Erlangen erkämpft einen Punkt

Ein Unentschieden, das sich anfühlt wie ein Sieg: Der HCE gefällt gegen Melsungen

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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25.9.2022, 17:55 Uhr
Sicherte dem HC Erlangen gegen Melsungen einen Zähler: Christoph Steinert.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr, Sportfoto Zink / Daniel Marr Sicherte dem HC Erlangen gegen Melsungen einen Zähler: Christoph Steinert.

Dass es nicht einfach so weitergehen würde, hatte Raul Alonso nach dem wunderbaren Heimerfolg gegen Göppingen angekündigt. "Wir werden noch Spiele verlieren", sagte der Trainer des HC Erlangen. Glauben wollten das ihm nach dem herausragenden Start in die neue Saison die wenigsten. Zumal Erlangen in Hamm den vierten Sieg im vierten Spiel nachlegen sollte. Am Donnerstag in Leipzig wurde der Coach bestätigt. Ein im Vergleich zu den Vorwochen deutlich nachlässigerer HCE hatte folgerichtig das Nachsehen. Einfach so, das hatte Raul Alonso zuvor immer wieder betont, gelingen Siege in der Handball-Bundesliga eben nicht.

Zurück in der Spur

Leipzig ist abgehakt. Weil der HC Erlangen in der komplizierten Auseinandersetzung mit der MT Melsungen wieder die Qualitäten, die ihn an den ersten Spieltagen stark gemacht hatten, konsequent auf die Platte brachte, kehrte er am Sonntag in die Erfolgsspur zurück. Das 34:34 (15:18) gegen die Nordhessen in Nürnberg dürfte sich für einen kampfstarken HCE dabei angefühlt haben wie ein Sieg.

Der Auftakt ins Spiel misslang. Ivan Martinovic nutzte einen von Kai Häfner herausgeholten Siebenmeter. Jeppson und Büdel verpassten binnen Sekunden den Ausgleich. Auf 3:3 hätte Erlangen in der fünften Minute gleichwohl stellen können, wäre Christoph Steinert vom Strich nicht an MT-Keeper Adam Morawski gescheitert. Dass Steinert mit einem weiteren Siebenmeter kurz darauf an der Unterkante der Latte scheiterte, machte die Situation nicht besser. Der HCE haderte mit dem Schiedsrichterinnen-Duo. Und nach einigen weiteren unpräzisen Abschlüssen mit sich selbst. Abschütteln ließ sich das Team von Raul Alonso in der Folge dennoch nicht. Als Zechel mit viel Anlauf und Überzeugung getroffen hatte, waren die Fans in der Arena voll da.

Olsson, Obling und fast der Anschlusstreffer

Gegen die Turngemeinde aus Melsungen musste sich Erlangen auch in der Folge massiv strecken. Steinert, dessen bereits dritter Treffer nach einer Viertelstunde das 6:10 bedeutete und der im Eins-gegen-eins enorm quirlige Manuel Zehnder ließen die Gäste nicht davonziehen. Auch wenn nicht alles funktionierte, kämpfte sich der HCE Tor für Tor heran. Ließ nicht nach, als es immer lauter wurde am Kurt-Leucht-Weg. Nachdem Hampus Olsson in Überzahl ins leere Tor getroffen hatte, stand es nur noch 12:14 (23.). Nachdem Bertram Obling einen Siebenmeter pariert hatte, hätte Kapitän Firnhaber die Partie noch enger gestalten können, hatte aber kein Wurfglück. 15:18 hieß es aus HCE-Sicht zur Pause.

Auch nach Wiederbeginn ließ sich Erlangen nicht unterkriegen. Steinert und Olsson blieben für die Torerzielung zuständig, Obling für die Torverhinderung.19:21 hieß es im rot-blauen Dauerapplaus nach 36 Minuten. Als man Angst haben konnte, dass abgezockte Gäste um Kai Häfner und Davin Mandic wieder enteilen könnten, fand der HCE Zechel am Kreis und begegnete den Nordhessen in der Abwehr aufopferungsvoll. Als man MT-Brocken Rogerio Moraes Ferreira im Kollektiv gestoppt hatte, traf Zechel vor 4089 Zuschauern zum 28:29 (48.). Weil nun auch Klemen Ferlin klasse hielt und Zehnder seine Agilität bewahrte, blieb Erlangen dran.

Siebenmeter, Steinert und ganz viel Stimmung

Nach einer weiteren Ferlin-Parade organisierte Jepssons Wurfgewalt den Hausherren das 31:32 (56.). Die Halle stand. Einen weiteren Jeppsson-Treffer später war der Ausgleich geschafft. Der HCE verteidigte mit maximaler Leidenschaft und traf ein weiteres Mal durch Zehnder – 33:33 (59.). Keiner in der Arena saß mehr. Auch als es in den Schlusssekunden Rot gab für Melsungens Agustin Casado Marcelo. Und Siebenmeter für Erlangen. Steinert verwandelte diesen. Und sicherte dem HCE so einen Punkt.

HC Erlangen: Ferlin, Obling; Steinert 7/4, Olsson 6/2, Zehnder 6, Zechel 4, Jeppsson 3, Metzner 2, Büdel 2, Bissel 1, Link 1, Firnhaber 1.

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