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Gesunkene Transfereinnahmen: Kleeblatt meldet Verluste

SpVgg Greuther Fürth kassierte in der Saison 18/19 auch weniger Fernsehgeld - 26.11.2019 19:00 Uhr

Musste rote Zahlen verkünden: Holger Schwiewagner.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink


Es war ein stiller Transfersommer in Fürth. Wie in jedem Jahr bangten viele Fans, welcher Leistungsträger den Verein wohl diesmal verlassen würde – Maximilian Wittek, Daniel Keita-Ruel? Doch das Interesse an den Kleeblatt-Profis war nach zwei durchwachsenen Spielzeiten in Folge nicht so stark ausgeprägt wie in den Jahren zuvor. Jedenfalls nicht so sehr, dass die Verantwortlichen einen Verkauf finanziell und sportlich für sinnvoll hielten.

Die Mannschaft wurde weitgehend zusammen gehalten und verstärkt – das hatte Folgen, für das abgelaufene und womöglich auch für das aktuelle Geschäftsjahr. Kleeblatt-Geschäftsführer Holger Schwiewagner musste bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2018/19 nun einen Verlust melden – zum erst zweiten Mal seit 2009.

Spürbarer Umsatz-Rückgang

Das Minus der Fürther Fußball-KG in der vergangenen Saison (Stichtag: 30. Juni) betrug demnach vor Steuern 521.000 Euro. Auch der Umsatz ging von 29,3 Millionen Euro im Vorjahr spürbar auf 26,9 Millionen Euro zurück. Denn neben den Transfereinnahmen sank auch das Fernsehgeld um knapp eine halbe Millionen Euro.

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In den vergangenen fünf Jahren habe man im Schnitt 4,2 Millionen Euro an Spielerverkäufen verdient, so Schwiewagner. In der abgelaufenen Saison war es über eine Million Euro weniger, obwohl auch der Transfer von Khaled Narey zum HSV dazugerechnet wurde. Für ihn  könnte es noch einen sechsstelligen Nachschlag geben, sollte er mit dem Hamburger SV in die Bundesliga aufsteigen und dabei eine bestimmte Anzahl von Spielen absolvieren. Nachschlagszahlungen gab es für die Ex-Spieler Mark Flekken und Orkan Cinar (100.000 Euro).

Im NLZ wurde gespart

Einen Teil der Verluste habe man mit gesteigerten Merchandising- und Spieltags-Einnahmen ausgleichen können, sagte Schwiewagner. Zudem wurde im Nachwuchsleistungszentrum gespart. Auch die Buchung der Haupttribüne für Veranstaltungen - über 250 gab es im vergangenen Jahr - habe zu mehr Einnahmen in diesem Bereich geführt. "Die Investition zahlt sich definitiv aus", sagte Schwiewagner.  

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Reichen wird das aber nicht - zumal man trotz neu gewonnener Unternehmen bei den Sponsoreneinnahmen gerade erst wieder in etwa das Niveau erreicht hat, das man vor der Insolvenz des Stühle-Herstellers (und Kleeblatt-Sponsors) Stechert hatte. Auch, dass man im Sommer 2018 mit der Ergo-Gruppe einen Hauptsponsor verlor, der weit über Zweitliga-Durchschnitt zahlte, musste erst mühsam ausgeglichen werden.

"Ein großes Risiko"

"Das Thema der Zukunft wird sein, uns auf eine breitere Basis zu stellen", sagte Schwiewagner. Doch die Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg der Profis werde bleiben. "Das ist weiterhin ein großes Risiko", räumte der Geschäftsführer ein.

Trotz der Verluste bleibt das Kleeblatt finanziell gesund. Die Eigenkapitalquote stieg sogar leicht von 64 auf 65 Prozent. "Wir blicken sehr, sehr positiv in die Zukunft", versicherte Schwiewagner.
Auch im Winter wird die Spielvereinigung nicht zwangsläufig Spieler verkaufen. "Wir werden die sportliche Performance in unserer internen Betrachtung an die erste Stelle setzen", so Schwiewagner. Das Ziel: Über einen besseren Tabellenplatz mehr TV-Einnahmen zu erzielen.

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Fußball mag ein immer komplizierteres Geschäft sein, die Rechnung ist am Ende aber einfach: "Spielen wir attraktiv, werden wir höhere Transfererträge erzielen, werden im Fernsehranking steigen und mehr Zuschauer und Sponsoren gewinnen", sagte Schwiewagner.

Auch Präsident Fred Höfler machen die Zahlen keine Sorgen. "Sie sind mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Wir wollen sportlichen Erfolg und haben dafür ein kleines Minus in Kauf genommen", sagte er.

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