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Einfach knackiger: Behrens hat unter Schommers mehr Spaß

Club-Captain verrät: Ansprachen des neuen Cheftrainers sind deutlich kürzer - 15.02.2019 05:58 Uhr

Für Kapitän Hanno Behrens und seine restlichen Teamkollegen ist der Spaß am Fußball zurückgekehrt. © Sportfoto Zink/DaMa


 Vor allem am späten Montagabend, als sich die Beurlaubung des bisherigen Cheftrainers Michael Köllner abzeichnete, war selbst dem immer gutgelaunten Behrens überhaupt nicht nach lachen zumute.

"Man muss das erst einmal verarbeiten. Als Spieler hat man irgendwo ein schlechtes Gewissen. Man trägt ja Mitschuld an der Entwicklung, weil man die Leistung nicht so gebracht hat, dass der Trainer im Amt bleiben kann", sinnierte der gebürtige Elmshorner gestern im Talk mit den Medien, um dann aber auch gleich wieder zur Tagesordnung überzugehen: "Die Entscheidung wurde nun mal so getroffen, das haben wir zu akzeptieren. Wir fokussieren uns auf das Wesentliche: gut trainieren, gut auf die Spiele vorbereiten."

 

Das haben die Profis des 1. FCN – bis auf die angeschlagenen Georg Marggreiter und Kevin Goden, den virusgeschwächten Ewerton und den aus privaten Gründen abwesenden Virgil Misidjan – gestern zum zweiten Mal unter Anleitung von Interimstrainer Boris Schommers getan. Zuerst auf dem Platz, wo der Schwerpunkt auf dem Torabschluss lag, dann im Kraftraum. An der frischen Luft wurde auffällig viel gelacht, an den Geräten war die Arbeit wohl weniger vergnüglich. "Er fordert viel, aber wir haben auch Spaß", fasste Behrens die ersten Einheiten unter Schommers als Chef zusammen – um gleich diplomatisch hinterherzuschieben: "Wir hatten aber auch vorher schon Spaß."

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Was wohl nicht jeder Club-Profi so sieht. Dass sich der eine oder andere ungerecht behandelt fühlte unter Köllner, war auch Behrens nicht entgangen: "Wenn 30 Menschen zusammenarbeiten, gibt es immer kleine Streitereien. Aber großen Ärger gab es bei uns eigentlich nicht." Es läge nun mal in der Natur der Sache, dass der Trainer immer nur elf Mann aufstellen können, "und dann sind eben einige unzufrieden. Das wird auch so sein, wenn Boris die Mannschaft gegen Dortmund auf das Feld schickt."

Boris. Die Spieler duzen den neuen Chef, der vorher in seiner Rolle als Co-Trainer irgendwo auch ihr Vertrauter war. Deshalb sagt auch Behrens, dass das "kein kompletter Neustart" sei, auch wenn jetzt "alles schon einen Tick anders ist. Schließlich hat jeder Trainer seine eigenen Ideen, seine eigene Philosophie". Die Ansprache von Schommers sei "knackiger", es werde nicht mehr so viel geredet. Zudem setze auch der neue Co-Trainer Marek Mintal mit seiner Präsenz und Erfahrung neue Impulse, auch wenn man von der Vereinslegende "keine Wunderdinge" erwarten dürfe.

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"Positiv denken" ist in den nächsten Wochen angesagt, so der Kapitän. Der Glaube an den Klassenerhalt sei angesichts von nur drei Punkten Rückstand zum Relegationsplatz weiterhin vorhanden. Und auch die Hoffnung, dass sein Team am Montag "einen Tag erwischt, an dem wir Borussia Dortmund irgendwie packen können. Ganz wichtig wäre, mal in Führung zu gehen. Dann bekommt der Gegner Probleme, und man hat Räume. Leider ist uns das schon lange nicht mehr gelungen." Allerdings. letztmals vor fast vier Monaten beim 1:1 gegen Frankfurt am 28. Oktober.

Nicht mit dabei sein wird Youngster Simon Rhein. Der defensive Mittelfeldspieler wurde vom DFB-Sportgericht nach seiner Roten Karte für drei Spiele gesperrt und steht damit gegen Dortmund schon mal nicht zur Verfügung. 

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Harald Büttner

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