Ecken einstudiert: Der FCN und dieses unglaubliche Gefühl

13.12.2020, 17:05 Uhr
"10000-mal geübt": Asger Sörensen kann sein Glück in der zweiten Minute der Nachspielzeit kaum fassen.

© Daniel Karmann, dpa "10000-mal geübt": Asger Sörensen kann sein Glück in der zweiten Minute der Nachspielzeit kaum fassen.

Mittwoch und Donnerstag hatte Asger Sörensen wegen eines Infekts nicht trainieren können und am Freitag nur individuell. Ganz fit konnte der Innenverteidiger des 1. FC Nürnberg eigentlich nicht sein am Sonntagnachmittag, trotzdem trugen ihn seine schweren Beine in der Nachspielzeit ein letztes Mal nach vorn.

Ein letzter Eckstoß von Johannes Geis von der rechten Seite. "Das haben wir 10000-mal auf dem Trainingsplatz geübt", sagte Matchwinner Sörensen später in ein paar Mikrofone, "ich sehe den Ball, habe ein gutes Timing - und dann geht er rein." Ins lange Eck. Zum 2:1-Endstand gegen Würzburg. Wieder nicht schön, aber wieder erfolgreich. 2:0 in Paderborn, 2:1 gegen die Kickers. "Die dreckigen Siege", sagte Sörensen noch, "nehmen wir auch mit."

Dass sein Club viel Mühe hatte gegen die kompakt verteidigenden Gäste, musste auch Manuel Schäffler eingestehen, dessen 1:0 in der 36. Minute eigentlich für etwas Entspannung hätte sorgen sollen. Anstatt nachzulegen fingen sie sich in der 54. Minute nach diversen Unachtsamkeiten den Ausgleich durch den Ex-Nürnberger Baumann.

Was Klauß mitnimmt

"Wir waren heute nicht ganz so gut, wie wir uns das gewünscht hätten", meinte Schäffler, "Würzburg hat es uns extrem schwer gemacht, das Spiel kann in beide Richtungen kippen." Und kippte zugunsten der Nürnberger. 90.+2. "Wir wollten unbedingt noch diesen Siegtreffer haben", sagte Schäffler, "dieses Gefühl ist unglaublich, darüber freuen wir uns".

Sein Trainer hatte bereits ein gutes, "als der Ball reingesegelt kam und ich Asger in der Luft stehen sah", genau so war es einstudiert. Ansonsten fand Klauß aber nicht mehr viel so richtig toll; "ich war grundsätzlich mit der Einstellung zufrieden, nicht ganz mit den Entscheidungen, die wir getroffen haben". Sprich: Zu viele Rückpässe, Tempoverschleppung, gegen den Ball mitunter nachlässig.

Was ihm gefallen hat: "Wie wir uns dagegengestemmt haben, wie wir noch versucht haben, anzulaufen, alles zu investieren, damit bin ich sehr einverstanden", sagte Klauß und nimmt mit: "Dass wir Spiele gewinnen können, auch wenn wir nicht unseren besten Tag haben." So wie am Sonntag. Vor Weihnachten gehe es ohnehin nur darum, so oft und so viel wie möglich zu punkten. Und nicht, "wer am schönsten Fußball spielt".


Nach der Partie gab der FCN bekannt, dass es einen positiven Corona-Befund im Umfeld der Mannschaft gab. Der daraufhin durchgeführte Testlauf ergab laut Vereinsinformationen bei allen anderen ein negatives Ergebnis. Die positiv getestete Person befinde sich derzeit - ohne Symptome - in häuslicher Quarantäne.


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