Pflichtspiel-Comeback am Samstag

Über Gummersbach nach Hamburg! Der HCE definiert sein Pokalziel

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

zur Autorenseite

3.2.2022, 16:14 Uhr
Sehnsüchtig, aber noch zurückhaltend: Raul Alonso, Erlangens Trainer und Sportdirektor, konzentriert sich bei der Pokalreise des HCE erst einmal auf Gummersbach.
 

© Sportfoto Zink / Daniel Marr Sehnsüchtig, aber noch zurückhaltend: Raul Alonso, Erlangens Trainer und Sportdirektor, konzentriert sich bei der Pokalreise des HCE erst einmal auf Gummersbach.  

Was sich ihnen am Samstag für eine Chance bietet, wissen sie beim HC Erlangen ganz genau. "Wir alle spüren eine große Vorfreude", formuliert Raul Alonso, dessen Sportdirektor und seit Januar auch Interimscoach, folgerichtig, wenn er über "die große Möglichkeit" spricht. Über "einen Schritt, den der HCE so noch nicht gegangen ist".

Hamburg, Erlangens Perle?

Beim Gastspiel in Gummersbach, das Pokalviertelfinale bedeutet zugleich die Wiederaufnahme des Pflichtspielbetriebs, kann dieser erstmals die Reise zum Final-Four-Turnier in Hamburg buchen. Wenn dort im Frühsommer letztmals vor dem Umzug nach Köln der Cup-Gewinner ermittelt wird, will der HCE dabei sein. Warum, ist leicht erklärt. "Weil man es als Profi genießt, um Titel zu spielen", sagt Alonso auf der Treppenstufe zur Vorschlussrunde. Weil man mit Flensburg bereits einen Anwärter auf den Pokalsieg aus dem Weg geräumt hat. Und, für Erlangens Schrittmacher ebenfalls wichtig, man den Fans, die der HCE mitnehmen möchte in 15.000-Zuschauer-Arena im Hamburger Volkspark, eine "schöne Zeit" dort schenken möchte.

Dass Frankens Handball-Bundesligist bei klassentieferen Gummersbachern eine Top-Leistung bringen muss, um den historischen Einzug ins Pokal-Halbfinale zu realisieren, ist freilich auch Alonso klar. "Wir werden am Samstag maximal gefordert sein", weiß der HCE-Coach vor der Begegnung mit dem unangefochtenen Tabellenführer des handballdeutschen Unterhauses. "Das ist eine Mannschaft, die über enorme Qualität verfügt", betont Alonso vor dem Betriebsausflug ins Oberbergische. Sechs EM-Teilnehmer, unter ihnen Wunderknabe Julian Köster, die neben Erlangens Christoph Steinert wohl erfreulichste Überraschung beim für den DHB zwischenzeitlich doch recht unerfreulichen Kontinentalturnier: Der VfL Gummersbach - zwölfmaliger Meister, fünfmaliger Pokalsieger und mehrfach, zuletzt 2011, in europäischen Vereinswettbewerben Titelträger – sei "alles andere als ein klassischer Zweitligist". Sagt Raul Alonso.

Auch die frappierende Heimstärke, die der traditionsreiche Verein für Leibesübungen von 1861 seit letzter Saison vorweist, ist Erlangens Trainer natürlich bekannt. Trotzdem bemüht man sich beim HCE, das Drumherum des Duells so klein wie möglich zu halten. Es gehe in der Schwalbe-Arena darum, "die bestmögliche Tagesform zu erreichen", sagt der 43-Jährige. Dafür, dass man diese am Samstag ab 18 Uhr hat, haben sie sich in der Wintervorbereitung bestmöglich präpariert. Durch die Testspielsiege und vor allem gelungenen Auftritte in Göppingen und Bietigheim holten sich die Erlanger "eine gewisse Sicherheit".

Ein unbekümmerter Kontrahent

Die Abläufe und Routinen gilt es für den ohne große Personalsorgen anreisenden HCE in Gummersbach nun aufs Parkett zu bringen. Gegen eine Mannschaft, die laut Alonso "hohes Tempo geht und eine aggressive Abwehr spielt". Gegen blau-weiße Hausherren, denen Trainer Gudjon Valur Sigurdsson eine Handschrift gegeben und eine starke Mentalität verordnet hat. Die von ihm angeleiteten Akteure, die jungen und flinken in Gummersbachs Reihen besonders, würden "das Ganze unbekümmert und volles Rohr angehen". Darauf gelte es in der mit 1240 Zuschauern gemäß der Pandemiebestimmungen ausverkauften Arena zu achten, sagt Alonso. Und auf die Qualität von Köster & Co. Dass im Erfolgsfall der auch finanziell lohnende Einzug Final Four steht, nehmen sie "natürlich gerne zur Kenntnis".

Verwandte Themen


Keine Kommentare