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Heizomat-Hetzner-Challenge: Marathon trotz Quarantäne

Athlet läuft an einem Tag 50 Kilometer - ohne das Grundstück zu verlassen - 14.04.2021 06:03 Uhr

Meistens treibt es Sportler zum Joggen in die Natur. Zur Not geht es aber auch einmal im eigenen Garten.

22.03.2015 © dpa


Ostermontag in Gnotzheim. Ein junger Mann umrundet joggend sein Grundstück. Nicht einmal oder zweimal, nein, insgesamt 250-mal kreiselt der Sportler über den Tag verteilt um das Wohnhaus. Immer am der Grundstückgrenze entlang, nie auf öffentlichem Terrain.


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"Ich musste den Nachbarn schon irgendwann erklären, was ich da eigentlich mache", berichtet Benedikt Wiest. Schließlich hat es den tag über doch einige fragende Blicke gegeben. Er wollte, wie viele andere Vereinsmitglieder auch, Kilometer sammeln. Um seine DJK Gnotzheim in der Heizomat-Hetzner-Challenge zu unterstützen. Die Sportler des kleinen Vereins liefen insgesamt die meisten Kilometer von allen. Sagenhafte 17941 Kilometer legten sie zurück. Für Wiest gab es aber ein Problem: Das Gesundheitsamt hatte ihm eine zweiwöchige Quarantäne verordnet.

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Wiest selbst fühlte sich gut, sein Coronatest war negativ ausgefallen. Anders bei seinen Eltern, die mit dem 21-Jährigen und seinen beiden jüngeren Geschwistern in einem Haus wohnen. "Meine Mutter ist Erzieherin und hat das Virus wahrscheinlich aus der Arbeit mitgebracht", berichtet Wiest. Seinen Eltern gehe es aber trotz Infektion relativ gut. Nur, dass es momentan die drei Kinder sind, die den Haushalt schmeißen müssen.

Zwischendrin kam der Osterhase

Zuhause in Quarantäne, immer mit der Angst im Hinterkopf, sich möglicherweise angesteckt zu haben, diese unangenehme Situation erleben derzeit viele Menschen in der Region. Benedikt Wiest hat beschlossen, sich davon nicht unterkriegen zu lassen. Also schnürte er an Ostern schon um acht Uhr zum ersten Mal die Laufschuhe und joggte zehn Kilometer um das Haus herum. "Wir haben für die Challenge eine Whatsapp-Gruppe und da habe ich gesehen, dass viele schon 50 Kilometer an einem Tag geschafft haben. Das wollte ich auch schaffen – jetzt erst recht", sagt Wiest, der in Triesdorf erneuerbare Energien studiert.

Marathon-Mann Benedikt Wiest kann nach den Strapazen wieder lachen.

08.04.2021 © Foto: Privat


Insgesamt 250-mal absolvierte er am Ostersonntag seine ziemlich genau 200 Meter lange "Hausrunde". Die 50 Kilometer Gesamtdistanz verteilte er auf fünf mal zehn Kilometer. "In den Pausen habe ich ganz normal den Tag gelebt. Es gab Mittagessen und wir haben auch Ostereier gesucht", sagt Wiest. Pünktlich zum Abendessen war die magische Marke von 50 Kilometern dann geknackt.

Ehrgeiz in der Fußball-Pause

Ein tolles Gefühl, das am Ostermontag aber zumindest kurzfristig wieder verflogen war. "Ziemlich erschlagen" hat er sich am Morgen danach gefühlt. "An dem Tag bin ich keinen Meter zu viel gelaufen", sagt er. Dabei ist er ganz gut trainiert und als Fußballer ausgedehnte Laufeinheiten durchaus gewohnt. Für die DJK Gnotzheim steht er in der Kreisklasse West auf dem Rasen. Aber mehr als einen Marathon pro Tag absolviert man da dann eben doch nicht.

Trotzdem würde Wiest seine Hausumrundungen wohl jederzeit wiederholen. Die Heizomat-Hetzner-Challenge hat ihn begeistert und motiviert: "Das war echt super! Aus allen Vereinen sind viele Leute gelaufen, da war auch viel Ehrgeiz dabei." Ab dem 15. April will er dennoch wieder außerhalb des eigenen Grundstücks joggen. Dann endet die Zeit in Quarantäne.


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