Die kindliche Freude ist weg

Warum diese Fußball-WM nie in Katar hätte stattfinden dürfen, Grund 2

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 28.09.16..FOTO: Michael Matejka MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait - Sportredakteur Sebastian Gloser ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Sebastian Gloser

Sportredakteur

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20.11.2022, 10:17 Uhr
Boycott Qatar? Und wenn ja, bringt das was? Statt über Taktik streiten wir im Winter 2022 darüber, ob man überhaupt noch Fußball schauen kann.

© Thomas Banneyer, dpa Boycott Qatar? Und wenn ja, bringt das was? Statt über Taktik streiten wir im Winter 2022 darüber, ob man überhaupt noch Fußball schauen kann.


Hans hat sich entschuldigt. Dreimal. Unaufgefordert. Er liebt Fußball einfach zu sehr, um nicht hinschauen zu können, sagt er. Franz hat entgegnet, dass das überhaupt nicht geht. Die toten Arbeitsmigranten, die fehlenden Rechte für Frauen und Homosexuelle. Und ich habe es mir leicht gemacht, weil wegschauen als Journalist keine Option ist.

Was uns eint, ist die Wut darüber, dass uns spätestens die Vergabe des WM-Turniers nach Katar die kindliche Freude an diesem Sport genommen hat, die Unbeschwertheit, die oft mit diesen Fußball-Festen im Sommer einherging.

Statt darüber zu diskutieren, ob die Zeit des falschen Neuners vorbei ist, wann eigentlich der Libero zurückkehrt und ob der Bundestrainer nicht besser mal Mats Hummels mitgenommen hätte, streiten wir nun im Winter darüber, ob man überhaupt noch zuschauen darf und ob es die Verantwortlichen bei der Fifa oder bei Coca Cola tatsächlich juckt, wenn wir den Fernseher auslassen. Die kindliche Freude, sie kehrt wohl nicht mehr zurück.

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