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Sexy: Roßtals Handballer posieren für Aktkalender

Mit dem Erlös wollen sie ihrem Verein in dieser schwierigen Zeit helfen - 12.11.2020 06:00 Uhr

Im Oktober haben sich diese Spieler der 1. und 2. Mannschaft mit Selbstauflöser für den Aktkalender fotografiert (v. li.): Christoph Nepf, Dominik Herbst, Markus Meyer, Marco Ehrmann, Lukas Gruber, Ricco Wolff, Arian Bonakdar, Sven Wörner und Dave Rößl.

10.11.2020 © TSV Roßtal Handball


Das Internet ist voll mit Bildern nackter Menschen. Trotzdem haben es die Handballer des TSV Roßtal geschafft, aufzufallen. Denn die zahlreichen Roßtaler Handballfans kennen die neun Männer, die sich noch im Oktober per Selbstauslöser in ihrer Trainingshalle fotografiert haben, nur in Trikot und Hose. Für die Aufnahmen, die sie nun über den Internetdienst Instagram veröffentlicht haben, zogen sie aber blank.

Na ja, fast. „Ja, wir sind auf allen zwölf Bildern nackt“, verrät Arian Bonakdar, „nur die Genitalbereiche sieht man nicht.“ Der 21-Jährige hatte mit seinen Mitspielern Dominik Herbst, Marco Ehrmann und Dave Rößl die Idee für die Aufnahmen. Ein TSV-Sponsor, die Werbeagentur Geissler aus Heilsbronn, soll die Bilder bearbeiten und daraus einen Schwarz-Weiß-Aktkalender zusammenstellen.


Das Handball-Beben: TSV Roßtal zieht alle Teams zurück


Die Idee hatten bereits die Handballmänner der HSG Erlangen/Niederlindach, das gibt Bonakdar offen zu. „Wir haben vor zwei Jahren schon gedacht, dass es cool wäre, das auch zu machen.“ Doch in der fulminanten Aufstiegssaison der ersten Mannschaft, die es erstmals in der Vereinsgeschichte in die Bayernliga geschafft hat, verloren sie das Projekt zunächst aus den Augen. Bis dieser Herbst kam.

Die Bilder im Kalender sind schwarz/weiß.

11.11.2020 © TSV Roßtal (Honorarfrei), NN


Die Geschichte ist bekannt: Der TSV Roßtal war der erste und bislang einzige Verein in der Region, der wegen Ansteckungsgefahr und Haftungsfrage alle seine Teams aus dem Spielbetrieb zurückgezogen hat. Damit nahm die sportliche Leitung den Zwangsabstieg in Kauf, mit dem der Verband Aussteigern drohte. „Vielleicht kam unsere Entscheidung ein wenig zu früh“, reflektiert Bonakdar nachdenklich.

Kam der Rückzug zu früh?

Ohne Zweifel sei es „gesundheitlich richtig gewesen“, doch andere Vereine sagten ohne Konsequenzen Spiel für Spiel ab, bis der Verband allen erst eine dreiwöchige Pause verordnete und dann eine bis Jahresende. Der TSV aber ist und bleibt raus. Bonakdar glaubt: „Das zerreißt unseren Verein.“ Rößl und er sind auch Trainer der B-Junioren in der höchsten Spielklasse, der Bayernliga.

Die Handballer des TSV Roßtal

Die Jugendlichen machten keinen Hehl aus ihrer Enttäuschung, ihre Trainer vermittelten einige an andere Vereine, „damit sie Spielpraxis kriegen“. Wenn etwa ein junger Torwart ein Jahr nicht trainiere, „fängst du wieder bei null an“. Bonakdar hofft, dass sie alle nächstes Jahr wiederkommen. Locken soll die Talente unter anderem ein neuer Kraftraum in der Sportmeile. Solche und andere Dinge, die das Vereinsleben ausmachen, kosten Geld.

Doch es fehlen Zuschauereinnahmen und vielleicht bald auch Mitgliedsbeiträge – womit klar ist, worauf die Arbeitsgruppe Aktkalender hinaus will. „Wir wollen Geld in die Kasse spülen“, sagt Bonakdar kämpferisch, 100 Stück wolle er drucken lassen, 1000 Euro sei das Minimalziel. Wenn es klappt, soll es jährlich einen Aktkalender geben, „dann vielleicht auch mit der Damenmannschaft“.

Wobei das kein Selbstläufer sei, auch für die Männer-Edition hätten einige den Kopf geschüttelt, „die Älteren wollten nicht mitmachen“. Das hat immerhin der Waschbrettbauch-Quote sicher nicht geschadet.

Der Kalender ist für 14,50 Euro unter folgenden Social-Media-Kanälen bestellbar: facebook.com/tsvrosstalhandball oder instagram.com/rosstalhandball

Da die Roßtaler Handballer die Kosten sparen wollen, ist der Kalender bei Geissler Werbung in Heilsbronn selbst abzuholen oder die Spieler fahren ihn in Roßtal und Umgebung persönlich aus.

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