Hüne aus dem Landkreis Roth

210 Kilo im Bankdrücken: Franke holt Junioren-Titel

11.11.2021, 16:48 Uhr
Stolzer Sieger: Moritz Taschner thront auf dem Podest.

Stolzer Sieger: Moritz Taschner thront auf dem Podest. © Foto: Privat

Am vergangenen Wochenende trafen sich die besten Kraftsportlerinnen und -sportler des BVDK (Bundesverband Deutscher Kraftdreikämpfer e.V.) in Chemnitz, um im Bankdrücken ihre Kräfte zu messen. Dabei zeigte Moritz Taschner (Jahrgang 2002) aus Pruppach erneut seine Überlegenheit: Mit 210 sicher gedrückten Kilogramm stellte er einen Deutschen Rekord in der Juniorenklasse auf und wurde damit unangefochten Deutscher Meister – und dies als jüngster Jahrgang in der Juniorenaltersgruppe seiner Gewichtsklasse, der er noch bis zum Alter von 23 Jahren angehören wird.

Noch im September sah es gar nicht so gut aus für den jungen Hünen, der mit 1,93 Metern inzwischen 145 Kilo auf die Waage bringt. Er hatte sich eine Verletzung am Gluteus Maximus (hinterer Oberschenkelmuskel) zugezogen und musste seine Ambitionen auf den Deutschen Meistertitel im Kraftdreikampf schon im Vorfeld begraben.

Mit 150 Kilogramm im Kniebeugen und 100 Kilogramm im Kreuzheben hatte er jeweils einen Sicherheitsversuch ausgeführt, um in der Wertung zu bleiben. Nur in der zweiten der drei Disziplinen, dem Bankdrücken, hatte er seine Leistung abrufen können und bereits dort mit 202 Kilogramm einen neuen Deutschen Rekord dieser Teildisziplin innerhalb des Kraftdreikampfs aufgestellt. Damit hatte er zumindest ein Teilziel erreicht.

"Rohe Kraft ist mein Ding"

Inzwischen trainiert er beschwerdefrei – doch wie gut er tatsächlich war, konnte er nach seinem Sieg in Dresden selbst kaum fassen. Was leicht, fast spielerisch aussah, empfand er auch selbst (beinahe) so: "Ich war überrascht, dass die 210 Kilogramm so leicht gingen." Mit ihm freuten sich einige Vereinskollegen des AC Bavaria Forchheim, die ihm in Chemnitz neben seinem Vater zur Seite gestanden hatten. Die Trainingspläne seines Coaches Matthias Scholz aus Erfurt waren aufgegangen.

Da kann man sich schon einmal fragen, warum sich ein so talentierter und fokussierter Kraftsportler nicht der olympischen Disziplin des Gewichthebens zuwendet. "Gewichtheben ist ein Mix aus Kraft, Schnellkraft und Technik. Aber Powerlifting ist die pure, rohe Kraft. Das ist genau mein Ding", antwortet darauf der sanfte und bescheidene junge Mann, der mit Sicherheit nicht einmal einer Fliege etwas antun könnte.

Internationale Ambitionen

Powerlifting ist Teil der Worldgames, aller nicht olympischen Sportarten. "Das Klettern ist über die Worldgames olympisch geworden, darauf hoffen wir beim Powerlifting natürlich auch." Beruflich hat sich Moritz Taschner noch einmal umorientiert. Seine Ausbildung zum Einzelhändler tauschte er gegen einen Schulplatz bei den Döpferschulen in Nürnberg ein, wo er sich nun zum Physiotherapeuten ausbilden lässt. Dort lernt er jetzt auch noch viel mehr darüber, was ein Körper braucht, um im Grenzbereich gesund und leistungsfähig zu bleiben. Besonders freut ihn, dass in seiner Klasse auch andere Leistungssportler sind, zum Beispiel Handballer und Tischtennisspieler.

So beflügelt, konzentriert er sich nun auf das nächste Etappenziel, die Deutschen Meisterschaften 2022. Diese werden bereits im März stattfinden. Wenn er verletzungsfrei bleibt, dann sollte es dort endlich mit dem Erringen des Kaderstatus klappen. Diesen braucht er, um auch international im Powerlifting starten zu können. "Es wäre toll, wenn ich schon 2022 meinen ersten internationalen Wettbewerb im Kraftdreikampf antreten könnte." Wer ihn erlebt, kann kaum Zweifel daran haben, dass er dieses Ziel eher früher als später erreichen wird.

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