Formstarker Rechtsverteidiger

Wie sich Valentini vor der Nordkurve einen Kindheitstraum erfüllt hat

Fadi Keblawi
Fadi Keblawi

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31.7.2022, 09:59 Uhr
Der liebe Gott meint es gerade gut mit ihm: Enrico Valentini ist in Form.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Der liebe Gott meint es gerade gut mit ihm: Enrico Valentini ist in Form.

Die Datenlage ist vielleicht noch nicht ganz repräsentativ, aber nach den Eindrücken der bislang drei Pflichtspiele des 1. FC Nürnberg 1. FC Nürnberg in der Saison 2022/23 steht jetzt erst einmal fest: Enrico Valentini ist beim Club die größte Gefahr für das Tor des Gegners. Das wird wahrscheinlich nicht so bleiben, weil Valentini ja ein Rechtsverteidiger ist und in diesem Vielleicht-Abschiedsjahr auf dieser Position eigentlich nur als Nummer zwei hinter Jan Gyamerah vorgesehen ist.

Trotzdem: Valentini hat jetzt in drei Spielen zwei Tore geschossen – hinter ihm in der Rangliste folgen die Offensivspieler Kwadwo Duah, Christoph Daferner, Johannes Geis und Manule Wintzheimer. Wichtiger für Valentini und seinen Trainer Robert Klauß ist aber der Umstand, dass Valentini in allen drei Spielen auch als Rechtsverteidiger sehr okay ausgesehen hat.

Eingewechselt zum Auftakt beim FC Sankt Pauli, noch etwas früher eingewechselt im Derby gegen das Fürther Kleeblatt und nun 90 Minuten im Pokal beim 1. FC Kaan-Marienborn. Schon nach dem Derby hatte Klauß ein Lob übrig für Valentini und darauf hingewiesen, dass der nicht nur deshalb zur Pause eingewechselt worden war, weil Gyamerah schon gelbbelastet war. Gute Trainingsleistungen hätten schon auch dazu geführt, sagte Klauß.

Diesmal führten die guten Trainingsleistungen zu einem Startelfeinsatz und zu einem weiteren Treffer. Den ersten hatte Valentini in Hamburg mit Wucht und dem rechten Fuß erziel, den zweiten am Freitag mit Gefühl, dem linken Fuß und dank der abfäschenden Hilfe eines Käner Abwehrbeines.

Doch noch ein Jahr?

Also: Lässt da einer vielleicht gar nicht die Profi-Karriere in aller Entspanntheit ausklingen? Natürlich nicht, sagt Valentini und denkt sogar über ein weiteres Jahr als Spieler nach: „Wenn ich Gas gebe und gut genug spiele und die Verantwortlichen sehen, was ihnen gefällt – warum nicht.“

Im Moment spielt er gut genug -Klauß freut es. „Es gibt kaum gesetzte Positionen, wir haben fast überall einen Konkurrenzkampf und das ist so gewollt“. Im Konkurrenzkampf auf der rechten Abwehrseite liegt immer noch Neuzugang Gyamerah vorne, aber Valentini ist jetzt gerade sehr zufrieden, wie sich dieses Fußballjahr für ihn entwickelt. Ein erster Höhepunkt liegt ja auch schon hinter ihm. Nach dem Erfolg im Derby durfte er auf dem Zaun vor der Nordkurve ein Lied anstimmen. „Ein Kindheitstraum“, sagt Valentini, ist damit in Erfüllung gegangen. Weil es ein Lied war, in dem das Kleeblatt nicht besonders gut wegkommt, will er sich Ausflüge nach Fürth in nächster Zeit sparen.

Irgendwann fährt er aber wieder in die Nachbarstadt. „Ich hasse nichts und niemanden“, sagt Valentini, „man kann ja in Fürth ganz gut essen gehen.“ Gutes Essen gibt es also in Fürth, den derzeit etwas besseren Fußball in Nürnberg – auch dank der Torjägerqualitäten von Valentini.

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