Zwölf Tore in acht Spielen

Ornbaus Top-Stürmer Engelhardt: "Will mal Torschützenkönig werden"

12.9.2021, 19:32 Uhr
Ein gewohntes Bild: Andreas Engelhardt (links) auf dem Weg zum gegnerischen Tor. Das Foto wurde vergangenen Oktober beim 2:0-Heimsieg des SVO gegen Freystadt aufgenommen.

Ein gewohntes Bild: Andreas Engelhardt (links) auf dem Weg zum gegnerischen Tor. Das Foto wurde vergangenen Oktober beim 2:0-Heimsieg des SVO gegen Freystadt aufgenommen. © Foto: Dominik Mayer

Nach Abbruch der Corona-Saison war klar, dass der SV Ornbau den bitteren Weg in die Kreisliga würde antreten müssen. Stürmer Andreas Engelhardt ist seinem Verein trotzdem treu geblieben. Während sie sich in Ornbau darüber freuen, löst die Anwesenheit des 31-Jährigen in der gegnerischen Abwehr eher Angst als Begeisterung aus. Ein Gespräch mit dem Mann, der die Liga in Atem hält.

Sie haben in Ihrer Karriere viele Tore geschossen – gibt es eines, an das Sie besonders gerne zurückdenken?

Das ist eine schwierige Frage. Letztes Jahr gegen Wendelstein habe ich von der Mittellinie ein Tor zum 2:0 gemacht. Wir haben dann zwar trotzdem 2:3 verloren, aber an dieses Tor denke ich noch öfters, solche Tore schieße ich eigentlich nicht. Der Torwart stand zu weit vor dem Kasten, und da dachte ich mir, ich probiere das mal aus.


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Sie sind als Mannschaft unglücklich über die Quotientenregelung abgestiegen. Ist das inzwischen verdaut?

Ja. Natürlich war das blöd, so abzusteigen. Nach zehn Jahren ist das bitter, wir waren im Herbst 2020 auf einem guten Weg, den Abstieg noch zu vermeiden. Aber die Hinrunde ist eben ganz blöd gelaufen. Nun haben zwar viele aufgehört, wir haben aber trotzdem noch eine schlagkräftige Truppe zusammen. Inzwischen haben wir die neue Liga angenommen und uns gut eingespielt. Ich glaube, für die junge Mannschaft ist es vielleicht gar nicht das Schlechteste, dass wir runter mussten.

"Bezirksliga ist eine Nummer stärker"

Welche Unterschiede zwischen Bezirksliga und Kreisliga stellen Sie im fußballerischen Bereich fest?

Spielerisch ist da auf jeden Fall ein Riesenunterschied. Die meisten Teams in der Kreisliga kommen halt einfach über den Kampf und wollen das Spiel des Gegners kaputtmachen und ihm auch mal auf die Füße steigen. Die Bezirksliga ist da spielerisch schon eine ganze Nummer stärker. Das Spiel in der Kreisliga ist auch wesentlich langsamer. Wir wollen uns da aber nicht anpassen, sondern weiterhin unser schnelleres Spiel aus der Bezirksliga auf den Platz bringen.

Aktuell stehen Sie nach acht Spielen auf Platz zwei - ist der Aufstieg doch ein Thema?

Das würde ich jetzt noch nicht sagen. Wir sind auf einem guten Weg und versuchen, uns in der Liga einen guten Ruf aufzubauen. Das ist ja auch nicht ganz leicht als Absteiger, viele glauben vielleicht, wir sind arrogant. Ich würde uns auf jeden Fall nicht als Top-Favorit sehen. Wir wollen immer noch in erster Linie die Klasse halten, dann wird man sehen, was vielleicht noch als Bonus rauskommt. Momentan sieht die Tabelle natürlich gut aus für uns.

Sie haben in den ersten acht Spielen zwölf Tore geschossen – wie fühlt man sich als bester Stürmer der Liga?

Auf jeden Fall nicht schlecht. Mein Ziel ist es, irgendwann mal Torschützenkönig in einer Liga zu werden, das ist mir bis jetzt leider verwehrt geblieben. Dieses Ziel verfolge ich bis zum Ende meiner Karriere. Wichtig ist aber trotzdem erst einmal, dass die Mannschaft gut spielt. Sonst könnte ich auch nicht so viele Tore schießen.

Merken Sie, dass Sie unter besonderer Beobachtung der Gegner stehen?

Ja, das merkt man schon. Da werden auch mal zwei Spieler bei mir abgestellt. Aber wir haben natürlich auch andere gute Spieler, die ihre Freiräume dann ausnutzen können. Allerdings kenne ich das schon aus der Bezirksliga. Ich gehöre ja zu den älteren Hasen, da ist man natürlich bekannt und der Trainer sagt vielleicht, auf den müsst ihr aufpassen.

In der Saison 2016/17 haben Sie ein Jahr Bayernliga bei der SpVgg Ansbach gespielt. Warum sind Sie nicht länger dort geblieben?

Es wäre schon denkbar gewesen, dort länger zu bleiben, ich hätte mir ein, zwei, drei Jahre länger vorstellen können. Aber nach dem Trainerwechsel damals wollte man mich nicht unbedingt halten oder vielleicht nur ohne Gehalt. Da habe ich gesagt, den Aufwand kann ich dann nicht mehr betreiben. Der Verein hat sich dann zwar wieder anders entschieden, für mich war da aber schon klar, dass ich wieder nach Ornbau wechseln werde.

"Ornbau ist eine Herzenssache"

Abgesehen von der einen Saison in Ansbach haben Sie immer für den SV Ornbau gespielt. Warum ist das so?

Na ja, ich hätte schon öfter wechseln können, klar. Aber ich wollte immer für meinen Heimatverein spielen. Das ist eine Herzenssache, und wir haben bis heute eine tolle Mannschaft. Mit meinem 90er Jahrgang sind wir aus der Kreisklasse bis in die Bezirksliga aufgestiegen. Dort haben wir dann immer vorne mitgespielt, das waren coole Jahre.

Sie sind vor einigen Monaten Vater geworden. Hat Sie das auch als Fußballer verändert?

Auf dem Platz wird man kein anderer Mensch. Ich bin einer, der die Klappe manchmal etwas weiter aufmacht, das ist immer noch so. Aber natürlich ist meine Trainingsbeteiligung gesunken, weil ich viel Zeit für meine Frau, mein Kind und den Hausbau brauche. Und die Knochen werden natürlich auch nicht besser. Mich wundert es manchmal, wie ich jeden Sonntag spielen kann (lacht.).

Zur Person: Andreas Engelhardt, Jahrgang 1990, ist Stürmer beim SV Ornbau in der Kreisliga Nürnberg/Frankenhöhe 1. Seit seiner Kindheit spielt er – abgesehen von einem Jahr bei der SpVgg Ansbch – durchgängig für den SVO. Stets gehörte er zu den besten Stürmern in der Bezirksliga, auch in der Kreisliga führt er aktuell die Torschützenliste an. Der gelernte Heizungsbauer arbeitet derzeit als Fenstermonteur und lebt mit seiner Frau in Ornbau. Sohn Leon kam im vergangenen Dezember auf die Welt.

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