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Früher RB, jetzt FCN: Klauß freut sich, Krauß ist heiß

Die Ex-Leipziger gehen entspannt mit Nürnbergs Außenseiterrolle um - 11.09.2020 07:59 Uhr

Das Pokal-Duell gegen Leipzig wird für Robert Klauß und Tom Krauß ein besonderes Spiel.


Morgen um 15.30 Uhr kommt es im Max-Morlock-Stadion somit zum großen Wiedersehen mit RasenBallsport alias Red Bull. An freien Tagen fährt vor allem der Trainer heim zur Familie, die unweit des Trainingszentrums wohnt; einen Abstecher Ende August nutzte er, um mal wieder vorbeizuschauen bei RB. "Wir haben einen Kaffee getrunken und kurz geschnackt", sagt Klauß, "uns ausgetauscht". Auch Julian Nagelsmann, dem er bis Ende Juni noch assistiert hatte, wollte einiges wissen, danach vereinbarten sie bis zum Spiel aber erst mal Funkstille.


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"Ich freue mich riesig aufs Wiedersehen, mit Julian und den vielen anderen Mitarbeitern, die Freunde geworden sind über die Zeit", sagt Klauß, sie "in unserem Wohnzimmer begrüßen zu dürfen". Nach elf Jahren für RB also gleich gegen RB. Klauß ist ein Mann der ersten Stunde beim Leipziger Produktplatzierungsprojekt gewesen; 2009 durfte er sogar sieben Minuten für die erste Mannschaft stürmen, ehe sich der heute 35-Jährige mehr und mehr darauf verlegte, Erfahrungen als Trainer zu sammeln. Zunächst im Nachwuchsbereich, später bei den Profis, seit Ende Juli eine Klasse tiefer beim Club. Mit dem er morgen auf das eine von zehn Spielen hofft.

"RB ist haushoher Favorit"

"Wahrscheinlich neun", sagt Klauß, würde der 1. FC Nürnberg gerade verlieren gegen RB Leipzig, zum Teil sogar hochkant. "Wir sind Zweitligist, waren im Sommer 25 Minuten Drittligist", so Klauß jetzt in einem Interview mit der Leipziger Volkszeitung; als haushoher Außenseiter, so in etwa fühlen sich Klauß und seine Fußballer deshalb, "RB ist haushoher Favorit, aber das stört uns nicht". Mutig möchten sie sein und dynamisch, von sich überzeugt. So wie Tom Krauß, der andere Ex-RBler.

Schon nach dem ersten Test am 11. August in Regensburg ließ sich erahnen, wie der so tickt. Der junge Mann hatte gerade in den ersten 45 Minuten sein Debüt gegeben für den 1. FC Nürnberg, als Pendler zwischen Dreierkette und defensivem Mittelfeld. Dafür, dass er erst 19 ist, sah das bereits sehr ordentlich aus, Tom Krauß wirkte bemerkenswert dynamisch. Und vor allem: mutig und von sich überzeugt.

Krauß will vorangehen

Das galt auch für seine Analyse nach dem 1:0-Erfolg zum Auftakt der Vorbereitung. "Ich muss noch viel mehr dirigieren", sagte Tom Krauß da in ein Mikrofon, "das ist für mich auch ein Ziel in Nürnberg."

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Das dem Dirigieren, mit dem Coachen der Kollegen meinte er trotz seines fast noch jugendlichen Alters wirklich so. Krauß ist es aus seinen neun Jahren bei RB Leipzig einfach gewohnt, Verantwortung zu übernehmen. Sich nicht zu verstecken, sondern voran zu gehen, wenn es sein muss auch verbal.

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Das Pokal-Heimspiel in der ersten Runde hat der Club Platz 16 zu verdanken. Nur die besten 32 Vereine der Ersten und Zweiten Liga landeten in Topf eins, der Rest wie der Club in Topf zwei; einen Kommentar wie sonst üblich ("Schwere, aber lösbare Aufgabe") verkniffen sich die Nürnberger nach der Auslosung diesmal aus verständlichen Gründen, haben aber ja zum Glück noch: Tom Krauß.

Ein komisches Gefühl

"Ich bin heiß auf das Spiel", sagt der Kapitän der deutschen U20-Auswahl, "da wir als Mannschaft natürlich auch gegen RB gewinnen wollen." Tom Krauß möchte am liebsten jedes Spiel gewinnen, was sich bis Juni 2022 aber wohl nicht ganz realisieren lässt. So lange ist er an den Club verliehen, mit dem es ab Freitag im Ligabetrieb erst mal darum gehen wird, nicht mehr so oft zu verlieren.


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"Komisch" sei es, "jetzt auf einmal gegen RB zu spielen", findet Krauß, egal, "der Pokal ist dazu da, Überraschungen zu erleben." Einen Plan hat er auch schon: "Der Plan wird sein, dass wir Nadelstriche setzen", sagt Krauß, "wir werden auf unsere Chance, auf die Fehler von RB lauern. Die nicht oft passieren, aber passieren." Wer könnte das besser wissen als Krauß und Klauß. Nach zusammen 20 Jahren RB.

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