Hoffnung auf Profi-Karriere

Aus Mittelfranken: Matthias Danzer ist Deutschlands bester U18-Tischtennisspieler

11.11.2021, 13:30 Uhr
Zwei Trainingseinheiten pro Tag absolviert Matthias Danzer. Dafür darf der 17-Jährige für den TV Hilpoltstein in der Regionalliga an die Platte.

© Foto: Tobias Tschapka Zwei Trainingseinheiten pro Tag absolviert Matthias Danzer. Dafür darf der 17-Jährige für den TV Hilpoltstein in der Regionalliga an die Platte.

Auch wenn 2021 noch ein Großereignis vor der Tür steht, Matthias Danzer kann jetzt schon auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. Und auf ein sehr erfolgreiches. Die vorläufige Krönung erfolgte für den Nachwuchs-Tischtennisspieler des TV Hilpoltstein am vergangenen Wochenende: In Göttingen gewann der Schwabacher das Top48-Turnier des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) bei den U18-Junioren.

"Das ist mit mein größter Erfolg", sagt Matthias Danzer zu seinem Coup in Niedersachsen. Zum Wettbewerb der 48 besten deutschen U18-Nachwuchsspieler war der 17-Jährige als Favorit angetreten. Dass er mit dieser hohen Erwartungshaltung so gut umgehen konnte, brachte ihm ein Sonderlob des Verbandstrainers ein: "Matze war sicherlich favorisiert, aber so ein Turnier muss man auch als Favorit erst einmal nach Hause bringen. Und das ist ihm erstaunlich souverän gelungen", sagte Dustin Gesinghaus laut BTTV-Mitteilung. Ohne Niederlage kam Danzer in Göttingen durch, im Halbfinale wehrte er erfolgreich Herausforderer Lorenz Schäfer (TTC Kist) nach fünf Sätzen ab, im Finale besiegte er Andre Bertelsmeier (TTC GW Bad Hamm) in drei Sätzen.

Warum Danzer aber von seinem "mit" größtem Erfolg sprach, lag an einer weiteren Erfolgsmeldung aus dem Januar. Da wurde er in den Jugend-Nationalkader berufen und bekam so auch die Möglichkeit, sich bei internationalen Turnieren zu beweisen. Deren drei waren es in diesem Jahr, in Ungarn, Italien und Serbien trat Danzer im Nationaltrikot an. Zweimal schaffte er es bis ins Viertelfinale, worauf er noch heute stolz ist. Hinzu kamen fünf Einsätze für die Regionalliga-Mannschaft des TV Hilpoltstein, in der Matthias Danzer sportlich zu Hause ist.

Reifeprozess in München

Seit 2015 spielt er bei den Burgstädtern, seit 2019 auf einem noch einmal höheren Niveau. Denn da folgte er als Mitglied des Bayernkaders seinem Hilpoltsteiner Vereinskameraden Hannes Hörmann (Röttenbach/Roth) ins Leistungszentrum des BTTV nach München. "Das war für mich ein großer Schritt", sagt Danzer. Einerseits in seiner persönlichen Entwicklung. "Ich musste mich selber organisieren, die Mama hat mir nicht mehr alles abgenommen", sagt er schmunzelnd.

Und andererseits natürlich in sportlicher Hinsicht. "Ich habe da viele und gute Trainingspartner, außerdem kommen durch drei hauptamtliche Verbandstrainer und mehrere Honorartrainer immer wieder verschiedene Ansichten und Ansprachen. Und das Trainingspensum ist natürlich viel höher", berichtet Danzer. Von 8 bis 10 Uhr ist jeden Tag Training, anschließend drücken die Sportler die Schulbank, abends steht eine weitere Einheit an.

Warten am Wochenende keine Turniere, reist Matthias Danzer am Freitag gen Mittelfranken. Zunächst zum Mannschaftstraining am Abend in Hilpoltstein, dann übers Wochenende zu den Eltern nach Schwabach. Über seinen Vater kam der junge Matthias einst auch zum Tischtennis, als gebürtiger Schwabacher spielte er aber kurioserweise nie in einem Schwabacher Verein. "Angefangen habe ich in Katzwang. Mein Vater hat damals in Ansbach gespielt und eine Jugendtrainerin, die ich kannte, hat in Bruckberg trainiert, also bin ich dort hin", erzählt der 17-Jährige über seine Anfänge.

Abitur und Profi-Laufbahn

Mit zehn Jahren wechselte er dann schon in die Tischtennis-Hochburg nach Hilpoltstein. Dort wurde er im September mit dem Sportpreis der Stadt für seine sportlichen Erfolge im TV-Trikot ausgezeichnet. Geht es nach Matthias Danzer, kommen noch einige Erfolgserlebnisse hinzu. Er liebäugelt durchaus mit einer Profi-Karriere an der Platte, klingt dabei aber auch nicht blauäugig: "Erst einmal will ich mein Abi machen, das kann ich ja hier an der Sportschule über drei Jahre strecken, damit uns mehr Trainingszeit bleibt", sagt der Elftklässler. Ein Studium soll folgen. Tischtennis steht aber auch dann ziemlich weit oben, wenn es nicht mit einer Profi-Laufbahn klappen sollte.

Zukunftsmusik, aktuell blickt er auf die restlichen drei Spiele des Jahres mit der Hilpoltsteiner Regionalligamannschaft. Am 21. November geht es zu einem Doppelspieltag zum FC Bayern München II und zum TSV Gräfelfing, am 4.12. nach Zella-Mehlis. Dazwischen wartet eine Veranstaltung, die sich wohl zur eingangs erwähnten Liste mit Jahres-Highlights hinzufügen lässt: Matthias Danzer tritt beim Top24-Turnier des DTTB im nordrhein-westfälischen Refrath an – als Nationalspieler und amtierender Top48-Champion.

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