für die gemeinsame Zukunft eher kein so gutes Zeichen. Gefühlt alle sechs bis acht Wochen musste Klauß an die so genannten Basics appellieren, seine Profis ermahnen, doch bitte alles zu geben für ihren Arbeitgeber.

Am Sonntag vermisste er, zum x-ten Mal: "Intensität, Zweikampfhärte, Sprints, Leidenschaft, Moral“. Damit hat er letztlich selbst erklärt, warum er jetzt nicht mehr Trainer des 1. FC Nürnberg sein darf.

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