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Bye, Bye, Bundesliga! Schommers stellt die Charakterfrage

Mit einem Sieg kann der FCN eine Schmach umgehen - Coach verabschiedet sich - 16.05.2019 16:23 Uhr

Freuen in Freiburg - und dann ist Schluss: Boris Schommers will in seinem und Nürnbergs vorerst letzten Bundesliga-Spiel noch einmal gute Laune haben. © Sportfoto Zink / DaMa


An der Tabellenspitze ist das Rennen offen wie selten in den vergangenen Jahren, im Keller aber ist die Sache entschieden: Nach der 0:4-Niederlage ist das Schicksal des FCN klar - völlig egal ist das letzte Spiel der Saison - und damit auch die vorerst letzte Bundesliga-Partie - aber nicht. Aus Sicht der FCN-Anhänger muss ihr Verein gewinnen, um in den nächsten Tagen im Büro nicht ständig süffisant grinsenden Fürth-Fans aus dem Weg gehen zu müssen. Selbige haben sich mit ihrem 21-Punkte-Abstieg in der Saison 2012/2013 nämlich in die Liste der 10 schlechtesten Bundesliga-Absteiger manövriert. Der FCN steht derzeit bei 19 Zählern und braucht folglich einen Sieg, um dort nicht selbst ein zweites Mal nach der Saison 1983/84 mit umgerechnet 20 Punkten aufzutauchen. 

Boris Schommers ist das zwar nicht wichtig, weil ihn "Statistiken überhaupt nicht interessieren", würde aber trotzdem gerne gewinnen. Er will die Bundesliga und auch sein letztes Spiel als FCN-Trainer mit "einem positiven Ergebnis beenden". 

"Wo kommt der denn auf einmal her?"

Und damit das nicht an der mangelnden Einstellung mancher Spieler scheitert, die sich gedanklich bereits in die Sommerpause verabschiedet haben könnten, hat sie Schommers im Training "die Charakterfrage" beantworten lassen. Will heißen: "Ich habe geschaut, wer die Motivation findet, dieses letzte Spiel noch zu bestreiten und wer sich in der schweren Phase in den Dienst der Mannschaft gestellt hat", so Schommers. "Es wird den einen oder anderen geben, bei dem man sich die Frage stellen wird: Wo kommt der denn auf einmal her?" 

Einer von ihnen wird Patric Klandt sein. Der eigentlich dritte Tortwart des FCN wird in Freiburg (Live-Ticker auf nordbayern.de) als Ersatzkeeper auf der Bank sitzen. Schommers will damit die "Loyalität und Leistung" belohnen, die der 35-Jährige, der lange in Freiburg gespielt hat,  im Laufe der Runde gezeigt habe. Nicht dabei sein werden die verletzten Ewerton, Matheus Pereira und Ondrej Petrak, der sich einer Leisten-Operation unterzogen hatte. Hinter dem Einsatz von Yuya Kubo, den Probleme mit dem Knie plagen, stellte Schommers ein Fragezeichen

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"Ich wünsche dem Club..."

Nach dem Spiel werden sich die Wege des FCN und Schommers dann trennen. "Ich verabschiede mich mit einem sehr, sehr positiven Gefühl", so der Noch-Trainer. "Ich habe hier sehr viel positive Resonanz erfahren." Bleiben möchte er aber nicht, ein mündliches Angebot des Vorstandes, in einer anderen Funktion als der des Cheftrainers für den Verein zu arbeiten, schlug er aus - und wiederholte als Begründung das, was er bereits in den vergangenen Wochen deutlich gemacht hat: "Für mich gibt es keinen rationalen Grund, an der Konstellation etwas  zu ändern", da die Mannschaft gute bis sehr gute Leistungen erbracht habe.  Dass Sportvorstand Robert Palikuca das offensichtlich anders sieht, damit kann er leben: "Es ist legitim, sich dagegen zu entscheiden", So Schommers. "Ich wünsche dem Club, dass er sehr gut in die nächste Saison startet und in der zweiten Liga erfolgreich ist." 

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