Mittwoch, 19.02.2020

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Nur 0:0 gegen den FC Vaduz: Fürther Kampf macht trotzdem Mut

Das Kleeblatt trat ohne Auswechselspieler an - 17.01.2020 15:00 Uhr

Trotz seiner vergebenen Torchance war Sebastian Ernst im Testspiel gegen den FC Vaduz der Auffälligste auf dem Platz. © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink


Vor Anpfiff verriet Sportgeschäftsführer Rachid Azzouzi, dass der Wechsel von Daniel Steininger zum Drittligisten 1.FC Magdeburg "so gut wie durch" sei. Nur die berühmte Tinte sei noch nicht trocken. Nicht aus diesem Grund bildeten sich auf der Stirn von Trainer Stefan Leitl Sorgenfalten. Er muss in den beiden Testspielen auf vier angeschlagene Spieler verzichten: Mergim Mavraj, Robin Kehr, Julian Green und Marco Caligiuri. Der Capitano kann wenigstens als Einwechselspieler am Nachmittag gegen den Halleschen FC mitwirken.

Sebastian Ernst führte die erste Kleeblatt-Elf als Spielführer aufs Feld und tauschte den Wimpel mit Keeper Benjamin Büchel vom FC Vaduz. Die Liechtensteiner sind derzeit Fünfter der zweiten Liga in der Schweiz, ihr erstes Pflichtspiel nach der Winterpause ist in eineinhalb Wochen, also auf einem ähnlichen Stand wie die SpVgg Greuther Fürth.

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Und die Roten legten gleich los wie die Feuerwehr. Beinahe im Minutentakt der Anfangsphase flogen die Bälle auf das Tor von Marius Funk. Ein dankbarer Job für den Ersatzkeeper, der sich derzeit laut Gedanken über seine Zukunft in Fürth macht. Er parierte per Fuß oder mit Flugeinlagen, einmal klatschte ein strammer Flachschuss von Manuel Sutter an den Pfosten. Die Fürther kamen mit der körperlich robusten Truppe nicht zurecht, die sich ansehnlich sechs Mal im Zentrum freispielten und abschlossen. Hans Nunoo Sarpei bekam diese Lücke als Sechser nicht geschlossen, Alexander Lungwitz hinter ihm musste in ungewohnter Rolle den Innenverteidiger geben. So rettete einmal sogar Mittelstürmer Havard Nielsen am eigenen Fünfmeterraum per Kopf.


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Fürth schwamm, obwohl es nicht regnete. In einer Behandlungsphase des fleißigen Funk schritt Torwarttrainer Christian Fiedler in den Torraum und appellierte: "Reißt euch mal zusammen, das ist schon die dritte Großchance." Leitl rief wenig später von außen: "Bleibt doch mal dran jetzt!" Die letzte Viertelstunde vor der Pause bekamen die Fürther mehr Zugriff und kamen zu zwei Chancen – Sebastian Ernst wäre beinahe die Führung gelungen, zuvor scheiterte der flinke Dickson Abiama am herausgeeilten Keeper.

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Dem Neuzugang ab kommendem Sommer gehörte auch die erste Chance nach der Pause: In der 48. Minute war er nur mit einem Einsatz am Rande der Legalität im Fünfmeterraum zu stoppen. Die Vaduzer antworteten mit einem gefährlichen Kopfball zwei Minuten später, doch danach verflachte die Partie, weil die Vaduzer auch das hohe Tempo der ersten Hälfte nicht halten konnten. Die Leitl-Elf beruhigte das Spiel, indem sie es auseinanderzog.


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Die Führung wäre erneut drin gewesen, wenn Ernst, der auffälligste Spieler auf dem Feld, den Kopfball nach einer schönen Flanke von Maximilian Sauer stärker gedrückt hätte (69.). Nur fünf Minuten später eine Riesentat von Keeper Büchel, der einen Kopfball von Kenny Prince Redondo – Vorlage Nielsen - aus dem Tordreieck fischte (74.). In der 81. Minute zog Abiama ab und erntete prompt ein Lob seines Trainers. Das Kleeblatt drückte und drückte, doch ein Tor wollte nicht mehr fallen. Auch weil die Pfeife des türkischen Schiedsrichters stumm blieb, als Redondo im Strafraum gefällt wurde. Die rund 20 Edelfans auf der Tribüne hatten bis zum Schlusspfiff leider nichts zu bejubeln.

Sebastian Ernst, Kapitän im Test gegen Vaduz , stimmt vor allem die 2. Halbzeit positiv, er ist aber auch selbstkritisch: "Das war keine gute erste Halbzeit mit schlechtem Pressing, wir haben nicht mutig nach vorne gespielt. Wir haben fast nur reagiert und sind hinterhergelaufen. Das wollten wir ändern. In der zweiten Halbzeit waren wir viel aktiver und hätten ein Tor machen können – auch durch einen Elfmeter. Mein Schuss in der ersten Halbzeit war zu schwach, den Kopfball in der zweiten Hälfte hätte ich schon machen können. Insgesamt war es ein guter Test." Auch Paul Jaeckel ist soweit zufrieden: "Zweikampfmäßig war es ein guter Test: Die haben dagegengehalten, wir haben dagegengehalten."

Fürth: Funk; Sauer, Jaeckel, Lungwitz, Wittek – Tillman, Sarpei, Ernst – Abiama, Nielsen, Redondo

Vaduz: Büchel; Simani (60. Göppel), Sülüngöz (77. Sele), Sutter (77. Saglam), Coulibaly, Cicek (60. Frick), Gajic, Schmid, Schwizer, Dorn (77. Gomes), Lüchinger (77. Milinceanu)

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