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Region im Langlauf-Fieber: Das müssen Anfänger beachten

Technik-Tipps erklären Tücken im klassischen Stil und Skating - 15.01.2021 15:40 Uhr

Als Kontrast zur temporär beengten Freiheit drinnen, breitet sich die weiße Pracht draußen vor der Haustüre mitunter schier unendlich bis zum Horizont aus. Bei diesem Panorama auf der Langlauf-Loipe zwischen Pelchenhofen, Karhof und Voggenthal lässt sich die Einsamkeit ertragen.

15.01.2021 © Foto: Wolfgang Fellner


Klassischer oder Skating-Stil, was ist der Unterschied?

Diese Frage stellte sich für frühere Generationen gar nicht. Erst ab Ende der 70er Jahre setzte sich eine Skating-Technik durch, die der Finne Siitonen im Wettkampfbetrieb etablierte. Die traditionelle Fortbewegung in der fest präparierten Loipe orientierte sich wie beim Nordic Walking am Gehen, ist durch die unverkennbaren abwechselnden Beinschübe geprägt und mutet in Vollendung ästhetischer an. Die moderne Variante auf freier Piste indes fußt auf seitlichen Schritten wie beim Schlittschuhfahren und gilt als sportlichere. Kürzere Skier ermöglichen ein effektiveres Abstoßen und Gleiten und dadurch höheres Tempo.

Welche Technik ist einfacher zu erlernen?

Für die Grundlagen empfiehlt Lizenztrainer Thomas Meßner vom Nordic Zentrum Neumarkt-Hilzhofen im einen wie im anderen Fall mindestens zwei bis drei Einheiten unter Anleitung. "Der Gedanke, sich das Langlaufen selbst beibringen zu können, ist ebenso verbreitet wie falsch." Für den Anfang biete die klassische Spur tatsächlich "ein bisschen mehr Sicherheit", weiß Meßner. Zwar schrecken manchen Kandidaten die ungewohnten Abläufe ab, aber die koordinative Herausforderung beim Skating sei ebenfalls nicht zu vernachlässigen. "Das Gleichgewichtsgespür ist ein wichtiger Faktor", so der Experte.

Der Österreicher Thomas Meßner kennt sich mit Langlauf bestens aus.

15.01.2021 © Foto: Nordic Zentrum


Was sind die typischen Fehler?

Beim Skating darf der Ausfallschritt nicht zu breit werden. "Das bremst ein und kostet Energie", erklärt Meßner. Die Schritte sollten flach über dem Boden gesetzt werden, wobei sich Fersen leicht berühren und Skienden zu einem V überkreuzen. In der klassischen Spur wiederum tritt noch stärker die Notwendigkeit hervor, "den Körperschwerpunkt leicht nach vorne zu verlagern", die Knie leicht anzuwinkeln, da die Schuhbindung im Gegensatz zum Alpinski nach hinten keinerlei Halt biete. Darüber hinaus werde die Beinarbeit oft sträflich vernachlässigt. "Man muss den richtigen Druckpunkt erwischen. Allein mit der Armkraft geht es nicht", sagt Meßner, der seine Schützlinge zunächst stets ohne Stöcke üben lässt. Die Arme schwingen nur mit. Später mit Stöcken bildet sich stets ein sehr individueller Rhythmus aus. Der Amateur bleibt in der Regel bei der diagonalen Methode, entlastet sich zum Anschieben vor Abfahrten und im Übergang zur Gerade mit parallelen Schüben.

Welche Umfänge sind angemessen?

Exakte Richtwerte gibt es nicht. "Jeder soll selbst entscheiden, ob er sich austoben will oder es ruhiger angeht", konstatiert Thomas Meßner. Neulinge sollten sich behutsam an die Marke von zehn Kilometern herantasten. Das entspricht bei Trödelfahrt etwa einer Dauer von zwei Stunden. Für ambitionierte Asse dagegen bekommen Runden ihren Reiz erst ab 15 Kilometer oder mehr.

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Was ist bei der Ausrüstung wichtig?

Eine Beratung im Fachgeschäft wäre sinnvoll. Schließlich, berichtet Thomas Meßner, bedarf es beim Klassik-Ski eine Abstimmung zwischen Länge und Körpergewicht. Die schmalen Bretter sind auf der Unterseite durch ihre charakteristischen Schuppen zu identifizieren. Der übrige Belag benötigt ebenso wie die komplette Fläche eines Skating-Skies regelmäßige Pflege durch Wachs. Ein anständiges Standard-Set inklusive Stöcke und Schuhe darf laut Meßner im mittleren Preissegment rund 500 Euro für Skater und in der Klassik-Version zwischen 250 und 300 Euro kosten.

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