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90. +3! Magyar nickt Fürth zum Last-Second-Sieg

Weiß-Grüner Wahnsinn: Das Kleeblatt beugt starke Magdeburger spät - 23.11.2018 20:20 Uhr

Magyar macht's! Der großgewachsene Abwehrspieler - von Damir Buric erst in der 76. Minute gebracht - köpfte das Kleeblatt zum 3:2-Heimsieg. © Sportfoto Zink / WoZi


  Alle warteten auf den Heißmann-Effekt. Der beliebte Fürther Komödiant Volker Heißmann, deutschlandweit bekannt als das 90-jährige Mariechen, war erst wenige Stunden vor Anpfiff als neuer Vizepräsident des Vereins vorgestellt worden. Ein reiner "Spaßonkel", so antwortete Heißmann bei der Vorstellung auf Nachfrage, wolle er aber nicht sein.

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3:2 in der Nachspielzeit! Magyar vermiest Magdeburgs Pyro-Party

Bis kurz vor Ende der regulären Spielzeit sah im Ronhof alles nach einer Niederlage der Weiß-Grünen aus. Mutige Gäste aus Magdeburg führten in Fürth nicht unverdient mit 2:1. Doch dann bäumten sich zuvor drei Spiele sieglose Kleeblättler noch einmal energisch auf.


Das traf sich gut, denn zum Lachen war beim Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg keinem Kleeblatt-Fan zumute. Dafür war die Mission zu ernst: Die Spielvereinigung wollte nach drei sieglosen Partien endlich wieder die vollen drei Punkte, die Magdeburger wiederum reisten mit nur einem Sieg in der bisherigen Saison auf dem Konto an, dazu saß vorne im Mannschaftsbus erstmals Michael Oenning als Trainer.

Und weil deshalb niemand so recht wusste, wie die Gäste auftreten würden, wollte Kleeblatt-Coach Damir Buric mit seiner Aufstellung ebenfalls für Unberechenbarkeit sorgen. Also veränderte er seine Startelf nach dem 0:4 in Berlin auf drei Positionen: Für Maximilian Wittek, der nach seiner Augenverletzung noch nicht wiederhergestellt ist, Richard Magyar und Maximilian Sauer (Gelbsperre) kamen Maximilian Bauer, erstmals Paul Jaeckel und Kapitän Marco Caligiuri zum Einsatz. Jaeckel, der 20-jährige Neuzugang aus Wolfsburg, bildete mit U19-Nationalspieler Bauer und Abwehrchef Mario Maloca eine Dreierkette – damit wollte Buric der Wundertüte von Magdeburgs neuem Trainer Michael Oenning eine Überraschung entgegensetzen. Doch wie ein Bollwerk wirkte das Defensivgebilde zunächst nicht. Die Magdeburger durften zwei brandgefährliche Angriffe aufziehen, während die Gastgeber erst Ballsicherheit entwickeln mussten.

Keita-Ruel trifft kernig 

Und die gipfelte nach einer halben Stunde in der Führung. Tobias Mohr zeichnete mit dem Ball eine diagonale Linie durch die gegnerische Hälfte, Daniel Keita-Ruel war ein dankbarer Abnehmer und durchschoss fast das Tornetz. Dieses 1:0 war schon sein achtes Saisontor. Vor der Pause hätte David Atanga sogar noch erhöhen können, setzte aber einen Lupfer über den herausgeeilten FCM-Keeper Alexander Brunst und einen Kopfball in die Arme des Torwarts. Das sollte sich rächen. Denn erneut war es die linke Fürther Abwehrseite, die vor dem 1:1 nicht ganz sattelfest war. Christian Beck hieß der Schütze, der sogar zwei Versuche gestattet bekam, den Ball im Tor unterzubringen. Das war bitter, denn eigentlich hatten die Fürther den wütenden Gegner im Griff.

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Licht und Schatten: Die Noten für das Last-Minute-Kleeblatt

Beim unterhaltsamen 3:2 gegen Magdeburg machten couragierte Gäste über weite Strecken die Musik. Den Schlussakkord setzte jedoch die Spielvereinigung, die sich nach drei sieglosen Spielen wieder einmal ausgiebig freuen durfte. Dann waren Sie gefragt: Wir wollten von Ihnen wissen, wie Sie die Leistung der Kleeblatt-Kicker bewerten - und hier ist die Auswertung!


Leider bot sich nach der Pause ein anderes Bild: Die Magdeburger, die weit vor den Gastgebern wieder aus der Kabine gekommen waren, kamen nach einer wunderschönen Einzelleistung von Felix Lohkemper erneut zum Torerfolg – diesmal über die rechte Fürther Abwehrseite, Caligiuri hatte sich schwindlig spielen lassen. Buric reagierte, indem er die Angreifer Shawn Parker und Fabian Reese brachte. Doch statt Parker kam auf der anderen Seite Lohkemper zu Chancen. Und kurz darauf durfte sich der 18-jährige Bauer noch bei Schiedsrichter Markus Schmidt bedanken, dass er bei seinem Foul an Lohkemper als letzter Mann vor Burchert nur Gelb sah. Immerhin blieb es für die Zuschauer spannend. Oenning hatte in der kurzen Zeit seit seinem Amtsantritt zwei Wochen lang Passspiel üben lassen, den Fürthern sprang noch bis zum Schlusspfiff oft der Ball vom Fuß. Doch warum genau passen, wenn man bis zum Umfallen rennen kann?

Parker und Herztropfen 

Die Schlussphase ging so: Direkter Freistoß Parker: 2:2. Im Gegenzug verlangte Marcel Costly Burchert eine Glanztat ab. Und als drei Minuten auf der Anzeigetafel des vierten Offiziellen stand, stieg der eingewechselte Richard Magyar in den Nachthimmel und nickte einen Ball nach Ecke von Mohr in die Maschen: 3:2. Mit diesem Sieg hatte niemand mehr gerechnet, außer die Mannschaft. War das der Heißmann-Effekt? Wenn ja, dann sollte das Mariechen beim Stadionbesuch seine Herztropfen nicht vergessen. 

SpVgg Greuther Fürth: Burchert - Bauer, Maloca, Jaeckel (76. Magyar) - Caligiuri, Mohr (56. Parker) - Gugganig (56. Reese), Ernst - Green, Atanga - Keita-Ruel

1. FC Magdeburg: Brunst - Müller, Erdmann, Schäfer - Niemeyer (68. Costly), Rother, Weil, Türpitz (90. +2 Handke) - Bülter, Beck, Lohkemper (82. Berisha)

Tore: 1:0 Keita-Ruel (30.), 1:1 Beck (40.), 1:2 Lohkemper (49.), 2:2 Parker (88.), 3:2 Magyar (90. +3)  | Gelbe Karten: Ernst, Bauer, Reese, Mohr -  / | Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart) | Zuschauer: 

+++ Der Live-Ticker zum Nachfeiern +++

Martin Schano Fürther Nachrichten E-Mail

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