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Heiter weiter! Elfer-Irrsinn verlängert Fürths Pokal-Reise

Starkes Kleeblatt löst Achtelfinal-Ticket mit fantastischer Leistung - 22.12.2020 21:15 Uhr

Da hätte man es schon beenden können: Weil Paul Seguin diese Möglichkeit vom Punkt jedoch ausließ, musste Fürth bei klassenhöheren Hoffenheimern im Pokal nachsitzen. 

22.12.2020 © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink


Nach einem Jahr ohne Auswärtsniederlage in einem Punktspiel endet 2020 für die SpVgg Greuther Fürth mit Sieg in einem Pokalspiel. In der zweiten Hauptrunde des DFB-Pokals setzt sich das Kleeblatt beim Erstligisten und Europa-League-Team TSG Hoffenheim mit 7:6 (2:2, 2:2, 1:1) nach Elfmeterschießen durch. Ein Routinier musste dabei tatenlos zuschauen, denn das Risiko war dann offensichtlich doch zu groß. Noch am Montag vor der Partie in Hoffenheim hatte Fürths Trainer Stefan Leitl laut darüber nachgedacht, ob es sinnvoll wäre, den an muskulären Problemen laborierenden Abwehrchef Mergim Mavraj zu bringen. Doch da die Gefahr einer Verschlimmerung der Verletzung groß war, saß der Innenverteidiger nicht mal auf der Bank.

Ohne Hrgota und mit Raute

Stürmer Branimir Hrgota hatte nach seinen Adduktorenproblemen dort Platz genommen. Leitl ließ den schwedischen Kapitän der Franken aber als mögliches Ass im Ärmel zunächst draußen. Mit zwei Änderungen wartete Leitl dennoch auf. Marco Meyerhöfer verteidigte wie erwartet wieder recht, Jamie Leweling stürmte neben Havard Nielsen. Simon Asta und Abdourahmane Barry waren dieses Mal Ersatz. Leitl kehrte damit im Vergleich zum 3:0-Sieg in der Liga in Braunschweig vom vergangenen Samstag zur Viererkette in der Abwehr und einer Raute im Mittelfeld zurück. Zum vierten Mal trafen sich Hoffenheim und Fürth im DFB-Pokal, nur in einem Duell hatte das Kleeblatt die Nase vorne, am 8. Februar 2012 zog die Spielvereinigung damals ins Halbfinale ein. Acht Jahre später fuhr die Spielvereinigung zwar als Außenseiter in den Kraichgau, doch eine Chance durfte sich der Tabellendritte der zweiten Liga nach vielen starken Auftritten dennoch ausrechnen.

Bis zur Pause hatte sich daran nichts geändert. Beide Seiten hatten zunächst einen rustikalen Beginn gewählt, sich dann aber ihrer Qualitäten besonnen. In diese Phase fiel ein Patzer von Kleeblatt-Keeper Sascha Burchert. Ihm missglückte ein Pass, der bei Ihlas Bebou landete, dessen Flanke Andrej Kramaric zum 1:0 für die TSG nutzte (13.). Dass Ryan Sessegnon einen Schritt zu langsam war, brachte das Kleeblatt zurück. Hoffenheims Linksverteidiger hob das Abseits auf, Sebastian Ernst versenkte den Ball im rechten Eck (21.). Hoffenheim brachte das außer Tritt, Fürth war nun besser. Erst kurz vor dem Seitenwechsel kam der Erstligist wieder auf. Insgesamt entsprach das 1:1 zur Pause dem Spielverlauf.

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Meyerhöfer hat's eilig und das Schlusswort

Nur wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff ging der Zweitligist in Führung. Meyerhöfer traf nach Vorarbeit von Nielsen (46.). Hoffenheim brauchte nicht lange für die Antwort. Bei einem Freistoß waren die Fürther nicht wach genug, Kevin Akpoguma köpfte unbedrängt ein (49.). Das Spiel nahm ordentlich Fahrt auf.

Beide Teams wechselten sich in der Folge mit Druckphasen ab. Es ging munter hin und her. Einen weiteren Treffer konnte aber kein Team setzen, obwohl es schon Gelegenheiten dazu gab. Die beste vereitelte TSG-Keeper Oliver Baumann als er in der Nachspielzeit einen Foulelfmeter von Paul Seguin parierte. Weil das so war, ging es in die Verlängerung, in der Fürth agiler war, das Elfmeterschießen jedoch nicht verhindern konnte. Dort setzte Meyerhöfer den entscheidenden Treffer.

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+++ Achtelfinale - und Fürth ist dabei: Der Live-Ticker zum Nachjubel +++

TSG Hoffenheim: Baumann - Akpoguma, Nordtveit (34. Adams), Vogt, Sessegnon - Rudy, Gacinovic (111. Bogarde) - Bebou (76. Adamyan), Kramaric, Baumgartner (58. Skov) - Dabbur (76. Belfodil)

SpVgg Greuther Fürth: Burchert - Meyerhöfer, Jaeckel, Bauer, Raum - Stach (106. Tillman) - Seguin, Green (75. Sarpei) - Ernst - Leweling (86. Hrogta), Nielsen (75. Abiama)

Tore: 1:0 Kramaric (13.), 1:1 Ernst (21.), 1:2 Meyerhöfer (46.), 2:2 Akpoguma (49.) | Elfmeterschießen:1:0 Kramaric, Bauer verschießt, 2:0 Rudy, 2:1 Raum, 3:1 Skov, 3:2 Seguin, 4:2 Adamyan, 4:3 Sarpei, Vogt verschießt, 4:4 Hrgota, Burchert hält gegen Bogarde, Ernst verschießt, 5:4 Akpoguma, 5:5 Jaeckel, 6:5 Sessegnon, 6:6 Tillman, Adams verschießt, 6:7 Meyerhöfer | Gelbe Karten: Baumgartner, Bebou, Adams, Gacinovic, Akpoguma - Stach, Jaeckel, Hrgota | Besonderes Vorkommnis: Baumann hält Foulelfmeter von Seguin (90. +4) | Schiedsrichter: Storks (Velen).

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