Erlangen verliert das Spiel und Christopher Bissel

Nicht konstant genug in Bad Cannstatt: Der HCE scheitert in Stuttgart

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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31.3.2022, 20:54 Uhr
Musste die Platte im Neckarpark verletzungsbedingt verlassen: Christopher Bissel.

© Sportfoto Zink / Daniel Marr Musste die Platte im Neckarpark verletzungsbedingt verlassen: Christopher Bissel.

Seine Erwartungshaltung hatte der Coach des HC Erlangen schon vor mehreren Wochen hinterlegt. "Das Ziel ist eine konstant gute Spielleistung. Das muss nicht immer mit einem Sieg verknüpft sein", erklärte Raul Alonso im Interview mit diesem Medienhaus.

Um ein stabiles Auftreten, das der HCE mit oder ohne zählbarem Erfolg zuletzt häufig zeigte, ging es für Frankens Handball-Bundesligisten auch in der Porsche-Arena. Weil sich das von Raul Alonso trainierte Team dort Ende der ersten und Anfang der zweiten Hälfte Schwächephasen leistete, verknüpfte der HCE eine teilweise ansprechende Leistung nicht mit einem Auswärtssieg. 29:34 (15:17) hieß es am Ende sogar gegen den TVB Stuttgart.

Flotter Start dank Fäth

"Sie haben Schwankungen offenbart, jedoch haben wir diese auch", hatte der für Erlangens Weiterentwicklung Verantwortliche vor dem Duell mit dem Turnverein Bittenfeld zu Protokoll gegeben - und eine spannende Partie in Aussicht gestellt. Wackelig in seinem Vortrag präsentierte sich der Alonsos HCE zu Spielbeginn allerdings keineswegs.

Steffen Fäth, in Erlangens Startformation erneut in der Rückraummitte aufgeboten, brachte die Gäste in Bad Cannstatt per saftigem Hüftwurf früh in Front. Johannes Sellin stockte auf 2:0 auf. Stuttgart ließ sich nicht abschütteln, hielt dagegen. Weil der auffällige Fäth jedoch weiter traf und sich Simon Jeppsson vom Siebenmeterstrich sicher zeigte, führte der HCE auch nach zehn Minuten.

Bangen um Bissel

Dass Erlangen nach einer Viertelstunde erneut einen Zwei-Tore-Vorsprung verzeichnete (10:8), geriet gleichwohl in den Hintergrund. Christopher Bissel musste die Platte kurz zuvor mit schmerzverzerrtem Gesicht verlassen. TVB-Akteur Jerome Müller, der den linken Fuß von Erlangens Linkaußen im Hineinrutschen malträtiert hatte, aufgrund der folgerichtigen Roten Karte auch. Stuttgarts Härte zeigte Wirkung. Die Hausherren drehten auf und die Partie. Zwei Tore von Sascha Pfattheicher bedeuten Erlangens 15:17-Rückstand zur Pause.

Der HCE war genervt und anfälliger nun. Schlimmer noch: Nach einem kapitalen Fehlstart in den zweiten Durchgang war er mit 15:20 hinten. Mehr Kapital aus Erlangens Schwächeanfall konnten willens- und kampfstarke Schwaben erst einmal nicht ziehen. Metzner, Firnhaber und Overby arbeiteten Erlangen zurück.

"Glaubt daran"

Nachdem TVB-Torwart Thulin gegen Jeppsson pariert und Fynn-Luca Nicolaus auf der Gegenseite getroffen hatte, betrug der Rückstand bald darauf trotzdem erneut fünf Tore. Der HCE lehnte sich gegen die drohende Niederlage auf. "Glaubt daran", schrie Johannes Sellin den Kollegen in einer Auszeit zu. Und traf bei entschlossenen Tempogegenstößen wenig später zum 24:28 und 26:29.

Fünf Minuten waren noch zu spielen, als Klemen Ferlin Ziekers übermütigen Siebenmeter parierte. Doch Stuttgart hatte auch gegen Ende immer eine Antwort parat. Wenn sich der Bergische HC am kommenden Donnerstag in Nürnberg vorstellt, darf Erlangens Erwartungshaltung weiterhin hoch sein. Muss sie sogar. Sonst wird das Polster auf die Abstiegsplätze womöglich dünner.

HC Erlangen: Jeppsson (7/4), Metzner (5) Fäth (4), Firnhaber (4), Sellin (4), Jaeger (2), Overby (1), Zechel (1), Marschall, Leban, Büdel, Bissel, Link, Olsson.

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