Ein Musterbeispiel für Greenwashing

Warum diese Fußball-WM nie in Katar hätte stattfinden dürfen, Grund 5

RESSORT: Lokales / Sonstiges..DATUM: 28.09.16..FOTO: Michael Matejka MOTIV: Mitarbeiterporträt / Mitarbeiterportrait - Sportredakteur Sebastian Gloser ANZAHL: 1 von 1..Veröffentlichung nur nach vorheriger Vereinbarung
Sebastian Gloser

Sportredakteur

E-Mail zur Autorenseite

24.11.2022, 05:55 Uhr
974 Schiffscontainer, die ein temporäres Stadion bilden und nach der WM woanders wieder aufgebaut werden sollen. Wo, das hat bislang allerdings niemand verraten.

© Nikku, dpa 974 Schiffscontainer, die ein temporäres Stadion bilden und nach der WM woanders wieder aufgebaut werden sollen. Wo, das hat bislang allerdings niemand verraten.

Das "Stadium 974", benannt nach der Telefonvorwahl von Katar und Kulisse für sechs Vorrundenspiele und ein Achtelfinale, besteht aus 974 recycelten Schiffscontainern, alle Baumaterialien wurden mit dem Schiff direkt vor Ort angeliefert, nach der WM wird das Stadion wieder abgebaut, verschifft und an einem anderen Ort aufgebaut.

Das sieht auf den ersten Blick tatsächlich sehr nachhaltig aus, auf den zweiten Blick ist das Stadion-Konzept für die Wüsten-Weltmeisterschaft 2022 ein Musterbeispiel für sogenanntes Greenwashing.

Sitzschalen als Spende?

Auch zwölf Jahre nach der Vergabe des Turniers steht nicht fest, wo dieses Stadion wieder aufgebaut wird, problematischer sind aber ohnehin die sieben Arenen, die stehen bleiben. Angeblich werden Zehntausende Sitzschalen nach Afrika gespendet, sollen aus VIP-Logen Hotelzimmer und Shopping Malls werden, dürfen die vielen Arbeitsmigranten in einem Stadion Cricket spielen.

Aber ob diese Pläne auch umgesetzt werden, darf zumindest angezweifelt werden. Eine enorme Ressourcenverschwendung bleibt es auf jeden Fall.

1 Kommentar