Bayernliga

"Das war ein Schock": Adelmann verlässt den ATSV Erlangen

Katharina Taubeneder
Katharina Taubeneder

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28.11.2021, 14:05 Uhr
Starke Bilanz: Fabian Adelmann hat mit dem ATSV Erlangen zehnmal gewonnen, zweimal Unentschieden gespielt und nur einmal verloren.
 

Starke Bilanz: Fabian Adelmann hat mit dem ATSV Erlangen zehnmal gewonnen, zweimal Unentschieden gespielt und nur einmal verloren.   © Sportfoto Zink / Melanie Zink, NNZ

Viel diskutieren wollte Jörg Markert nicht. "Wenn ein Trainer oder ein Spieler auf einen zukommt und den Verein verlassen will, wird er seine Gründe haben, und in diesem Fall konnte man es nachvollziehen." Dem Fußball-Abteilungsleiter des ATSV Erlangen blieb also keine Wahl. Er musste seinen Erfolgscoach ziehen lassen. Nach nur drei Monaten.

"Ein Trainer mit höheren Zielen bleibt nicht ewig bei uns"

Schon als sich Fabian Adelmann für ein Engagement an der Paul-Gossen-Straße entschieden hatte, ließ das aufhorchen. Ein in der Region angesehener NLZ-Trainer, der einst sogar bei den Profis des 1. FC Nürnberg an der Seitenlinie stand, wechselte in der Fußball-Bayernliga. Das versprach Großes.

Fabian Adelmann hielt das Versprechen ein, schneller als gedacht. Er führte den ATSV an die Tabellenspitze. Seit seinem ersten Auftritt, dem 1:0 bei Eintracht Bamberg Anfang September, haben die Erlanger zehnmal gewonnen, zwei Remis geholt - und nur einmal verloren, beim 0:1 gegen den Würzburger FV. Dass es so gut lief, ist natürlich der Hauptgrund, warum Vereine auch außerhalb Frankens auf Adelmann aufmerksam geworden sind.

"Man hat gemerkt, dass er für sein Alter eine wahnsinnig hohe Qualität hat, das war bemerkenswert", sagt Markert. "So ein Trainer mit höheren Zielen bleibt nicht ewig bei uns, das war uns bewusst. Dass es nach drei Monaten schon Schluss ist, war aber ein Schock."

Vor eineinhalb Wochen hat Adelmann seinen Verein informiert, dass er sich zur Winterpause dem FC Memmingen anschließen möchte. Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen: "Der Verein hat vor Ort sehr gute Möglichkeiten, eine ganz andere Infrastruktur als der ATSV, auch mit einem Stadion. Es ist ein gestandener Regionalligist", beschreibt der der 29-Jährige seinen neuen Arbeitgeber, für den er künftig hauptberuflich tätig ist. Auch das ein Unterschied zum Bayernliga-Job.

"Mein Ziel war, nach dem Club irgendwann wieder hauptberuflich als Trainer zu arbeiten. Dass es so schnell gehen würde, habe ich auch nicht erwartet", gibt Adelmann zu. Im Fußball wisse man nie, "ob noch einmal so ein Angebot kommt". Trotzdem habe er "diese Entscheidung nicht in fünf Minuten getroffen", gerade weil es mit dem ATSV "außerordentlich gut" lief. Am Ende aber sprach alles für Memmingen.

"Egal welcher Trainer kommt, wird es brutal schwer haben"

Für Fabian Adelmann, der bis zu seinem Kreuzbandriss für den FC Ottensoos gespielt hat und noch im Nürnberger Land wohnt, bringt das neue Engagement auch den ersten großen Umzug mit. "Pendeln macht keinen Sinn, ich will das ganze dort auch ordentlich machen", sagt der heimatverbundene Franke. "Ich sehe das positiv: Sowohl beim Club als auch in Erlangen habe ich im gewohnten Umfeld arbeiten können. Für meinen nächsten Entwicklungsschritt braucht es auch ein neues Umfeld." Einen Eindruck seiner neuen Mannschaft will sich Adelmann bereits am Dienstag verschaffen, dann ist der FC Memmingen zu Gast beim SC Eltersdorf (Anstoß 19 Uhr, für Zuschauer gilt 2G-Plus).

Der ATSV Erlangen hingegen ist als Bayernligist bereits in der Winterpause und hat nun Zeit, einen Nachfolger für Fabian Adelmann zu suchen. Karim Farhan, dessen bisherigen Co-Trainer, bleibt dem Klub erhalten. Keine leichte Aufgabe für Jörg Markert, doch was weiß er selbst: "Egal welcher Trainer jetzt kommt, wird es brutal schwer haben, den Erfolg von Fabi zu toppen."

Besser als die Herbstmeisterschaft wäre ja eigentlich nur: die echte Meisterschaft. "Im Verein herrscht sehr viel Optimismus", sagt Markert. "Jeder leistet seinen Beitrag. Es ist ein anderes Feeling, wenn man da oben steht. Dann macht alles mehr Spaß." Klar, dass es auch im neuen Jahr so bleiben soll.

Auch die U23 ist in der Kreisliga auf Aufstiegskurs

In der zweiten Mannschaft läuft es aktuell ebenfalls überragend, auch in der Kreisliga 1 steht der ATSV auch Platz eins. "Wir möchten alles daran setzen, in die Bezirksliga hoch zu gehen", sagt Markert, "da wir viel Wert auf die Jugendarbeit legen." Die Talente hätten sich sich verdient, künftig eine Klasse höher zu spielen. "Dann könnten die U23-Spieler in der Bezirksliga Erfahrung sammeln uns so nach oben rutschen in eine gute Bayernliga-Mannschaft." Oder bald vielleicht sogar in die Regionalliga? Spielt der ATSV Erlangen so weiter, könnte es zur neuen Saison ein baldiges Wiedersehen mit Fabian Adelmann geben.

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