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Mit Tom Rowe können die Ice Tigers nicht alles, aber sehr viel erreichen

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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3.4.2022, 13:24 Uhr
Neue Kommunikationskultur: Nicht nur Dennis Lobach und Chris Brown reden gerne mit Tom Rowe. 

© Sportfoto Zink / Thomas Hahn, Sportfoto Zink / ThHa Neue Kommunikationskultur: Nicht nur Dennis Lobach und Chris Brown reden gerne mit Tom Rowe. 

Charlie Jahnke und Tim Fleischer galten im Sommer 2021 als ordentliche Eishockeyspieler. In Nürnberg waren sie: Symbolfiguren. So richtig gut waren die Ice Tigers nicht durch die Corona-Saison gekommen, ehrlicherweise sogar ziemlich schlecht. Aber es sollte weitergehen mit der Hoffnung, dass sich junge Spieler unter der Anleitung von Frank Fischöder weiterentwickeln. Mit Ryan Stoa kam nur ein namhafter Angreifer. Als Konzept blieb die Hoffnung – auch darauf, am Ende nicht absteigen zu müssen.

Am Freitagabend führten Jahnke und Fleischer als Mittelstürmer die beiden wichtigsten Sturmreihen der Ice Tigers an. Wieder waren sie Symbolfiguren – für die erstaunliche Entwicklung des gesamten Klubs. Mit dem als Profitrainer im ersten Versuch überforderten Fischöder ging die Hoffnung als Synonym für Ambitionslosigkeit.

Sportdirektor Stefan Ustorf und vor allem Tom Rowe etablierten stattdessen eine von Selbstvertrauen und Spaß geprägte Unternehmenskultur. Über Abstieg sprach der 65 Jahre junge Cheftrainer kein einziges Mal, stattdessen überzeugt über die Playoffs, die an seinem ersten Arbeitstag noch unerreichbar fern schienen.

Auch Stoa will erleben, wie es weitergeht

Am Dienstag starten die Ice Tigers nun tatsächlich in die erste Playoff-Runde. Drei Corona-Pausen haben sie überstanden, nicht nur Jahnke und Fleischer sind gewachsen, nahezu alle Spieler sind besser geworden – offenbar auch noch einmal, nachdem Rowe mit der 29 Jahre alten Jessica Campbell als 120-Stunden-Co-Trainerin einen völlig unerwarteten Reiz gesetzt hat.

Rowes Mut hat den Klub inspiriert. Und selbst, wenn traditionelle unberechenbare Playoff-Spiele noch zu früh kommen sollten, Konstanz gilt als neues Konzept. Ein Beispiel: Stoa hat als Routinier überzeugt, Topscorer musste er dabei nicht werden. Am Sonntag hat der US-Amerikaner seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Offenbar will auch er miterleben, wie es mit diesen Ice Tigers weitergeht. Eishockey in Nürnberg war lange nicht mehr so spannend.

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