Montag, 21.10.2019

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Beunruhigender Leerlauf: Club enttäuscht gegen KSC

Ex-FCN-Trainer Alois Schwartz zieht Nürnberg den Zahn - 22.09.2019 11:54 Uhr

Es kann mitunter schmerzvoll sein, in diesen Wochen ein Spiel des 1. FC Nürnberg anzusehen. Immerhin wurde Nikola Dovedan in dieser Szene mit einem Elfmeterpfiff belohnt. © Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / DaMa


Immerhin diese Quote stimmt aktuell: 100 Prozent, das klingt nicht schlecht. Im Gegenteil, besser geht es schlicht nicht. Die Zahl steht für die verwandelten Elfmeter des 1. FC Nürnberg in der aktuellen Spielzeit, und wir erinnern uns: das war vergangene Saison noch ganz anders. Zwei von sechs Strafstößen verwandelte der FCN in der 1. Bundesliga, nur zwei von sechs, das macht 33 Prozent. Dass eine solche Statistik nach genau einem zugesprochenen Elfmeter 2019/20 wenig aussagekräftig ist, weiß jeder, der sie liest.

Und dennoch kann der Wert – und übrigens auch die Art und Weise, wie Johannes Geis den Ball gegen Karlsruhe aus elf Meter in die Maschen hämmerte - ein Trostpflaster sein für all diejenigen, die lieber auf das Positive schauen, als sich von ihrem Club die Stimmung verderben zu lassen. Denn sonst war da einfach nicht viel, an diesem vorletzten Sommertag im Nürnberger Max-Morlock-Stadion, das Mut macht, das Spaß macht.

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Der Absteiger aus Nürnberg hatte gegen den Aufsteiger aus Karlsruhe zwar deutlich mehr Ballbesitz (62 Prozent), dennoch wirkten die Gäste spritziger, eingespielter und vor allem zielstrebiger. Sie gewannen mehr Zweikämpfe (58 Prozent), schlugen mehr Flanken (15:10) und schossen mehr Ecken (8:1) als die Mannschaft von Trainer Damir Canadi, die nach besagtem Elfmeter viel zu passiv wurde.

Die Innenverteidiger Lukas Jäger (112) und Lukas Mühl (96) hatten mit Abstand die meisten Ballkontakte auf Seiten der Nürnberger, was ganz und gar nicht unüblich ist, schließlich beginnt der Spielaufbau ja meistens hinten. Der KSC ließ das aber auch gerne zu, weil Trainer Alois Schwartz wusste: Kreativ wird dieses nicht eingespielte Duo selten, die Tempoverschärfer im Clubspiel heißen Geis, Dovedan und Hack.

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Die Gäste verstanden es mit einer guten Ordnung, die gefährlichen Räume zuzustellen und dem Club die Geschwindigkeit zu rauben, wie Schwartz in der Pressekonferenz nach Spielschluss treffend analysierte. So dass sich nach dem Seitenwechsel ein höhepunktarmes Spiel entwickelte, das wie ein Abziehbild zu den bisherigen Auftritten (Ausnahme: Heidenheim) passte. Die Mannschaft wirkt noch nicht richtig eingespielt, vereinzelten, guten individuellen Ansätzen stehen immer wieder Phasen kollektiven Leerlaufs gegenüber.

Überraschen muss das noch nicht, schließlich standen am Samstag sechs Neuzugänge in der Startformation, mit dem eingewechselten Gnezda Cerin gab ein weiterer Mann seinen Einstand beim FCN. Verärgern darf es den Anhang aber ganz sicher, denn die Erkenntnisse nach sieben Spieltagen lauten: Ganz offensichtlich brauchen Trainer und Mannschaft nach dem Umbruch mit 18 Zu- und 17-Abgängen noch mehr Zeit, um sich zu finden. Und: In der momentan Form (fünf Punkte und 4:7 Tore aus vier Heimspielen) steht der Club genau dort, wo er hingehört: im Tabellenmittelfeld.

Die gute Nachricht lautet also: Es ist noch viel Luft nach oben. Wenn auch nicht bei den Elfmetern.

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