Berlin begegnet dem Alonso-Team

Zwischen Ansprache und Atmosphäre: Der HC Erlangen plant einen besonderen Abend

Andreas Pöllinger
Andreas Pöllinger

Sport-Redaktion

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2.12.2022, 12:56 Uhr
Freut sich darauf, sich dem Tabellenführer bei der Black Night entgegenzustellen: Erlangens noch sitzender Chefcoach Raul Alonso (rechts) im Gespräch mit dem Autor dieses Textes.

© Sportfoto Zink / Wolfgang Zink, Sportfoto Zink / Wolfgang Zink Freut sich darauf, sich dem Tabellenführer bei der Black Night entgegenzustellen: Erlangens noch sitzender Chefcoach Raul Alonso (rechts) im Gespräch mit dem Autor dieses Textes.

Ob er die Erinnerung an die letzte Black Night noch einmal wachrufen wird, lässt Raul Alonso offen. "Ansprachen sind immer unterschiedlich, Unikate vor jedem Spiel. Ich versuche, Kreativität und Emotionalität einzubringen, ohne den Pfad der Sachlichkeit und die taktisch-technischen Dinge außer Acht zu lassen", verrät Erlangens Trainer immerhin. Und denkt einen kurzen Moment selbst zurück. An das trotz Niederlage spektakuläre 36:38 gegen den späteren Meister aus Magdeburg, an seine erste Black Night als HCE-Coach Anfang Mai.

Der Primus besucht Nürnberg

"Über Erinnerungen kann man leichter Emotionen erwecken", sagt Alonso in der Vorschau auf den schwarzglänzende Spieleabend, den man in Erlangen auf Vorschlag von Carsten Bissel vor mehr als elf Jahren als Motto-Spieltag gelungen etablierte. Die Aufgabe für seinen HCE? Sei jedoch eine "ganz andere als vor einigen Monaten." Auch wenn die Füchse Berlin am Samstag (20.30 Uhr, Sky) wie damals die Magdeburger als Tabellenführer antreten werden.

"Wir haben den Anspruch, zu Hause nicht nur gut zu spielen, sondern auch zu gewinnen", hält der Mann fest, der vor fast 44 Jahren in Madrid geboren wurde und sich mit der Vorbereitung entsprechender Aufgaben fast ebenso viele Stunden am Tag beschäftigt. Dass sein sehr erfolgreich in die Saison gestarteter HCE trotz Alonsos Akribie zuletzt viermal erfolglos blieb, hat für Erlangens Trainer vor der der anstehenden Mammutaufgabe dabei keine Bedeutung.

Neuland auf Platz sechs

"Mich persönlich interessieren Serien gar nicht", sagt Alonso. "Wenn wir alles richtig einordnen, wissen wir, gegen wen wir gespielt haben und wie hochwertig wir unseren Zuschauern gezeigt haben, dass wir da sind, wenn auch noch nicht über die komplette Spielzeit." Freilich sei man glücklicher, wenn man viermal in Folge gewonnen hat. "Das bringt uns aber nicht von unserem Weg ab. Oder davon, anders zu denken", betont Alonso. "Wir haben einen sehr guten Gegner, wir haben ein Heimspiel, wir haben eine gute Mannschaft und bereiten uns gut vor." Es gehe immer um Prozesse. Und um Entwicklung. "Wie verhalten wir uns, wenn wir auf Platz sechs stehen. Das ist auch eine neue Situation, da ist auch Entwicklung gefragt", berichtet der HCE-Coach.

Die Füchse stehen im Bundesliga-Ranking auf Platz eins. In den letzten Jahren schon hätten sie sich zu einer Spitzenmannschaft entwickelt, "die sich international durchgesetzt, seine Endspiele erreicht und in der Bundesliga oben positioniert hat", sagt Alonso, der den Hauptstadtklub zu den Top-Vier-Teams der Eliteklasse rechnet. Den Ausfall des an der Wurfhand verletzten Mathias Gidsel, im Sommer war der Däne der Star-Zugang der Füchse, hätten sie in den letzten Wochen gut aufgefangen. Erlangens Black-Night-Gegner, erklärt Alonso, sei "in der Abwehr sehr kompakt, hat gelernt, mit Druck umzugehen und gewinnt die Spiele."

Fäth fehlt

Einen Sieg, einen möglicherweise ähnlich rauschhaften gegen Berlin wie bei der Black Night vor zwei Jahren, strebt der HCE dennoch an. Sie freuen sich beim HCE auf einen besonderen Abend. Ungeachtet jahreszeittypischer Personalprobleme. Steffen Fäth, der sich erneut verletzt hat, verlängert Erlangens Lazarettliste vor der Highlight-Veranstaltung. "Wir können das als Mannschaft kompensieren, wir müssen und werden das als Mannschaft kompensieren", kommentiert das Raul Alonso klaglos. Und klingt dabei fast ein bisschen wie bei einer Ansprache an seine Mannschaft.

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