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Fanbus-Attacke im Steigerwald: FCN distanziert sich

"Feiger Übergriff": Fürther Fußball-Anhänger wurden wohl abgepasst - 05.02.2013 09:36 Uhr

"Unsere Fans haben natürlich wenig Verständnis für den Angriff. Rivalität ist ja schön und gut, aber dass das so eskaliert, das hat mit Fußball nichts mehr zu tun", sagt Nicolas Heckel, Fanbeauftragter der SpVgg. "Auf der Raststätte hätten auch Menschen zwischen die Fronten geraten können, die damit überhaupt nichts zu tun haben".

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Nächtlicher Angriff auf Fürther Fanbusse

Am 2. Februar wurden an der Raststätte Steigerwald-Süd vier Fanbusse der SpVgg Greuther Fürth überfallen. Die Busse wurden offenbar mit Flaschen und Steinen beworfen, mehrere Scheiben gingen zu Bruch. Zwei Tage später suchten 30 Beamte der Bereitschaftspolizei Würzburg sowie die Sonderermittler die Raststätte nach weiteren Spuren ab.


Dass der Überfall glimpflich ausging, ist vor allem der Tatsache zu verdanken, dass die meisten Fürther sich rechtzeitig in ihren Bussen in Sicherheit brachten. Bei den Angegriffenen handelt es sich um Mitglieder der "Horidos" und der "Sportfreunde Ronhof". Die Busse, die zum Teil schwer beschädigt  wurden, gehören zwei Unternehmen aus Langenzenn und Obertrubach.

Nicolas Heckel war mit dem eigenen Pkw schon wieder zurück aus Gelsenkirchen, als ihn zahlreiche Fans telefonisch über die eben erfolgte Attacke von etwa 50 vermummten Angreifern informierten. Seitdem steht sein Telefon nicht lange still. Dass beide Fanlager sich an der Raststätte verabredet haben, kann sich Heckel nicht vorstellen: "Da waren auf Fürther Seite von Senioren bis Kindern alles dabei, sogar ein Rentner mit seinem Enkel".

Vieles spricht auch in den Augen der Ermittler dafür, dass die Fürther an der Raststätte abgepasst wurden.  "Steigerwald Süd " ist ein beliebter Treffpunkt. "Unsere Busse halten da öfter, weil viele Fans aus dem Raum Westmittelfranken dort ein- und aussteigen", bestätigt Heckel. 

Ressort: Herzogenaurach..Foto: Edgar Pfrogner..Motiv: Suchaktion der Polizei in der Umgebung der Raststätte Steigerwald Süd wegen Überfall auf Fans der SpVgg Greuther Fürth..Datum: 04.02.12

04.02.2013 © Edgar Pfrogner


Die Angreifer sollen nach ersten Erkenntnissen dem Fanlager des 1. FC Nürnberg zuzuordnen sein, die Polizei wollte dies am Montag mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen aber noch nicht umfänglich bestätigen. Der FCN äußerte sich allerdings am Montagabend auf der vereinseigenen Homepage selbst zu den Vorfällen. Er "verurteilt derart kriminelle Handlungen auf das Schärfste" und gibt zu Protokoll, dass "solche Dinge in keiner Form etwas mit dem Fußball oder sportlicher Rivalität zu tun" haben.

Wenn wirklich Club-Anhänger an der gewalttätigen Aktion beteiligt waren, "erwartet" der 1. FC Nürnberg, dessen Sportvorstand Martin Bader bereits Kontakt zu Kleeblatt-Boss Helmut Hack aufgenommen hat, gegebenenfalls auch von seinen Fan-Clubs, sich  von diesem Zwischenfall öffentlich zu distanzieren. Wie wenig Toleranz man am Valznerweiher für einen "derart feigen Übergriff sogenannter Fans" hat, macht der FCN auch an eigenen "leidvollen" Erfahrungen fest. 2007 verlor eine unbeteiligte Anhängerin des Club - nach einer vergleichbaren Eskalation und einem Flaschenwurf - ihr linkes Augenlicht.     

War es ein Zufall, dass die SpVgg wenige Stunden vor der Attacke auf Schalke spielte und dort auch noch gewann? Dass der Fürther Sieg etliche Anhänger des FCN mächtig geärgert haben dürfte, ist klar. "Die Fanfreundschaft hat da für mehr Brisanz gesorgt", bestätigt Heckel. "Aber das hier, das ist kriminelle Energie. 50 Mann ziehen jetzt den Ruf von 40.000 Fans in den Schmutz".

Am Mittwoch treffen sich nun Fürther Vereins- und Fanvertreter mit der Polizei, die am Montag mit der Ermittlungskommission "Steigerwald" die Raststätte noch einmal nach Spuren abgesucht hat. Bis allerdings klar ist, wer wirklich hinter dem Angriff steckt, wird es noch dauern.

Indes hoffen die Verantwortlichen auf Fürther Seite auf die Vernunft der Fans: "Man kann nur appellieren, dass die Leute jetzt besonnen sind", sagt Heckel. "Racheaktionen will keiner."

Achim Bergmann/Andreas Pöllinger

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