Das Lächeln des Siegers: René Weiler bleibt bescheiden

20.3.2016, 23:31 Uhr
Ab nach oben! René Weiler gibt die Richtung beim FCN vor.

© Sportfoto Zink Ab nach oben! René Weiler gibt die Richtung beim FCN vor.

Adrett gekleidet im schwarzen Hemd, immer ein verschmitztes Lächeln auf den Lippen, stellte er sich den Fragen von Moderator Markus Othmer, der wirklich alle Geschütze auffuhr, um den disziplinierten Weiler aus der Reserve zu locken. Darunter: launige O-Töne von Ex-Cluberern, der Vergleich mit FCN-Erfolgstrainern aus der Vergangenheit und sogar ein Blick über den großen Teich auf das Eierroulette von NFL-Legende Peyton Manning und NBA-Held "Magic" Johnson. Allein: Es half alles nichts.

Weiler, das fällt auf, wirkt hochkonzentriert. Hier und da ein kurzes Lächeln, der Rest ist eine Mischung aus schweizerischem Understandement und Akzent. In diesen Momenten ist es kaum zu glauben, dass der Trainer in der Kabine schon auch mal "aufbrausend" sein kann, wie Niclas Füllkrug im Einspielfilmchen versichert. Was der Angreifer aber am meisten an seinem Anleiter schätzt, ist dessen Ehrlichkeit.

Und auf die legt Weiler größten Wert. "Ehrlichkeit währt nunmal am längsten", phrasiert der Schweizer und füllt diese Floskel direkt mit Leben. Nämlich als er von den "vielen Fehlern" spricht, die beim FCN in den letzten Jahren begangen wurden und davon, dass der Club "sportlich und finanziell in Schieflage" war. Den Aufstieg noch in diesem Jahr hatte er eigentlich gar nicht für möglich gehalten, wegen der vielen "großen Probleme", die noch vor einem halben Jahr über dem Verein wie ein Damoklesschwert schwebten.

Zumindest sportlich sind die Nürnberger momentan auf einem sehr guten Weg, das 3:1 gegen Leipzig war bereits das 17. Spiel am Stück ohne Niederlage. "Es war ein spezieller Sieg, den Spitzenreiter zuhause nach einem Rückstand noch zu schlagen." Da ist er wieder, der smarte Schweizer. Dass Stunden zuvor das komplette Stadion ausflippte, als Burgstaller den Endstand besorgte, dass Tim Leibold Weiler im Überschwang der Gefühle an der Seitenlinie einfach zu Boden umarmte - all diese Emotionen drücken sich beim Trainer in der Formulierung "spezielles Spiel" aus. Nicht mehr und nicht weniger.

Dabei ist er doch selbst der Vater des Erfolgs. "Die richtigen Personalentscheidungen zu fällen ist immer noch das A und O", sagt Weiler am Sonntagabend. Wohlwissend, dass er mit der Hereinnahme Petraks für den Langzeitverletzten Erras genau die richtige Wahl getroffen hat. René Weiler weiß eben, was René Weiler kann. Und bleibt dennoch angenehm bescheiden. Pech für Markus Othmer.

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