Paul Hunter Classic als kleine, feine Snooker-Party

27.8.2019, 09:55 Uhr

Barry Hawkins heißt der Sieger des diesjährigen Paul Hunter Classic (PHC). In einem eng umkämpften Finale setzte sich der 40-Jährige gegen den bisherigen Titelverteidiger Kyren Wilson (siehe Interview unten) durch. Den Zuschauern war einiges geboten, denn die beiden Engländer duellierten sich im Endspiel bis zum letzten von sieben möglichen Frames.

Auch wenn das PHC in seiner 16. Auflage deutlich kleiner angelegt war als in den Jahren zuvor, bot das traditionelle Turnier nicht weniger Unterhaltung. Dafür sorgten zwölf Snooker-Profis und der parallel ausgetragene Speed-Cup. Und auch wenn die ganz großen Namen bei diesem Einladungsturnier fehlten, kamen die Zuschauer trotzdem auf ihre Kosten.

Am Samstag schon hatte sich Titelverteidiger Kyren Wilson mühelos mit 4:0 über den dreifachen österreichischen Staatsmeister, den erst 17-jährigen Florian Nüßle, durchgesetzt. Sein späterer Finalgegner Barry Hawkins tat es ihm gleich und schaffte auch dank zweier Century-Breaks ebenfalls den Einzug ins Viertelfinale. Dort setzte sich "The Hawk" zunächst mit 4:1 gegen Mark King durch und bekam es anschließend mit Joe Perry zu tun.

Der verlangte Hawkins einiges ab und zwang ihn über die volle Distanz. Am Ende stand es 4:3 zugunsten von Hawkins und dessen zweite Finalteilnahme nach 2006 war eingelocht.

Kyren Wilson tat sich dagegen in seinem Viertelfinale gegen Dominic Dale schwer und brauchte auch hier sieben Frames, um den Waliser zu bezwingen. Mit einem klaren 4:1-Sieg über Luca Brecel löste der Titelverteidiger schließlich sein Endspiel-Ticket, obwohl der Belgier zunächst in Führung gegangen war.

Zwischen Wilson und Hawkins entwickelte sich ein spannendes Finale, in dem die Führung immer wieder wechselte. Der entscheidende Fehler unterlief dann Wilson in Frame sechs: Ausgerechnet auf den Frameball verstellte er sich und verpasste damit die mögliche Entscheidung.

5000 Euro für den Habicht

Hawkins nutzte diese Chance, gewann mit 65:64 hauchdünn und erzwang so den "Decider". Auch dort patzte schließlich Wilson und "The Hawk" holte sich mit einem tollen Break nicht nur den entscheidenden Durchgang, sondern auch den mit 5000 Euro dotierten Turniersieg.

"Eigentlich hatte ich mich schon darauf vorbereitet, Kyren zu gratulieren", sagte Hawkins nach seinem Sieg, "dann habe ich noch eine Chance bekommen und die nutzen können."

Veranstalter Thomas Cesal konnte ebenfalls zufrieden sein: "Auch wenn das Einladungsturnier die kleinstmögliche Form ist, war es wirklich toll." Gleichzeitig zeigte er sich zuversichtlich, dass es auch im kommenden Jahr ein Paul Hunter Classic geben werde: "Wie – das wird sich in den nächsten Wochen zeigen", sagt er aber und lässt damit die Frage nach dem Format offen.

Für Abwechslung und die Überbrückung der Pausen zwischen den Spielen des eigentlichen Turniers sorgte ein parallel ausgetragener Speed-Cup, bei dem der Spaß im Vordergrund stand. Im Spiel Mann-gegen-Mann mussten die Spieler auf zwei parallelen Tischen verschiedene Aufgaben auf Zeit lösen. "Das wurde besser angenommen als gedacht, die Stimmung war ja unglaublich", freute sich Cesal.

Begeistert gingen die Zuschauer mit und feuerten – untypisch für diesen Sport – die Spieler an. Am besten schlug sich hier Gary Wilson, der kurzfristig durch die Absagen von Shaun Murphy und Matthew Stevens in das Feld gerutscht war. Er besiegte im Endspiel Mark King und freute sich: "So etwas habe ich noch nie gemacht, auf jeden Fall ist das ein Riesenspaß."

Den hatten auch die Teilnehmer der Players-Party am Samstagabend. Garniert mit DJ und einer Speed-Cup-Runde feierten die Gäste bis in den frühen Morgen. Einer, der es am längsten auf der Party ausgehalten hatte, war übrigens Barry Hawkins, der spätere Turniersieger.

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