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Kommentar: Nehmt den Sport endlich ernst!

Ein pauschaler Lockdown ist keine Dauerlösung - 10.02.2021 12:28 Uhr

Hygienekonzepte - hier beim TV 48 Erlangen - haben alle Sportvereine in der Schublade liegen. Sie warten nur darauf, sie umsetzen zu können.

09.02.2021 © Harald Sippel


Über die essenzielle Rolle, die gerade die Breitensportvereine für die Gesellschaft spielen, gibt es wenig zu diskutieren. Rollatorsport, Kinder-Ballschule, Schwangeren-Gymnastik – wer sonst könnte eine solche Vielfalt an Angeboten neben den regulären Abteilungen organisieren?

Wenn Breitensport-Vereine gefährdet sind, ist das soziale Leben und die Gesundheit vieler Menschen gefährdet. Und man sollte sich keine Illusionen machen: Die Großvereine trifft es in der Krise als erste existenziell. Doch auch kleine Vereine könnten folgen, wenn sie ihren Mitgliedern keine Angebote mehr machen können.

Zu strikte Regeln - gerade in Bayern

Das Konzept für eine Wiederaufnahme des Vereinssports, das nun 14 bayerische Großsport-Vereine vorgelegt haben, ist natürlich geprägt von ihren eigenen Voraussetzungen. Ein Training in Kleinstgruppen ist bei ihrer Infrastruktur wirtschaftlich schwer umsetzbar. Für die Politik, die am Mittwoch dringend über einzelne Lockerungen im Sport beraten müsste, das aber wohl leider nicht tun wird, ist das Konzept trotzdem ein wichtiger Ansatzpunkt.

Kommentar: Ohne Sport droht die nächste Gesundheitskatastrophe

Es sollte jedoch nicht der einzige sein. Leitlinie müsste sein, so vielen Menschen wie möglich auch im Lockdown einen für alle sicheren Zugang zum Sport zu gewährleisten. Die Krise ist schließlich lange nicht vorbei. Gerade Bayern hat sich mit seinen strikten Regeln negativ hervorgetan.

Ein fatales Zeichen

Dass man mit einem Bekannten durch den Park spazieren darf, aber nicht über einen Golfplatz? Unglaubwürdig. Supermärkte gelten zu Recht als systemrelevant. Schwimmbäder auch nach einem Jahr Krise noch nicht, obwohl sie für viele Senioren, aber auch Menschen mit Behinderung unersetzbar sind, um gesund zu bleiben. Und obwohl sich auch dort das Infektionsrisiko mit strengen Hygienekonzepten minimieren ließe.

Mit Kreativität, aber vor allem echtem Bemühen wäre auch in der Pandemie viel mehr möglich als bisher. Dazu muss man die großen Sportvereine einbinden. Wenn sich aber selbst die mit ihren zehntausenden Mitgliedern ungehört fühlen, spricht wenig für Besserung. Das ist ein fatales Zeichen – für den Sport und die Gesellschaft.

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