Handball-Bundesliga

Steinert nach der Schlusssirene: HCE punktet in Flensburg!

11.9.2021, 20:22 Uhr
Der letzte Wurf: Steinert trifft, Erlangen feiert.

Der letzte Wurf: Steinert trifft, Erlangen feiert. © Holsteinoffice.de/Jörg Lühn via www.imago-images.de

80 Tage war es am Samstag her, dass der HC Erlangen beinahe in den Kampf um den Titel eingegriffen hätte. Am vorletzten Spieltag der vergangenen Saison verpasste eine schwer dezimierte Erlanger Mannschaft beim 26:27 hauchzart einen Punktgewinn gegen die SG Flensburg-Handewitt, die zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schwer dezimiert war.

80 Tage später haben sich die Vorzeichen geändert, zumindest auf Erlanger Seite: Bis auf Max Jaeger und Benedikt Kellner flog die Mannschaft von Michael Haaß mit voller Kapelle in den Norden, der Vizemeister hingegen hat weiterhin Verletzungssorgen. Und war dennoch klarer Favorit im direkten Aufeinandertreffen am 2. Bundesliga-Spieltag. "Es wird heute sehr, sehr, sehr, sehr schwer", hatte Haaß vorab am Sky-Mikrofon gesagt.

Bissels Blitzstart

Umso wichtiger war den Erlangern ein guter Start, den ihnen Linksaußen Christopher Bissel verschaffte. Nach 55 Sekunden hatte der seit einer Woche 26-Jährige auf 2:0 gestellt. Es ging - natürlich - nicht so weiter. Die Hausherren stellten ihre leichten Ballverluste ab und raubten dem Gast damit den schnellen Gegenstoß. Nach 13 Minuten ermahnte Haaß seine Mannschaft im Time-Out, sich vom 3:6-Rückstand nicht entmutigen zu lassen.

Dreimal in Folge spielte sie danach Sebastian Firnhaber am Kreis frei, der WM-Teilnehmer zeigte sich eiskalt. Nach 17 Minuten stand es ausgeglichen 7:7, weil Nikolai Link in Überzahl ins leere Flensburger Tor traf. Das Erlanger Offensivspiel war im Vergleich zum hart erkämpften Auftaktsieg gegen Leipzig deutlich verbessert, allerdings verlor die Deckung in unterschiedlichen Zusammensetzungen die entscheidenden Zweikämpfe, gegen die ausgebufften Flensburger Rückraumkräfte. Der knappe 12:13-Rückstand zur Pause ließ den Franken aber alle Optionen offen.

Immer wieder Møller

Und es gab auch in Durchgang zwei Optionen, der HCE ließ aber die ein oder andere Chance ungenutzt. Hampus Olsson vergab nach 35 Minuten komplett freistehend den Anschlusstreffer zum 15:16, zuvor hatte Torhüter Klemen Ferlin überhastet das Spielgerät und damit die Möglichkeit zum 15:15 wieder hergegeben. Auch der Vizemeister aber blieb nicht fehlerfrei, das Spiel also lange offen.

Ferlin machte kein schlechtes Spiel, sein Gegenüber Kevin Møller aber drehte zunehmend auf. Vor der Saison vom FC Barcelona gekommen, entnervte der dänische Hüne die Erlanger mehr und mehr, 21:17 führten seine Hausherren eine Viertelstunde vor dem Ende.

"Wir kommen wieder ran", rief Haaß da seinen Männern zu und hatte auch recht: Den letzten Flensburger Wurf hielt Martin Ziemer, zehn Sekunden vor dem Ende nahm Haaß eine Auszeit. Ein Tor musste her. Bissel scheiterte an Møller, Firnhaber scheiterte an Møller, holte dabei aber einen Siebenmeter heraus - den Christoph Steinert nach Ablauf der Spielzeit sicher zum 27:27 verwandelte.

Erlangen: Ferlin, Ziemer; Sellin, Overby, Marschall, Fäth, Firnhaber 3, Büdel 3, Bissel 5, Metzner, Link 1, Jeppsson 9, Steinert 4/2, Leban, Olsson 2, Zechel 1.

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