Badminton-EM in Madrid

Isabel Lohau verwandelt den Matchball, Hersbruckerin ist Europameisterin

Sebastian Böhm
Sebastian Böhm

Sportredaktion

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30.4.2022, 13:41 Uhr
Was für ein Moment: Isabel Lohau umarmt Mark Lamsfuß nach dem Matchball zum EM-Titel.

© IMAGO/Irina R. Hipolito Was für ein Moment: Isabel Lohau umarmt Mark Lamsfuß nach dem Matchball zum EM-Titel.

Isabel Herttrich definiert seit einem Jahrzehnt die deutsche Spitze im Badminton. Mit dem 1. BC Bischmisheim sammelt sie deutsche Meistertitel wie sonst nur die Fußballer*innen des FC Bayern München, im Doppel und im Mixed hat sie immer wieder internationale Spitzenturniere gewonnen, in Tokio an den Olympischen Spielen teilgenommen. Nach ihrer Hochzeit 2021 heißt sie Isabel Lohau. Und unter diesem Namen hat sie am Samstagvormittag ihren größten Erfolg gefeiert.

Der erste Finaltag im Centro Municipal Gallur hatte in Madrid gerade erst angefangen, da beendete Isabel Lohau bereits das erste Endspiel. Zusammen mit Mark Lamsfuß hatte sie ihre französischen Gegner auf die rechte Seite getrieben, ihren Schlag auf die verwaiste linke Seite erreichten Thom Gicquel und Delphine Delrue nicht mehr. Lohau/Lamsfuß waren Europameister, zum ersten Mal. Das 2:1 (16:21, 22:20, 21:16) war keine Überraschung, das deutsche Paar galt als favorisiert. Das Zustandekommen des Siegs aber bestätigte die Entwicklung des Duos.

Und dann noch Silber im Doppel

„Wir sind sehr glücklich! Es war ein hartes Spiel und sehr eng. Wir standen schon mit dem Rücken zur Wand, aber im dritten Satz hatten wir mehr Selbstvertrauen, waren mutiger, haben mehr agiert statt reagiert. Ich glaube, das hat letztlich den Unterschied gemacht“, sagte Isabel Lohau danach strahlend, die vor 30 Jahren in Hersbruck geboren wurde und die ausziehen musste, um ihr großes Talent für den Badminton-Sport auf Weltklasse-Niveau zu bringen.

Zuletzt hatte Marc Zwiebler bei Europameisterschaften Gold für Deutschland gewonnen. Seitdem sind zehn Jahre vergangen. Der erste deutsche EM-Titel im Mixed überhaupt aber war nur der Auftakt zu einem historischen Tag. Zusammen mit Marvin Seidel holte sich Lamsfuß danach auch den Titel im Männer-Doppel. An der Seite von Linda Efler verlor Isabel Lohau das Damen-Doppel-Finale gegen die überragenden Gabriela und Stefani Stoeva aus Bulgarien klar in zwei Sätzen (14:21, 10:21). Die Silbermedaille wäre aber ihr größter Erfolg gewesen, hätte sie zuvor nicht bereits Gold geholt.

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