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Fifa 20 oder Pro Evolution Soccer? Beide Games im Check!

Die Fußballsimulation ist Jahr für Jahr ein Spiegel der realen Fußballwelt - 26.09.2019 06:32 Uhr

Es ist keine geringe Auszeichnung, auf dem Cover einer der weltweit bekanntesten Sportspiel-Reihen zu landen. So ist beim ersten Blick auf das neue Fifa 20 nicht ganz klar, ob Eden Hazard auf das Logo seines neuen Vereins Real Madrid oder auf das von EA Sports zeigt. Jahr für Jahr erscheint unter diesem Label die Fußballsimulation Fifa, und bereits das Packungsdesign verrät viel darüber, wie Fußball zu einer bestimmten Zeit wahrgenommen wird. Den Anfang machte 1993 “Fifa International Soccer“ mit einem der in den Anfangsjahren üblichen, bieder gerahmten Szenenfotos. Später kamen dynamische Einzelporträts, etwa von Mehmet Scholl (2000) oder Lothar Matthäus (2001). Es folgte eine Ära heroischer Gruppenbilder wie jenes mit Ronaldinho, Wayne Rooney und Lukas Podolski im Jahr 2006.

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Fifa 2020 ziert nun ein knallig pinkes Cover, das wie das Selfie eines Instagram-Stars wirkt. Das Personal auf der Hülle ist für Fans fast ein Politikum. Richtig leidenschaftlich wird es aber, wenn es um die grundlegende Ausrichtung der Software geht. Die Fachsimpelei macht bereits einen Großteil der Faszination aus. Und dann ist da natürlich die Lizenz des mächtigen Sportverbandes, die sicherstellt, dass man mit den Digitalversionen der echten Spieler und Vereine spielt und sich, zumindest auf dem Bildschirm, als Teil einer globalen Fußballfamilie fühlen darf. Ein weiteres Herzstück ist die künstliche Intelligenz. Da man nicht alle elf Spieler gleichzeitig steuern kann, ist man darauf angewiesen, dass die virtuellen Mitspieler die eigenen Bemühungen unterstützen. Hersteller Electronic Arts spricht von "Football Intelligenz", die für realistisches Verhalten sorgen soll.

So greifen computergesteuerten Kameraden öfter als bisher ins Spiel ein. So sollen vielfältigere und “natürlichere“ Torchancen entstehen. Mit dem neuen "Strafe Dribbling" provoziert man den Gegner zum Mann-gegen-Mann-Fight, um ihn dann durch geschickte Manöver hinter sich zu lassen. Dass man es mit der KI auch übertreiben kann, zeigte der Vorgänger. In Fifa 19 verteidigte die Technik so gut, dass man besser daran tat, einen Angriff einfach laufen zu lassen und sich auf die automatisierte Abwehr zu verlassen. Das wurde geändert, und auch den Torwart soll man dank einiger manueller Voreinstellungen künftig besser im Griff haben. Dass das individuelle Spiel wieder stärker betont wird, dürfte einer Spielerpersönlichkeit wie Eden Hazard entgegenkommen. Für einen anderen großen Individualisten, Lionel Messi, mit dem er sich der Belgier noch 2015 das Cover der "Ultimate Team Edition" teilen musste, war diesmal kein Platz mehr - vielleicht auch, weil er nun die Box der Konkurrenz ziert. Rasenschach als Alternative:

PES 2020 Ebenfalls jährlich und diesmal etwas früher als Fifa erscheint "Pro Evolution Soccer", kurz "PES", von Konami. Der neuen Version wurde der Zusatz "eFootball" versehen, wodurch wohl dokumentiert werden soll, dass man sich besonders für den stetig wachsenden E-Sport-Bereich empfiehlt. Auch für den Konkurrenten gibt es diverse Lizenzen von Klubs und Nationalmannschaften, mit dem Fifa-Logo darf er sich nicht schmücken. Das allein erklärt aber kaum den Glaubenskrieg, der seit vielen Jahren zwischen den Fanlagern tobt. Unstrittig dürfte sein, dass die Fußball-Sim aus Japan bislang stets mit der naturalistischeren Ballphysik aufwarten konnte.

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Lange Zeit galt PES außerdem als schwer zugängliche, dafür aber spielerisch tiefergehende Simulation. Ganz grob gesagt hat man also die Wahl zwischen Fußballzirkus und Rasenschach. Fifa-Fans werden dieser Aussage natürlich vehement widersprechen, was gewissermaßen zum Prinzip gehört. Letztlich dürfte entscheidend sein, mit welcher Software man sozialisiert wird und welcher das persönliche Umfeld den Vorzug gibt, sprich: wie viele reale Freunde als Gegenspieler zur Verfügung stehen. Im Grunde läuft es also nicht viel anders wie bei der Wahl des Lieblingsvereins. Trotzdem versuchen sich die beiden Kontrahenten Jahr für Jahr mit Neuerungen auszustechen.

Die Japaner feilten zuletzt ebenfalls am Dribbling-System. Balltricks werden mit dem rechten Stick ausgeführt, mit dem linken Stick kann man sie verfeinern. Als Vorbild für die Ballakrobatik diente kein Geringerer als Ronaldinho. Inwieweit dessen Kunstfertigkeit tatsächlich zum Tragen kommt, hängt natürlich von der individuellen Fingerfertigkeit ab. Hinzu kommen Feinheiten wie "kontextsensitive Schussgenauigkeit", dank der die Flugbahn des Balls von der Situation beim Schuss abhängig ist, oder ein "adaptives Spielerinteraktionssystem", das Spielercharaktere an ihrem Verhalten auf dem Platz identifizierbar machen soll. Auffällig ist, dass bei beiden Kontrahenten mehr denn je der Fußballer als Einzelpersönlichkeit im Fokus steht.

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Dazu passt auch, dass EA mit einem neuen Modus namens Volta den Straßenfußball zurück ins Spiel bringen will. Darin kann man unter anderem Drei-gegen-drei in einer Unterführungen in Amsterdam oder auf Hochhausdach in Tokio spielen. Genau so beginnen heute die Narrative großer Stars, was einen auf den Gedanken bringen könnte, dass auch die Realität mitunter mehr mit Inszenierung als mit "echtem Sport zu tun hat.

FIFA 209 von Electronic Arts erscheint am 27.09. für PC, PS4 und Xbox One, die "Standard Edition" kostet 59 Euro. PES 2020 von Konami ist für PS4 und Xbox One erschienen und kostet 49 Euro. 

Steffen Haubner

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