Optimistisch! Club-Keeper Mathenia gibt noch lange nicht auf

28.2.2019, 13:03 Uhr
War in letzter Zeit der Rückhalt der Mannschaft: Christian Mathenia hat sich mit guten Leistungen einen Stammplatz erarbeitet.

© Sportfoto Zink / WoZi War in letzter Zeit der Rückhalt der Mannschaft: Christian Mathenia hat sich mit guten Leistungen einen Stammplatz erarbeitet.

Allein sein Auftritt beim 0:0 gegen den Spitzenreiter Borussia Dortmund, als er gleich viermal gegen Nationalspieler Mario Götze bravourös gerettet hat, war der Beweis dafür, dass der 1. FC Nürnberg kein Torhüterproblem hat. Aber der 26-Jährige profitiert auch davon, dass sich die Abwehr inzwischen gefestigt zeigt und dem Gegner weniger gestattet.

Diese Verbesserung erachtet Mathenia als Grundstein beim schwierigen Projekt Klassenerhalt. Aber auch die Heimstärke und die mannschaftliche Geschlossenheit. "Wir haben zu Hause doch gute Leistungen abgeliefert", behauptet er. Allerdings wurde dabei – dies übersieht er geflissentlich – die Ernte nicht eingefahren. Somit fehlen einige wichtige Punkte.

Mathenia, der durch den Abstieg des HSV aus der Bundesliga ein gebranntes Kind ist, sieht noch reelle Chancen, den Klassenerhalt schaffen zu können. Doch worauf gründet sich sein Optimismus? Mehr auf die eigene Stärke als auf die Schwächen der Leidensgenossen im Tabellenkeller. "In unserer Truppe stimmt es", tritt der Keeper als Verteidiger auf, "es zerreißt jeder sein Hemd für den Verein." Der Bedeutung des Heimspiels gegen RB Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr, Liveticker bei nordbayern.de) ist er sich voll und ganz bewusst: Ein Dreier muss her, auch wenn der Respekt vor diesem Gegner ("eine sehr spielstarke Mannschaft") verständlicherweise vorhanden ist. Mit geschicktem Gegenpressing müsse man ihm den Wind aus den Segeln nehmen.

 

Wie soll das Kardinalproblem, die fehlende Entschlusskraft vor dem gegnerischen Tor, gelöst werden? Christian Mathenia hat Mitgefühl für die Angreifer, die sich ganz vorne oft alleingelassen sehen, weil sie nur höchst selten mit einem brauchbaren Pass bedient werden. "Sie müssen enorm viel laufen", analysiert er richtig, "sie sind unsere erste Kette vor dem Abwehrverbund."

Seinen neuen Chef Boris Schommers lobt er, ohne freilich dessen Vorgänger Michael Köllner ("Es war auch bei ihm gut") zu tadeln. Geschickte Diplomatie eines Fußballprofis eben. Aber unter Schommers sei die Freude beim Training zurückgekehrt, meint er. Sie sei unerlässlich. Sollte sie aber nicht eine Grundvoraussetzung sein, wenn das Hobby zum Beruf und auch finanziell hoch dotiert wird? "Freude muss in jedem Beruf vorhanden sein, wenn sich die Erfolge einstellen
sollen", meint er.

Mathenia sieht sich in diesem rauen Fußballgeschäft als Realist, kennt die Sorgen eines Mannes zwischen den Pfosten aus langjähriger eigener Erfahrung: "Wenn du nach zwei guten Leistungen einmal danebengreifst, bist du sofort wieder der Depp." Aber aufgrund seiner starken Leistungen in den letzten Wochen besitzt er noch einen Bonus und muss nicht befürchten, seinen eroberten Stammplatz wieder zu verlieren. Gegen Leipzig – es ist unbestritten ein Schlüsselspiel – kündigt der Torhüter eine entschlossen kämpfende Club-Truppe an, "die unsere Zuschauer mit ins Boot nehmen will".

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